Wie die EGU zur Windenergie steht

Am Untermain ist die Nutzung der Windkraft nach den vorliegenden diversen Windgutachten auf den Höhenzügen von Odenwald und Spessart möglich. Um über 20 Jahre einen sicheren und rentablen Betrieb der Anlagen gewährleisten zu können sollte die mittlere Windgeschwindigkeit auf 140 m Höhe über 6,0 m/s liegen. Bei einer niedrigeren Windgeschwindigkeit erhöht sich das Risiko für die Investition. Bei niedrigeren Windgeschwindigkeiten sind Projekte nur unter guten Rahmenbedingungen (Pachthöhe, Netzanschlusskosten, Wegebau, usw.) rentabel mit vertretbarem Risiko zu betreiben.

Auch wenn es Stimmen gegen die Windkraftnutzung gibt und mancher Gemeinderat unsicher ist, wie er abstimmen soll, unterstützen doch viele Gemeinden, Industriebetriebe, Gewerbetreibende und viele Bürger unseren Weg. Wir werden weiterhin versuchen, möglichst sachlich zu informieren und auch die Konsequenzen aufzeigen, die sich zwangsläufig ergeben werden, wenn Planung und Umsetzung der Windparks (die mit Sicherheit auch bei uns kommen werden!) nur noch Großinvestoren oder eben der Politik überlassen werden.

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Kritische Frage 1: Windkraft & Infraschall

Schallpegel einiger tieffrequenter Geräusche (Quelle: Institut für Technische und Angewandte Physik an der Universität Oldenburg)


Neue Studien zum Thema Infraschall:
Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU):
Windkraftanlagen - Beeinträchtigt Infraschall die Gesundheit?
Akt. Fassung November 2014, pdf - 10 Seiten

Und für Interessierte, die tiefer und fundiert in die Materie einsteigen wollen, die Ergebnisse des Messberichtes der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg:
Tieffrequente Geräusche und Infraschall von Windkraftanlagen und anderen Quellen
Fassung Dez. 2014, pdf - 78 Seiten)


Besteht durch Infraschall eine Gefahr für die Gesundheit?

Infraschall ist ein immer gegenwärtiger Bestandteil unserer Umwelt. Neben natürlichen Quellen, wie Wind oder Wasserfällen gibt es auch künstliche, wie Autos, Schiffe oder auch Waschmaschinen. Wie gut ein Mensch, den ihm umgebenden Schall hört, hängt größten Teils von dessen Frequenz ab. Tonhöhen und Lautstärken von Frequenzen zwischen 20 und 20.000 Hz können vom Menschen wahrgenommen werden. Physikalisch betrachtet versteht man unter Infraschall Schallwellen in einem Frequenzbereich unter 20 Hz. Folglich kann Infraschall vom Menschen akustisch nicht vernommen werden.

Nun gibt es Untersuchungen, die darstellen, dass Infraschall bei hohen Intensitäten in Form von Druck- oder Vibrationsreize durchaus auf im Körper vorhandene Hohlräume, wie z.B. die Lunge wirken. Der von einer Windenergieanlage ausgehende Infraschall, besitzt jedoch Pegel mit so tieffrequentem Schall, dass wie in einigen wissenschaftlichen Studien bewiesen wurde, von keinerlei Belästigung bzw. Schädigung des Menschen ausgegangen werden kann. Vergleicht man den Schalldruckpegel einer Windenergieanlage mit der eines Pkws, so liegt der Pegel bei einem 100 km/h schnell fahrenden Autos um rund 40 Prozent höher als bei einer Windenergieanlage im Abstand von 200 Metern (siehe Tabelle 1). Hierbei ist zu beachten, dass der Abstand von einer Windenergieanlage zu bewohntem Gebiet in der Regel mehr als 500 Meter beträgt. Bei Planungen neuer Windenergieanlagen veranschlagt man mittlerweile sogar einen Abstand von mindestens 1000 Metern.

