Pressemitteilung: Erweiterung des „Leuchtturmprojektes“ Dorfheizung Schmachtenberg?

Schmachtenberger Bürger informieren sich im Valentinus Haus über die Dorfheizung und die Straßenreparatur


Positive Entwicklung der Energiegenossenschaft Untermain - Erweiterung des „Leuchtturmprojektes“ Dorfheizung Schmachtenberg?

Mönchberg. Eine Chance für die Erweiterung der bestehenden Dorfheizung im Altort Schmachtenberg tut sich auf. Im Zuge der für 2018 geplanten Reparatur der Asphaltdecke in der Spessartstraße und Friedhofstraße können auf gut 500m Länge weitere Häuser angeschlossen werden. Da viele dieser Häuser über Ölzentralheizungen verfügen, deren ‚Lebenserwartung‘ absehbar ist, ergibt sich auch für die Hauseigentümer die Möglichkeit, mit überschaubaren Kosten auf eine nachhaltige und klimaschonende Heizung und Warmwasseraufbereitung umzusteigen. Da die Hackschnitzel für die Heizzentrale aus heimischen Forsten stammen, bleibt zudem die Wertschöpfung in der Region. Das Interesse der Anwohner auf der von der Gemeinde Mönchberg gemeinsam mit der Energiegenossenschaft Untermain durchgeführten Infoveranstaltung am Dienstag war groß. Karlheinz Paulus stellte das Projekt vor und informierte über mögliche Zuschüsse der KfW Bank.

In der vor kurzem erfolgen Jahreshauptversammlung wurden ferner die Zahlen der EGU präsentiert. Besonders hervorzuheben war, dass insgesamt ein positives Jahresergebnis erzielt wurde und dass die Mitgliederzahl auf inzwischen 350 angestiegen ist. Das positive Ergebnis war auch der Tatsache zu verdanken, dass die Beteiligungen der EGU an Fotovoltaikanlagen, aber auch am Windpark Großer Wald Hettingen wesentlich mehr Ertrag einspielten als geplant.

Auch deshalb äußerte sich die Vorstandschaft der EGU sehr erfreut darüber, dass die vom Bezirksausschuss positiv beschiedene Zonierung der Windkraft in der Region Bayerischer Odenwald soeben eine wichtige Hürde genommen hat. Die Energiegenossen sind überzeugt davon, dass Windkraft ein wichtiger, ja unverzichtbarer Baustein der regionalen Energiewende darstellt, der bei sorgfältiger Planung auch bei uns sowohl naturverträglich als auch wirtschaftlich profitabel gestaltet werden kann. In jedem Fall wünschenswert ist aber hierbei, dass sich Bürger an den Projekten beteiligen können und das Feld nicht nur den vier großen Energieversorgern überlassen wird.

Pressemitteilung: Interview mit EGU Wettbewerb Gewinner Johannes Oswald

Bild: Die ‚antike‘ PV-Anlage von Johannes Oswald vor der Firmenzentrale in Miltenberg


Interview mit Johannes Oswald, Miltenberg, Preisträger des Wettbewerbes der Energiegenossenschaft Untermain „Wir suchen die ältesten PV-Anlagen der Region“

(Die Fragen stellte die Energiegenossenschaft Untermain bei der Preisverleihung am 28.09.2016 in Mönchberg)

Bitte stellen Sie kurz die Kennzahlen Ihrer Anlage vor.

Installiert wurde die Anlage mit einer Gesamtleistung von 5,04 kWp Ende 1996, seitdem produzierte sie ca. 84550 kWh Strom, wobei seit Inbetriebnahme eine Abnahme der Modulleistung von ca. 20% festzustellen ist. Die Anlage wird – für damalige Zeit eine kleine Sensation - einachsig der Sonne nachgeführt, was ich damals noch ziemlich mühsam selbst programmiert habe.

Was war Ihre Motivation, als Sie damals eine Photovoltaik-Anlage bauten?

