Fragen und Antworten - Geldanlagen bei der Energiegenossenschaft

Wer kann sich an der Genossenschaft beteiligen?

Jeder interessierte Bürger kann Mitglied der Genossenschaft werden. Bei Minderjährigen ist die Unterschrift der Erziehungsberechtigten erforderlich.

Wie kann ich mich beteiligen?

Durch das Ausfüllen der Beitrittserklärung. Das gezeichnete Geschäftsguthaben wird vom angegebenen Konto eingezogen. Das Mitglied erhält eine Bestätigung und seine Mitgliedsnummer per Email und künftig unser Mitgliederrundschreiben sowie die Einladung zur jährlichen Generalversammlung.

Ist es zwingend, dass ich eine Email-Adresse habe?

Ein Mitglied kann selbstverständlich auch per Post von uns informiert werden, wenn es keine Email-Möglichkeit hat. Jedoch bevorzugen wir diesen Informationsweg, da er in hohem Maße kosten- und zeitsparend ist.

Wie viele Geschäftsanteile können gezeichnet werden?

Ein Mitglied kann sich mit einem Geschäftsanteil oder vielen Geschäftsanteilen beteiligen. Wir haben bisher keine Begrenzung vorgesehen.

Besteht die Möglichkeit weiterer Kapitalbeteiligungen?

Ein Mitglied kann jederzeit zusätzliche Geschäftsanteile zeichnen. Eine Verpflichtung zur Aufstockung besteht nicht.

Was passiert mit meinem Geld?

Mit den Einzahlungen der Mitglieder (Eigenkapital der Genossenschaft) und zusätzlichem Fremdkapital (von regionalen Banken) finanziert die Genossenschaft Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien. Erwirtschaftete Gewinne können an Mitglieder in Form einer Dividende oder Darlehen ausgeschüttet werden.

Was ist der Unterschied zwischen den Genossenschaftsanteilen und den Nachrangdarlehen?

Diese im Folgenden erklärten verschiedenen Vor- und Nachteile (für Anleger und Genossenschaft) von Nachrangdarlehen versus Genossenschaftsanteilen haben uns dazu bewogen, uns zukünftig nicht auf Nachrangdarlehen festzulegen, diese aber nicht auszuschließen. Jedes Projekt bringt andere Aspekte mit sich, die wir berücksichtigen möchten. Geschäftszweck einer Genossenschaft ist die Förderung des Erwerbs und der Wirtschaft der Mitglieder durch gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb (Auszug aus § 2 unserer Satzung). Dafür sind wir angetreten und arbeiten daran, möglichst bald eine Dividende für alle Mitglieder zu ermöglichen.

Um Genossenschaftsmitglied zu werden, muss mindestens ein Anteil (bei uns 100 Euro) erworben werden. Auf diesen Genossenschaftsanteil zahlt die Genossenschaft eine Dividende, die vom Ergebnis gemäß Jahresabschluss des vorhergegangenen Geschäftsjahres und ggf. vorherigen Jahren abhängig ist. Die Generalversammlung kann auch beschließen, Gewinne den Rücklagen zuzuführen und Verluste aus Rücklagen zu decken sowie Gewinne und Verluste auf neue Rechnung vorzutragen.

Je nachdem, wie schnell sich eine Genossenschaft entwickelt, wird also in den Anfangsjahren keine Dividende gezahlt, bis Gewinne erwirtschaftet werden und die Rücklage aufgefüllt ist. Wir als junge Genossenschaft waren bisher nicht in der Lage, Dividende auszuschütten. Dies auch darum, weil wir uns bei unseren ersten Projekten für Nachrangdarlehen entschieden haben. Es ist eines unserer obersten Ziele, eine Dividendenzahlung für alle Mitglieder so bald wie möglich etwa in Höhe von 3 - 4 % zu ermöglichen.

Anders sieht es mit den Nachrangdarlehen aus, die alle Mitglieder der Genossenschaft gewähren können und die sich üblicherweise auf ein konkretes Projekt beziehen. Dies geschieht per Vertrag, in dem die Darlehenskonditionen festgehalten sind, die bei uns gestaffelt nach Anlagenertrag waren. So haben wir unsere ersten Fotovoltaikanlagen finanziert und in den Jahren 2011 und 2012 Zinsen zwischen 3,25 und 5,8 % Zinsen an die darlehensgebenden Mitglieder gezahlt.

Vorteil für die Mitglieder ist also eine gewisse Klarheit über ihre Zinserträge, allerdings ist die Laufzeit mit 20 Jahren sehr lang. Eine kürzere Laufzeit ist bei dieser Form aber aus Gründen der Finanzierungsicherheit nicht möglich. Bei den Genossenschaftsanteilen ist die Laufzeit kürzer. Aktuell ist die Anteilsbindung bei uns 5 Jahre zum Ende eines Geschäftsjahres (§ 5 unserer Satzung).