Desweiteren geht aus vorgenommen Messungen an der Universität Oldenburg hervor, dass sogar in Büroräumen ein Pegel vorliegt, der rund 10 dB über dem einer Windenergieanlage liegt.

Weitere interessante Fragen und Antworten zum Thema Infraschall und dessen Auswirkung sind unter folgendem Link zu finden: www.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/229961/

Außerdem lesenswert:

Tageszeitung für Erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit "Wohnen in Windparknähe ist kein Gesundheitsrisiko" http://www.oekonews.at/?mdoc_id=1098295 (Artikel fasst folgende komplexe Studie, die z.Zt. leider nur in englischer Sprache vorliegt, zusammen: Wind Turbines and Health - A Critical Review of Scientific Literature


Quellen:

dnr.de/downloads/infraschall_04-2011.pdf

lubw.baden-wuerttemberg.de/.../windenergieundinfraschall.pdf

lfu.bayern.de/.../windkraftanlageninfraschallgesundheit.pdf

itap.de/tieffrequent.pdf

Kritische Frage 2: Windkraft & Wertverlust von Immobilien

3D-Animation von WEA mit 200m Blatthöhe vom potenziellen Standort Mainbullau-Rüdenau (erstellt mit 3D Reality Maps)


Keine Wertminderung von Immobilien durch Windenergieanlagen

Der Immobilienmarkt ist von verschiedenen Faktoren abhängig, welche letztlich Einfluss auf die Immobilienpreise nehmen. Die größte Rolle spielt das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage.

Der Immobilienbestand- bzw. leerstand und jährlich neu hinzukommende Bauten beeinflussen die Angebotsseite. Zu beachten ist, dass der Trend der letzten Jahre dorthin geht, dass in ländlichen Gebieten, in denen häufig ein Rückgang der Einwohnerzahlen zu verzeichnen ist, neue Häuser bzw. Wohnungen entstehen. Dadurch nimmt das Angebot an Wohnungen auf dem Land zu. Heutzutage befinden sich die meisten Arbeitsplätze in Städten bzw. in deren direkten Umgebung. Viele Menschen bevorzugen kurze Wege zum Arbeitsplatz, den Anschluss an eine gute ärztliche Versorgung, Bildungsstätten und Einkaufsmöglichkeiten. Diese Gegebenheiten sind im ländlichen Raum selten gegeben, wodurch die Nachfrage Immobiliensuchender im ländlichen Raum abnimmt. Ist das Angebot hoch und die Nachfrage niedrig sinkt auch automatisch der Preis.#

Häufig stellen Bürgerinitiativen gegen Windkraft die Behauptung auf, dass Grundstücke durch Lärm, Schattenschlag und Eiswurf von Windenergieanlagen an Wert verlieren würden. Dem kann man damit entgegentreten, dass die Abstände von Wohngebieten zu Windenergieanlagen durch gesetzliche Vorgaben geregelt werden und in der Regel zwischen 500 und 1.000 Metern liegen. Durch die 10-H-Regelung, die künftig in Bayern gilt, haben Windenergieanlagen sogar einen Abstand von bis zu 2.000 Metern von Wohngebieten. Aufgrund dieser und weiterer rechtlichen Bedingungen, die beachtet werden müssen, sind Einflüsse von Windenergieanlagen auf Immobilen und deren Wert faktisch kaum vorhanden bzw. können nicht festgestellt werden. Es gibt schlichtweg keinerlei Untersuchung, die den Wertverlust von Immobilien bzw. Grundstücken durch Windenergieanlagen wissenschaftlich eindeutig belegen kann.

Die Universität Frankfurt führte vor rund elf Jahren eine Umfrage bei Immobilienmaklern durch und behauptete der Wertverlust für Häuser in der Nähe von Windenergieanlagen betrage 5 bis 30 Prozent.