Die Technik war neu und faszinierend. Wir waren in der Lage die Anlage zu finanzieren und ich wollte die PV Technik erproben, kennenlernen und demonstrieren. 1996 wie heute speisen wir ausschließlich in unser Firmennetz ein und verbrauchen unseren PV Strom selbst. Wir betreiben unsere Anlagen seit Jahren ohne EEG Förderung, das ist wirtschaftlich möglich und sinnvoll. 2016/17 werden wir voraussichtlich weitere 200 kWp installieren.

Was waren und sind Ihre Erfahrungen: funktioniert die Technik? Ist PV eine nachhaltige Form der Energieerzeugung?

PV Anlagen sind denkbar einfach zu betrieben und wartungsfrei. Sie sind eindeutig eine nachhaltige Art der Energieerzeugung. Jede andere Art der Energieerzeugung ist ungleich viel wartungsintensiver im Betrieb. Nicht nur bei uns, vor allem in Entwicklungsländern werden PV Anlagen mit Batteriekopplung als Inselnetze eingesetzt. So lassen sich fernab leistungsarme Verbraucher wie Lampen und PCs auch ohne Netzanschluss oder Dieseltechnik betrieben.

Sie als 'Energiepionier', wie beurteilen Sie die Anstrengungen der Politik in Sachen 'Energiewende'? Sind das schlüssige Konzepte, die hier verfolgt werden?

Nun, mehr und besser geht immer, doch wir sind auf dem richtigen Weg. Wer, außer einem reichen Hightech Land, wie Deutschland, sollte Vorreiter in grüner Technologie sein? Aktuell haben wir einen erneuerbaren Anteil von 30% an der Stromerzeugung in Deutschland. Technisch ist es nicht ganz einfach die unregelmäßigen Energieangebote der Erneuerbaren in einem Verbundnetz zu „veratmen“. In einem Netz das, dass exakt so viel Energie bereitstellen muss wie gerade verbraucht wird, jede Sekunde! Doch es funktioniert und wir brauchen viele weitere gute Ideen, vor allem aber Mut und Verstand für immer nachhaltigere Ideen und Umsetzungen bei der Energieeinsparungen und Energieerzeugungen.

Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Sonne!

Pressemitteilung: Johannes Oswald hat die Älteste

vrnl: Thomas Pollakowski (EGU), Bertold Ort (2. Preis, Bürgstadt), Johannes Oswald (1. Preis, Miltenberg), Karlheinz Paulus (EGU), Martina Römmelt-Fella (EGU, Wolfgang Thielke (3. Preis, Amorbach) bei ertragreichem Sonnenschein vor dem Alten Obstkeller in Mönchberg


Johannes Oswald hat die Älteste

Preisverleihung der Energiegenossenschaft Untermain für die älteste PV-Anlage der Region

Immer noch wird von Skeptikern der Einwand gebracht, dass Photovoltaik-Anlagen bei ihrer Herstellung mehr Energie verbrauchen, als sie jemals wieder selber erzeugen könnten. Diese Behauptung wollte die Energiegenossenschaft Untermain entkräften. Die so genannte energetische Amortisation liegt, je nach verwendetem Modultyp, bei 1,5 Jahren bei den in der Herstellung und im Ressourcenverbrauch sehr effizienten Dünnschichtmodulen und bis zu 5 Jahren bei monokristallinen Modulen, die wesentlich aufwändiger produziert werden müssen.

Nachdem schon seit vielen Jahren auf unzähligen Dächern der Region blaue oder schwarze Solaranlagen schimmern, wollten es die Genossen genau wissen: wo ist die älteste noch funktionierende PV-Anlage? Zu diesem Zweck wurde ein Wettbewerb gestartet, auf dessen Plakaten ein freundlich lächelndes älteres Paar stolz ein Foto seiner Anlage in die Kamera hält. Die Aufforderung lautete ‚Wir suchen die Ältesten!‘ Und gemeint waren natürlich die ältesten PV-Anlagen der Region.

Gesucht wurden noch in Betrieb befindliche Anlagen ab einer Mindestgröße von 500 W/p. Damit waren lediglich winzige Inselanlagen ausgenommen, die nur aus ein paar Modulen bestehen, um z.B. einen Campingwagen oder eine Weinberghütte zu beleuchten.