Ein weiterer Aspekt der beiden Anlageformen ist für die Anleger der Projektbezug bzw. die Risikostreuung. Letzteres ist bei den Genossenschaftsanteilen der Fall, dafür ist eine Projektidentifikation eher bei den Nachrangdarlehen gegeben.

Auch aus Sicht der Genossenschaft gibt es grundsätzliche Unterschiede dieser beiden Beteiligungsmöglichkeiten: Beim Nachrangdarlehen muss im Vorfeld eine mindestens ungefähre oder sogar fixe Zinshöhe festgelegt werden, während diese Entscheidung bei den Anteilen nach Schluss eines Geschäftsjahres im Rahmen der Generalversammlung getroffen wird. Außerdem ist der Verwaltungsaufwand der Nachrangdarlehen wesentlich höher als bei Anteilen, die in jedem Fall zu verwalten sind.

Wie sicher ist meine Einlage?

In beiden Fällen (Genossenschaftsanteile als auch Nachrangdarlehen – siehe oben) handelt es sich um eine Unternehmensbeteiligung, die mit dem entsprechenden Risiko behaftet ist. Ein Totalverlustrisiko kann nicht ausgeschlossen werden. Aus unserer Sicht ist das Risiko jedoch als gering einzustufen. Die Anlagerisiken sind umfassend versichert. Durch die Generalversammlung hat jedes Mitglied Einsicht in den Geschäftsbetrieb, der – gesetzlich vorgeschrieben - durchgängig vom Bayerischen Genossenschaftsverband geprüft wird. Dies führt unter anderem zu einer äußerst geringen Insolvenzrate bei Genossenschaften (unter ein Prozent pro Jahr).

Habe ich eine Nachschusspflicht?

Eine Nachschusspflicht besteht nicht. Mitglieder haften maximal bis zur Höhe ihres Geschäftsguthabens.

Kann ich verfolgen, wie sich mein Geld entwickelt?

Ja! Jedes Jahr findet eine Mitgliederversammlung im Alten Obstkeller in Mönchberg statt, bei der Vorstand und Aufsichtsrat umfassend Bericht erstatten und gemeinsame Beschlüsse gefasst werden. Auf Anfrage gibt Ihnen der Vorstand auch gerne darüber Auskunft. So sind Sie jederzeit über die Entwicklung der Genossenschaft informiert.

Wie schnell komme ich nach einer Kündigung an mein Geld?

Die Nachrangdarlehen bei uns sind aus Gründen der Finanzierungssicherheit (Erneuerbare-Energie-Anlage sind langfristige Investitionen) nicht kündbar. Sie können jedoch übertragen werden. Die Geschäftsanteile sind schriftlich mit einer Frist von 5 Jahren zum Ende eines Geschäftsjahres kündbar (§ 5 unserer Satzung).

Wie hoch ist die zu erwartende Rendite?

Die Genossenschaft strebt eine Eigenkapitalrendite in einer Bandbreite von 3 % - 4 % an.

Sind die Dividendenerträge steuerpflichtig?

Ja. Sowohl bei den Nachrangdarlehen als auch bei der Dividende handelt es sich um Einnahmen aus Kapitalvermögen, die der Besteuerung unterliegen. Einen gesonderten Freibetrag für Dividendenerträge von Genossenschaften gibt es nicht mehr. Im Fall von Ausschüttungen z. B. in Form Naturalien wie z. B. Strompreisvorteilen oder Holzpellets ist eine Steuerpflicht nicht zwingend gegeben. Dies sind für uns erstrebenswerte Ziele.

Müssen auf die Dividenden Kapitalertragsteuer gezahlt werden?

Die Ausschüttungen unterliegen der Kapitalertragsteuer, die von der Genossenschaft einbehalten wird.

Müssen auf die Nachrangdarlehenszinsen Kapitalertragsteuer gezahlt werden?

Mit diesem Thema mussten wir uns ausführlich beschäftigen, denn es handelt sich hier um eine Grauzone im Steuerrecht. Das Ja oder Nein zur Abführung der Kapitalertragsteuer entscheidet sich daran, ob es sich beim Zinsertrag um eine eher feste oder variable Vergütung handelt. Verschiedene Steuerberater und Finanzämter haben unterschiedlich entschieden, ob bei unserem Nachrangdarlehensvertrag - der in dieser Form von mehreren Energiegenossenschaften genutzt wird – Abgeltungssteuer einzubehalten ist. Das Finanzamt Aschaffenburg hat in unserem Fall entschieden, dass wir Abgeltungssteuer einzubehalten haben.

Welche Verwaltungsausgaben entstehen und wodurch?

Durch die vorwiegend ehrenamtliche Tätigkeit beschränken sich die Verwaltungsausgaben im Wesentlichen auf Abschluss-, Prüfungs- und Buchführungskosten, Kontoführungsgebühren, Werbematerialien etc.).