Hier muss jedoch beachtet werden, dass die Untersuchung auf keinerlei Marktanalyse beruht und die getroffenen Aussagen schlichtweg nur auf einzelne persönliche Meinungen weniger Immobilienmakler basierten. Lediglich ein Drittel der 15 Befragten tätigten überhaupt nähere Angaben, wodurch die Aussage der Untersuchung auf sehr wackeligen Beinen steht.

Herr Ottmar Wernicke vom Landesverband Haus und Grund Württemberg geht noch ein Stück weiter und redet von einem so massivem Wertverlust von Immobilien durch Windenergieanlagen, der in der Unverkäuflichkeit des Objektes enden würde. Diese Aussage kann er jedoch mit keinem konkreten Fall belegen und verweist auf Branchenumfragen, die jedoch lediglich auf Schätzungen beruhen. Zu einer möglichen Wertminderung von Immobilien wegen Windenergieanlagen wurde auch der Immobilienökonom Prof. Dr. Thalmann angesprochen. Gemäß seiner Darstellung löst häufig die Befürchtung eines Wertverlustes den tatsächlichen Rückgang in Form einer „selbsterfüllenden Prophezeiung“ erst aus. Es könne durchaus dort zu einem kurzzeitigen Einbruch der Immobilienpreise kommen, wo vor Ort Stimmung gegen Windenergieanlagen gemacht wird. Dieser Rückgang sei jedoch nur von kurzer Dauer, da die Debatte an sich potentielle Investoren abschreckt. Der Wert der Immobilien stabilisiert sich wieder auf den vorhergehenden Preis, wenn die Windenergieanlagen erst einmal errichtet sind und die Menschen sich an diese gewöhnt haben.

Wie die Energieagentur Göttingen in einer Untersuchung festgestellt hat, konnten Bauplätze in direktem Einflussgebiet eines vorhandenen Windparks in Ostfriesland (Entfernung 1.000m) zu deutlich höheren Kaufpreisen als zuvor veräußert werden. Zurückzuführen ist das auf die unverbaubare Sicht im Außenbereich des Windparks. Bauplätze in erster Reihe wurden am schnellsten verkauft.

Bei der Entwicklung von Immobilienpreise stehen andere Rahmenbedingungen im Vordergrund. Diese sind beispielsweise die Lage des Grundstückes und Umfeld- oder Umwelteinflüsse. Windenergieanlagen sind als einfache (Energie-)Infrastrukturen zu betrachten von denen wesentlich geringere Beeinträchtigungen ausgehen als beispielsweise Verkehrsstraßen, Industriegebiete oder Flughäfen.

Letztlich werden Wert und Preisentwicklung einer Immobilie durch ökonomische und demografische Einflüsse gesteuert. Von einer Beeinflussung durch Windenergieanlagen in einigen hundert Metern Entfernung kann nicht ausgegangen werden.

Bereits bei der Windparkplanung sollte man bei den Fakten bleiben und einen sachlichen Umgang miteinander pflegen. Panikmache hilft niemandem, v.a. nicht denen, die ihr Haus aus welchen Gründen auch immer verkaufen müssen.


Quellen:
rohmert-medien.de/.../Der-Immobilienbrief-Nr-321.pdf energieagentur-goettingen.de/.../131022TroffWertentwicklungImmobilien01.pdf hugw.de/presse_146.html
windwaerts.de/.../panikmache-fehl-am-platz-windparks-beeinflussen-immobilienpreise-nicht-negativ.html

Kritische Frage 3: Windkraft & Rentabilität

Selbstverständlich macht es nur Sinn, Windkraftanlagen nur dort zu errichten, wo sie sich auch rechnen. Sehr oft wird von Skeptikern geäußert, dass sich Windkraft ausschließlich im Norden, entlang der Küsten von Nord- und Ostsee, oder sogar nur auf hoher See, also 'off shore', rechne.