Die Genossen staunten nicht schlecht, als die ersten Reaktionen kamen. Anlagen von den frühen 2000 Jahren gibt es noch eine ganze Menge in der Region. Da in 2000 das erste Stromeinspeisegesetz in Kraft trat, das jede Kilowattstunde noch mit über 50 Cent vergütete, wagten Pioniere den Einstieg in diese damals noch recht teure Technologie. Offensichtlich hat sich dieses Risiko gerechnet!

Photovoltaikstrom so günstig wie noch nie

Aber es gab auch noch Mutigere: Johannes Oswalds Sieger-Anlage wurde 1996 noch vor der Einführung einer Einspeisevergütung in Betrieb genommen. Die für damals geradezu gigantische Anlage umfasst 42 Solarpaneele, die eine Spitzenleistung von 5 KW erzeugen können. 18 Module wurden auf ein futuristisches, der Sonne nachgeführtes Gestell montiert, der Rest kam auf das Firmendach. Heute kann das Dach eines durchschnittlichen Einfamilienhauses locker eine solche Leistung mit 20 kompakten Modulen aufnehmen. In 1996 musste man damals noch über 1000 DM für ein Modul von gerade mal 120 Watt Leistung bezahlen, pro Watt Leistung bezahlte Oswald also über 4 €. Heute liegen die Kosten für 1 Watt Leistung bei 0,4-0,6 €, also um fast 90 Prozent günstiger. Die Vergütung des erzeugten Stroms ist genauso stark gesunken. Heute ist es wirtschaftlicher den erzeugten Strom direkt vor Ort zu verbrauchen, da je nach Anlagengröße und Standort nur noch 7 – 12 Ct pro erzeugter Kilowattstunde vom jeweiligen Netzbetreiber bezahlt.

Die Energiegenossenschaft wies bei der Preisverleihung darauf hin, dass es sich auch heute noch lohnt, Fotovoltaikanlagen auf Dächern zu montieren, egal ob der gewonnene Strom nun selbst verbraucht oder ins Netz eingespeist wird. Auch Speicherlösungen werden zunehmend günstiger, so dass sich auch diese Form der Energieerzeugung bald rechnen wird. EGU Vorstand Römmelt-Fella appellierte in diesem Zusammenhang an alle Hauseigentümer, Unternehmen und Kommunen im zentralen Solarkataster der Region zu prüfen, ob eigene Dächer zur solaren Nutzung geeignet seien. Freilich wird die Kraft der Sonne nicht den kompletten Energiebedarf der Region decken können, hierfür wird auch die Nutzung von Wind, Biomasse und Wasserkraft nötig sein, sie ist aber ein wichtiger Baustein der dezentralen Energiewende.“ Der Gewinner des Wettbewerbs, Johannes Oswald aus Miltenberg, konnte bei der Preisverleihung einen Gutschein über einen Energiecheck seines Privathauses in Empfang nehmen. Die weiteren Preisträger sind Bertold Ort, Bürgstadt (Anlage von 1998) und Wolfgang Thielke, Amorbach (Anlage von 2000).

Pressemitteilung 15.6.16 - Nachlese Jahreshauptversammlung

Die neue PV-Anlage der EGU auf der Volksschule in Mönchberg ist am Netz: EGU Vorstand Karlheinz Paulus, Bernd Büttner, MainSpessart Solar, Andreas Dirsch, Raiffeisenbank Elsavatal, Bürgermeister Thomas Zöller (vlnr)


Aller Unkenrufe zum Trotz: Windparks in der Region lassen sich wirtschaftlich betreiben

Mönchberg. Auf der Jahreshauptversammlung der Energiegenossenschaft Untermain (EGU) staunten die Genossen nicht schlecht. Vorstand Martina Römmelt-Fella stellte die Zahlen der EGU-Beteiligung am Windpark „Großer Wald“ Hettingen/Rinschheim vor, dessen Ertrag mit 35,32 Mio. kWh so deutlich über dem prognostizierten Soll lag, dass eine Ausschüttung von stattlichen 10Prozent an alle Kommanditisten beschlossen werden konnte. Dies ist bereits das dritte Jahr in Folge, in denen dieser Windpark überaus zufriedenstellende Gewinne abwirft.

Auf die Frage, was denn an diesem regionalen Windpark so anders sei, als die, die von den Windkraft-Gegnern oft als Subventionsgräber dargestellt werden, erwiderte Vorstand Karlheinz Paulus, dass das wirtschaftliche Betreiben eben kein Taschenspielertrick sei, sondern eine Frage guter Planung und sauberer Kalkulation, sprich: geeignete Standorte, auf die spezielle Windhöffigkeit abgestimmte Anlagen(größen), und realistische Planungs- und Nebenkosten, wie Anschluß, Pacht, Verwaltung. Für das Jahr 2015 wurden vom Betreiber des Hettinger Windparks 700.000 € ausgeschüttet, hiervon entfielen dann immerhin 4.900 € auf die EGU.

Karlheinz Paulus legte dar, dass für die Standorte im Odenwald mit Höhen über 400m gute wirtschaftliche wie ökologische Bedingungen vorliegen, und stellte weiterhin eine mögliche Beteiligung der Genossen an diesem Windparks in Aussicht. Auch die ersten Ergebnisse der avi-faunistische Untersuchungen für die Standorte Boxbrunn und Mainbullau haben ergeben, dass aus naturschutzrechtlichen Gründen die Anlagen errichtet werden können.

Paulus merkte aber an, dass die vom bayerischen Verfassungsgerichtshof kürzlich bestätigte 10H Regelung in Zukunft die Planungen behindern wird. Aber die Streichung eines wichtigen Punktes wurde durch das Gericht bestätigt: das Einvernehmen mit der Nachbarkommune muss nicht hergestellt werden, was faktisch bedeutet, dass diese somit die Planungen der Standortkommune nicht mehr blockieren können.

Photovoltaik ist weiter rentabel und auch langlebig

Dann folgte gleich eine weitere gute Nachricht: aufgrund von Dachsanierungsarbeiten bei der Volksschule in Mönchberg ergab sich für die EGU die Möglichkeit, eine PV-Anlage mit einer Leistung von 35 kWp zu installieren. Der erzeugte Strom wird vollständig ins Netz eingespeist. Die regional kreditfinanzierten Investitionskosten von 45.000 € können selbst bei der stark gekürzten Einspeisevergütung von 12,36 Ct/kWh noch eine Rendite von ca. 3-4 % abwerfen, hierbei hilft natürlich der z.Zt. extrem günstige Zinssatz.

Für die vor kurzem parlamentarisch beschlossene Novelle des Erneuerbaren Energien Gesetzes, welche die Direktvermarktung des erzeugten Stromes größerer Anlagen vorsieht, hat der EGU Vorstand auch bereits Lösungen parat. Künftig könnten für neue Anlagen regionale oder überregionale Energieversorger den Vertrieb des Stromes übernehmen.

Dass Photovoltaik langlebig ist, bewies die Genossenschaft mit Hilfe des von ihr durchgeführten Wettbewerbs „Wir suchen die ältesten … PV-Anlagen“. Die Poster mit dem netten älteren Ehepaar, das stolz ein Foto seines Daches mit Solaranlage in den Händen hält, hing über mehrere Wochen in den Gemeinden, Sparkassen und Raiffeisenbanken der Region und lud die Besitzer von älteren Anlagen ein, sich am Wettbewerb zu beteiligen. Die zahlreichen Anmeldungen widerlegten eindrucksvoll das von Gegnern der Photovoltaik gerne vorgebrachte Argument, dass die Anlagen doch mehr Energie verbrauchten, als sie jemals erzeugten, da diese doch gar nicht so lange halten würden. Die älteste gemeldete Anlage aus Mainaschaff läuft seit 1992 – also bereits 24 Jahre! - und tut immer noch brav ihren Dienst. Auch die für damalige Verhältnisse (1996) große Anlage von 5kWp, futuristisch aufgeständert auf dem Gelände der Firma Oswald in Miltenberg, ist noch intakt, nur die Wechselrichter mußten in der Zwischenzeit ausgetauscht werden. Die Gewinner der ausgelobten Preise werden im Juni in einer kleinen Feierstunde bei der Energieagentur Untermain geehrt.