Das ist allerdings nicht richtig. Selbstverständlich weht in der Regel in küstennahen Regionen mehr Wind. Daher stehen dort auch bereits viele, zum Teil sehr große Windkraftanlagen der 5 Megawatt (und mehr)-Klasse. Diese würden sich in der Tat bei dem heutigen Stand der Technik in unserer Region schon deshalb nicht rentieren, da diese großen Anlagen bei uns schlicht nicht oft genug ausgelastet wären (= Voll-Laststunden).

Zur Rentabilitätsberechnung einer Windkraftanlage gehören zusätzlich aber auch ganz andere Faktoren, wie z.B. Erschließungskosten, Netzanbindung, Pachtkosten, Wegebau und sämtliche Abbau-/Rückbaukosten. Bei manchen dieser Faktoren kommen nun aber die weit auf dem Meer liegenden Anlagen nicht sehr gut weg.

Die Windhöffigkeit (dieser Begriff beschreibt das Ertragspotenzial von Windkraftanlagen) der geeigneten Standorte in der Untermain Region ist für einen rentablen Betrieb gerade auf den Höhen durchaus gegeben und einige Beispiele in der Region zeigen, dass Windkraft bei uns funktioniert:

Beispiel 1: Binselberg Großumstadt / Aschaffenburg

Die Anlagen haben 2,00 MW Leistung pro Anlage insgesamt also 4,00 MW. Diese Anlagen sind noch keine Anlagen der neuen Generation, die noch besser für das Binnenland geeignet sind.

Ertragszahlen:
2012: 11.103 MWh
2013: 9.760 MWh
2014: 9.663 MWh

Die Erträge lagen in allen bisherigen Jahren über der Prognose von 9.500 MWh und laufen zur vollsten Zufriedenheit der Eigentümer (HSE - 90% und Energiegenossenschaft Starkenburg - 10%).

Beispiel 2 - Großer Wald Hettingen

Ertragszahlen:
2014: 30.779.276 MWH
2015: Bisheriger Ertrag über Soll

Der regionale Projektentwickler und die Eigentümer (Uwe Steiff und Kommandanditisten, hierunter auch die Energiegenossenschaft Untermain und drei weitere Energiegenossenschaften, sowie Bürger aus Hettingen) gingen in ihrer eher konservativen Ertragsberechnung von 28.737 MWh im Jahr aus, die bereits im vergleichsweise windschwachen Jahr 2014 (s. Ertragsdelle beim Projekt Binselberg) weit übertroffen wurde. Die so erzielten Mehreinnahmen steigerten die Rentabilität des Projektes bereits im ersten Jahr, somit konnte schon weit mehr an Tilgung geleistet werden als prognostiziert.

Einwurf:
In der regionalen Presse war viel vom Standort Hainhaus zu lesen, dessen Ertrag angeblich defizitär sei. Wenn der Standort Hainhaus so schlecht wäre wie behauptet, würde dann der Betreiber der meisten Anlagen, die WHS Enertec GmbH aus Erzhausen, allerdings aktuell die 9. Anlage am Standort errichten?

Zum Thema Hainhaus gibt es eine öffentliche Berichterstattung über die Wirtschaftlichkeit nur über das Windrad mit der Nummer 7, über die anderen Anlagen wird in der Presse nicht berichtet. Die Gründe für das nicht erreichen der geplanten Wirtschaftlichkeit der Anlage Nummer 7 hat die Betreibergesellschaft Windpark Hainhaus GmbH & Co. KG offen gelegt.

Für die unbefriedigende Entwicklung wird das »windschwache Jahr 2013 mit ausgeprägten Ost-Wind-Lagen« verantwortlich gemacht. Die Gesellschaft geht davon aus, dass es sich um durchaus normale Schwankungen handelt, die sich im Laufe des für die wirtschaftliche Betrachtung relevanten 20-jährigen Zeitraums insgesamt ausgleichen werden. Auch die Behebung diverser Störungen, die vornehmlich an der Anlagensteuerung aufgetreten seien, hätte insgesamt viel Zeit in Anspruch genommen.