Mitglied Lutz Loebel, der für das Monitoring der bestehenden PV-Anlagen der EGU zuständig ist, verdeutlichte anhand von Meßwerten, wie wichtig die Kontrolle der Anlagen ist. So konnte eindeutig belegt werden, dass sich die Erträge die Anlage auf dem relativ flachen Dach des Weingutes in Klingenberg nach der gerade stattgefundenen Reinigung um 15 Prozent verbessert hat. Die EGU hofft allerdings, dass eine solche Reinigung eine Ausnahme bleiben wird, und bedingt war durch die staubigen Straßenarbeiten der letzten Zeit und dem Großbrand in unmittelbarer Nachbarschaft der Anlage.

Die EGU wächst weiter

Schließlich hatte der Abend mit seinen knapp 40 Teilnehmern auch noch Grund zu feiern, konnte doch das 300. Mitglied offiziell geehrt werden. Und die Tendenz ist weiter steigend, die nächste Hunderter-Marke wird bereits angepeilt, denn seit der Sitzung im letzten Jahr konnten 89 Mitglieder gewonnen werden. Sicher hat die Einführung eines EGU-Ökostrom-Tarifes mit der emb als Energieversorger zum Wachstum der EGU auf aktuell 313 Mitglieder beigetragen. Und das Interesse am Voranbringen der regionalen Energiewende durch gezielte Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energien ist weiter vorhanden. Großes Lob gab es seitens der Mitglieder hier zum Beispiel für die Investition der EGU in das Holzhackschnitzel betriebene Nahwärmenetz Schmachtenberg, das inzwischen knapp 30 Haushalte, Kirche und die Tischtennishalle mit Wärme und warmem Wasser versorgt.

Zur Neumitgliedergewinnung regte Mitglied Bernd Kempf an, weiterhin mittels Infoständen mit Bürgern ins Gespräch zu kommen, wie er es im letzten Jahr mehrfach erfolgreich an verschiedenen Standorten getan hat.

Wie soll die EGU weiter agieren?

Um die Stimmung und Meinungen der Mitglieder zu erfragen, wählte die EGU einen neuen Weg. Anhand von vier Meinungspostern konnten die Anwesenden Entscheidungspunkte verteilen. Zu entscheiden waren hierbei Fragen wie „Soll die EGU auch überregional tätig werden?“, „Was steht im Vordergrund Wachstum oder Sicherheit?“, „Soll die EGU weitere Geschäftsfelder wie z.B. Stromspeicher oder Elektromobilität erschließen?“, „Soll am Thema regionale Windkraft weiter gearbeitet werden?“ Die vergebenen Punkte waren teils sehr eindeutig, teils wird die Diskussion weitergehen. So entschieden sich die Mitglieder wieder dafür, eine Dividendenauszahlung für dieses Geschäftsjahr zurück zu stellen und favorisierten einen moderaten Wachstumskurs, der durchaus auch überregionale Ansätze haben soll. Die EGU erhielt von ihren Mitgliedern außerdem quasi den Auftrag, weitere Projekte aus dem gesamten Spektrum der Erneuerbaren Energien zu akquirieren.

Entlastung des Vorstandes und Bilanzzahlen

Die Genossen zeigten sich zufrieden mit der Arbeit des Aufsichtsrates und des Vorstandes, die beide ohne Gegenstimme entlastet wurden. Die Jahresbilanz, vorgestellt von Martina Pletschke, wies zwar ein Minus von knapp über 20 Tausend Euro aus, was bei der Menge an neuen Projekten und einer Bilanzsumme von über 1,6 Millionen aber niemanden wirklich erstaunte. Das bislang größte Projekt der EGU, die Dorfheizung in Schmachtenberg bedingt weiterhin große Abschreibungen und da viele Anschlußteilnehmer im letzten Winter noch ihre Restbestände an Öl oder Gas aufbrauchen durften, konnten die Umsätze hier noch nicht die Planzahlen erreichen. In seinem Grußwort betonte der stellvertretende Landrat und Bürgermeister Mönchbergs Thomas Zöller, dass er voll hinter diesem mutigen EGU-Projekt stehe, da es durch den Einsatz heimischer Holzhackschnitzel die regionale Wertschöpfung mit der Energiewende in optimalen Einklang bringe und er hoffe, dass es weitere solcher Projekte geben möge.

18.06.16 - Main-Echo - Ökostrom Ausbau kommt voran

Ökostrom-Ausbau kommt voran

Hauptversammlung: Energiegenossenschaft Untermain sieht gute Fortschritte - Mitgliederzahl wächst

Zufriedene Gesichter in der Jahresversammlung der Energiegenossenschaft Untermain (EGU) in Mönchberg: Aus Sicht der Vorstände macht der Aus­bau der erneuerbaren Energien gute Fortschritte. Auch die Zahl der Mitglieder ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht.

»Das Interesse am Voranbringen der regionalen Energiewende durch gezielte Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energien ist weiter vorhanden«, heißt es darin.

Vorstandsvorsitzende Martina Römmelt-Fella teilte mit, der Windpark »Großer Wald« in Hettingen werfe bereits das dritte Jahr in Folge zufriedenstellende Gewinne ab. 700 000 Euro habe der Betreiber für 2015 ausgeschüttet; 4900 Euro gingen an die EGU, die an dem Park beteiligt ist. Der Ertrag lag bei 35,32 Millionen Kilowattstunden und damit deutlich über dem prognostizierten Soll, erklärte Römmelt-Fella. Damit widersprach sie auch Aussagen der Windkraftgegner, die Rotoren seien in Odenwald und Spessart nicht wirtschaftlich zu betreiben.

Vorstand Karlheinz Paulus ergänzte, der wirtschaftliche Betrieb sei eine Frage guter Planung und sauberer Kalkulation, sprich: geeigneter Standorte. Den Standorten im Odenwald mit Höhen über 400 Meter - konkret Boxbrunn und Mainbullau - bescheinigte er gute wirtschaftliche wie ökologische Bedingungen. Paulus stellte den Genossen eine mögliche Beteiligung an den dort geplanten Windparks in Aussicht. An beiden Standorten stünden naturschutzrechtliche Gründe dem Bau von Anlagen nicht entgegen. Das zeigten die ersten Ergebnisse der avifaunistischen Untersuchungen, bei denen alle in einer Region vorkommenden Vogelarten erfasst werden.

10H-Regelung behindert Pläne

Paulus merkte aber an, dass die vom bayerischen Verfassungsgerichtshof kürzlich bestätigte 10H-Regelung in Zukunft die Planungen behindern werde. Das Gericht habe allerdings die Streichung eines wichtigen Punktes bestätigt: Das Einvernehmen mit Nachbarkommunen muss nicht hergestellt werden. Das bedeute faktisch, dass diese die Planungen der Standortkommune nicht mehr blockieren könnten, erklärte Paulus.

Mit einer Rendite von drei bis vier Prozent rechnet die EGU für die neue Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach der Volksschule Mönchberg. Der Bau der 45 000 Euro teuren Anlage mit einer Leistung von 35 Kilowatt Peak (kWp) war durch Sanierungsarbeiten möglich geworden. Die Investition sei regional kreditfinanziert, teilt die EGU mit. Zur Rendite trage unter anderem der derzeit extrem niedrige Zinssatz bei.

Grund zur Freude sind laut EGU die Mitgliederzahlen: In der Versammlung ehrten die knapp 40 Teilnehmer das 300. Mitglied. Die Tendenz sei weiter steigend, berichtet die Genossenschaft: Seit der Hauptversammlung im vergangenen Jahr seien 89 Mitglieder hinzugekommen. Aktuell verzeichnet die EGU 313 Mitglieder. Aus Sicht der Vorstände hat zum Wachstum die Einführung des EGU-Ökostrom-Tarifs beigetragen.

Um den künftigen Kurs abzustimmen, erfragte die EGU in der Versammlung Stimmung und Meinungen der Mitglieder. Diese entschieden sich dafür, eine Auszahlung von Dividenden für das Geschäftsjahr zurückzustellen und favorisierten einen moderaten Wachstumskurs, der auch überregionale Ansätze haben soll. Die EGU erhielt von ihren Mitgliedern außerdem den Auftrag, weitere Projekte aus dem Spektrum der erneuerbaren Energien zu akquirieren.