Hintergrund (Zusammenfassung der Rentabilitäts-Argumente des Bundesverbandes Windenergie - BWE)

Die Errichtung von Windenergieanlagen ist auch an Standorten im Süden in der Nähe von Ballungsgebieten und Großverbrauchern sinnvoll. Spezielle Anlagentypen sorgen heutzutage bei den im Binnenland geringeren Windaufkommen für optimierte Energieerträge. Windkraft stärkt die Wirtschaft in unserer ländlichen Regionen. Zudem können sich unsere Bürger selbst mit schon kleinen Euro Beträgen an dem Windenergieprojekt beteiligen. Ein Teil des Einkommens aus dem Betrieb von Windenergieanlagen kommt unserer Kommune und damit den Einwohnern zugute. Durch entsprechende Verträge wird geregelt, dass der größte Teil der Gewerbesteuer an die Stadt/Gemeinde fließt. Auch die Pachteinnahmen bleiben zu 100% in unserer Region. Für das Jahr 2012 ermittelte das DIW econ allein für Deutschland einen Gesamtwertschöpfungseffekt durch Windenergie an Land in Höhe von rund 14,5 Milliarden Euro.

Windenergie ist ein Jobmotor für den Industriestandort Deutschland. Im Jahr 2013 waren rund 138.000 Menschen über alle Bundesländer verteilt direkt oder indirekt in der Windbranche beschäftigt, darunter Ingenieure, Techniker, Mechaniker, Planer und Logistiker. Im Jahre 2013 arbeiteten insgesamt rund 362.000 Beschäftigte im Bereich der Erneuerbaren Energien. Damit hat sich die Anzahl der Arbeitsplätze seit dem Jahr 2004 mehr als verdoppelt.

Windenergieanlagen an Land produzieren schon heute günstigeren Strom als fossile Kraftwerksneubauten. Bezieht man externe Kosten in die Betrachtung mit ein, ist Windenergie an Land die günstigste verfügbare Energiequelle. Windenergie ist von allen Erneuerbaren Energien die kostengünstigste. Im Jahr 2015 werden laut Prognose rund 42 Prozent des erneuerbaren Stroms aus Windenergie erzeugt. Der Anteil der Windenergie an der gesetzlichen Förderung durch die EEG-Umlage liegt jedoch nur bei 19 Prozent. Konventionelle Brennstoffe sind endlich und gehen langsam aus. Das lässt die Preise für Strom aus nichterneuerbaren Energiequellen immer stärker steigen. Der Kostenvorteil von Windenergie wird daher in Zukunft noch deutlicher werden.

Kritische Frage 4: Windkraft & Schattenwurf

Windpark in Frankreich © Nordex SE / Francis Cormon / BWE Mediathek


Ja, auch eine Windkraftanlage wirft einen Schatten, wenn die Sonne scheint. Und, da Windkraftanlagen sehr hoch sind, kann der Schatten bei flach stehender Sonne in den Morgen- und Abendstunden auch ein Vielfaches seiner Höhe überschreiten.

Doch es gibt klare Richtlinien bei der Errichtung von Windkraftanlagen:

Entsprechend den „Hinweisen zur Ermittlung und Beurteilung der optischen Immissionen von Windenergieanlagen“ des Arbeitskreises Lichtimmissionen der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Immissionsschutz darf der Schattenwurf von Windenergieanlagen nicht länger als 30 Stunden pro Jahr und 30 Minuten am Tag auf ein Wohnhaus wirken. Bei Überschreitung dieser Dauer müssen die Windenergieanlagen abgeschaltet werden, solange ihr Schatten auf den Immissionspunkt fällt, hierfür gibt es entsprechende automatische Abschaltungsvorrichtungen. Im Wald oder in unbesiedeltem Gelände ist eine solche Automatik natürlich nicht nötig.

Der so genannte gern zitierte "Disko-Effekt", der bei älteren Anlagen mit schnellen Rotoren eintritt, die unmittelbar in der Nähe von Wohnbebauungen errichtet wurden, ist bei modernen Anlagen Geschichte. Wesentlich langsamer drehende Rotorblätter und wesentlich höhere Abstände zu Häusern und oben zitierte Immisionsschutz-Richtlinien sind heute Realität.

Kritische Frage 5: Windkraft & Tourismus

© Martin Jahn, Preisträger des Fotowettbewerbs 'Wind bewegt'


Touristen nehmen Windenergieanlagen selten als störend wahr

Wie alle von Menschen errichtete Bauwerke stellen auch Windenergieanlagen einen Eingriff in die Umwelt dar. Allerdings werden sie nicht an beliebigen Stellen, sondern dort errichtet, wo in der Regel ein gemeinsamer Konsens von Planern, Kommunen und vor allem Bürgern gefunden wird.

So können Kommunen und Trägern der Regionalplanung die möglichen Standorte der Windenergieanlagen durch Ausweisung geeigneter Flächen, bezeichnet als Vorrang- und Eignungsflächen, in Regional-, Flächennutzungs- und Bebauungsplänen räumlich steuern.

Eine wichtige Rolle bei der Planung möglicher Standorte nimmt zweifelsohne der Bürger ein. Wie in einigen Studien nachgewiesen wurde, wird die Meinung der Touristen zu einem großen Teil durch die der Bürger vor Ort beeinflusst. Soll heißen: Sprechen Vermieter oder Nachbarn am Urlaubsort schlecht über geplante bzw. gebaute Windenergieanlagen, so wirkt sich das auch ein Stück weit auf den Urlauber aus.

Vor kurzem wurde eine Untersuchung mit dem Titel „Tourismus, Erneuerbare Energien und Landschaftsbild in Mecklenburg-Vorpommern“ vorgestellt. Aus dieser geht hervor, dass 95 Prozent der befragten Touristen mit Windparks oder einzelnen Windenergieanlagen keinerlei Probleme haben und diese als nicht störend empfinden. Gerade einmal ein Prozent der Befragten wird künftig aufgrund dessen auf ihren Urlaub an diesem Ort verzichten. Es lässt sich also schlussfolgern, dass Tourismus und Erneuerbare Energien in keinem Widerspruch zueinander stehen.

Eine weitere Studie des SOKO Instituts stellte fest, dass nur knapp ein Viertel der zufällig ausgewählten Teilnehmer zurückblickend auf ihren letzten Urlaub Unmut über das Vorhanden sein von Windenergieanlagen verspürten. Dem gegenüber stehen jedoch rund drei Viertel, die sich durch Kohle- oder Atomkraftwerke gestört fühlten.

Die Studie „Touristische Effekte von On- und Offshore-Windkraftanlagen in Schleswig-Holstein“, erstellt von dem Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa in Kooperation mit der Universität Kiel sagt aus, dass die Urlaubsgäste die Windenergieanlagen wahrnehmen, jedoch nur ein geringer Teil von 4 Prozent der Befragten diese auch als Störung empfinden. Selbst wenn die Windenergieanlagen als störend betrachtet wurden, hatten diese keinerlei Einfluss auf die Urlaubszufriedenheit der Gäste. Betrachtet man die Übernachtungszahlen bzw. die Auslastung der Unterkünfte, beispielsweise auf der Ostseeinsel Fehmarn, im Zeitraum zwischen 1990 und 1998, als die ersten Windenergieanlagen gebaut wurden, lässt sich kein Rückgang feststellen. Vielmehr war die touristische Entwicklung überdurchschnittlich gut. Viele Touristen drücken ihr Interesse an der Technologie aus. Sie werten das Vorhandensein der Windenergieanlagen als sichtbares Zeichen des Klimaschutzes und des ökologischen Fortschrittes. Eine große Anzahl der Touristen verknüpfen die Windenergieanlagen mit Sympathie, „sauberer Energie“ und bessere Alternative als Kern- oder Kohlekraftwerke. Eine Urlaubsregion kann also durch den Bau von Windenergieanlagen auch sein Image ein Stück weit aufbessern.


Quellen:

windkraft-journal.de/.../tourismus-und-erneuerbare-energien-sind-kein-gegensatz/

genath.de/.../Windenergie-Argumente.pdf

badische-zeitung.de/.../studienarbeit-im-muenstertal-verjagen-windraeder-touristen

rhein-zeitung.de/.../Studie-Windkraft-verschreckt-Eifel-Touristen-nicht/..

spd-fraktion-mv.de/.../tourismus-und-erneuerbare-energien-sind-kein-gegensatz

EGU Windkraft Projekte: Standort Hettingen

Offizielles Einweihungsfest am 11.5.2014


Die Beteiligung der Energiegenossenschaft Untermain am Windpark Großer Wald Hettigen wurde in 2013 realisiert.

Betreiber:
Bürgerwindpark „Großer Wald“ in Buchen-Hettingen/Rinschheim der Windenergie S&H GmbH.

Technische Daten:
Anlage: 5x Typ REpower 3.2M114

Leistung: 3,2 MW pro Anlage; 16 MW gesamter Windpark

Prognose: 28 Mio kWh pro Jahr erwartet, die ca. 7.000 Haushalte mit Öko-Strom versorgen (z.B. ganz Mosbach und mehr)

Nabenhöhe: 143 m, reiner Waldstandort

Investitionssumme: 25 Mio € insgesamt, davon 7 Mio € von 270 Bürgern und Energiegenossenschaften aus der Region

Fertigstellung aller 5 WEA: November 2013

Und das Beste: Die Ertragszahlen des Standortes wurden bislang fast durchgängig übertroffen!

Homepage mit vielen weiteren Photos: windpark-grosser-wald.de

EGU Windkraft Projekte: Standort Boxbrunn
  • Informationen noch in Überarbeitung / Aktualisierung -

Kurzinformation:

Die Energiegenossenschaft Untermain hat Flächen zur Errichtung von Windkraftanlagen am Standort Boxbrunn gesichert

Die Flächen liegen im Zonierungsverfahren der Regierung von Unterfranken und des Bezirks.

Bei ihren Planungen arbeitet die EGU zusammen mit der Stadt Amorbach.

Für den Standort sind bereits die erforderlichen und gesetzlich vorgeschriebenen Naturschutz-Gutachten in Auftrag gegeben.

EGU Windkraft Projekte: Standort Mainbullau
  • Informationen noch in Überarbeitung / Aktualisierung -
Hintergrundinformation Windkraft: C.A.R.M.E.N.

Folgende kurze Darstellung der Knackpunkte in Sachen Windkraft findet unsere volle Zustimmung. Als unabhängiger bayerischer Verein und Experteninstitut im Schnittpunkt zwischen Politik und (Agrar-)Wirtschaft steht C.A.R.M.E.N. hierbei sicher nicht im Verdacht, einseitig zu argumentieren.

C.A.R.M.E.N. Argumentationshilfen Windkraft

Hintergrundinformation Windkraft: Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE)

Das Argumentarium der Kampagne „Wind bewegt“, einer Initiative des Bundesverbandes WindEnergie (BWE), will eindeutige Fakten liefern und dazu beitragen, Vorurteile abzubauen. Die Broschüre klärt auf und ist eine Hilfe für alle, die sich in den leider zu häufig windschiefen Debatten um Strompreise und Windräder klare Argumente und Fakten wünschen.

Hier zum Download der 40-seitigen Broschüre (PDF / 7 MB)

wind-bewegt.de