Minus in der Bilanz

Zwar weist die Jahresbilanz nach Ausführungen von Martina Pletschke ein Minus von gut 20 000 Euro aus. Bei der Menge an neuen Projekten und einer Bilanzsumme von mehr als 1,6 Millionen Euro sei das aber nicht erstaunlich, erklärte sie. Das bislang größte Projekt der EGU, die Dorfheizung in Schmachtenberg, falle derzeit noch mit hohen Abschreibungen ins Gewicht. Viele Anschlussteilnehmer hätten im zurückliegenden Winter noch ihre Restbestände an Öl oder Gas aufbrauchen dürfen. Daher hätten die Umsätze hier noch nicht die Planzahlen erreicht. Redaktion Main-Echo

Pressemitteilung 31.3.16: E-Autotauschaktion war ein voller Erfolg!

Der Vorstand der Energiegenossenschaft Untermain Karlheinz Paulus bedankte sich bei dem Inhaber des Autohauses Carsten Seitz für die Organisation der Tauschaktion


E-Autotausch ein voller Erfolg

27 Mitglieder der Energiegenossenschaft Untermain nahmen die Gelegenheit beim Schopfe und testeten drei verschiedene E-Autos.

In Zusammenarbeit mit Mitsubishi Motors und dem Autohaus Seitz in Obernburg konnte jedes Mitglied für 3 Tage sein Auto tauschen. Über 5.000 km wurden in den letzten 6 Wochen elektrisch zurückgelegt.

E-Mobilität ist ein Stück Zukunft, nachhaltige, geräuschlos und CO2 neutral, wenn mit Öko-Strom gefahren wird. Durch die neue Art der der Mobilität wird die Lärmbelästigung in den Innenstädten deutlich verringert und der Energieverbrauch kann drastisch reduziert werden. Ein ganz neues, faszinierendes Fahrerlebnis erlebten die Teilnehmer, denn nur ein angenehmes, leises Summen und die Windgeräusche sind beim Fahren zu hören.

Ein weiterer unschlagbarer Vorteil ist, das jeder mit den E-Autos zu Hause kostengünstig tanken kann, besonders wenn eigen produzierter Fotovoltaikstrom genutzt wird.

Der Verbrauch liegt mit ca. 15 kWh pro 100 km bzw. 3,15 € deutlich unter den Kosten der Benzin- und Dieselmotoren mit 7 -15 €. Rechnet man die ersparten Wartungskosten (Ölwechsel usw.) noch dazu rechnet sich auch heute schon langfristig ein E-Auto.

Mitsubishi Motors Deutschland stellte einen I-MiEV und einen Plug-in Hybrid Outlander den Mitgliedern für Probefahrten zur Verfügung. Das Autohaus Seitz organisierte kompetent die Einweisung der Testfahrer in die E-Mobiliät.

27.2.16 - Main-Echo - Geld für Energie in der Region halten

Ein leidenschaftlicher Kämpfer für eine dezentrale Energieversorgung mit regenerativer Energie ist der ehemalige Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises, Bertram Fleck. Foto: Ruth Weitz


Geld für Energie in der Region halten

Umwelt: Bertram Fleck informiert in Miltenberg über seinen Weg im Landkreis Rhein-Hunsrück

Miltenberg. Ein leidenschaftlicher Verfechter einer regionalen Energiepolitik, die mit der Bevölkerung entwickelt wird, dem Klimaschutz dient und die Wertschöpfung in der Region hält war am Donnerstag zu Gast in Miltenberg. Der ehemalige Landrat des Rhein-Hunsrück-Landkreises, Bertram Fleck, sprach vor 100 Teilnehmern im Gasthaus Anker.

Die Energiewende - eine Chance für die Region« war die Veranstaltung betitelt, die das Energieforum Miltenberg zusammen mit der Energieagentur bayerischer Untermain organisiert hatte.

Dezentrale Stromerzeugung

Während seiner Amtszeit von 1989 bis 2015 hatte Fleck auf dezentrale Stromerzeugung, Nahwärmenetze und Energieeinsparung gesetzt und 1999 mit dem Ausbau erneuerbarer Energien begonnen. Heute decken 1500 regenerative Energieanlagen fast 60 Prozent des Strombedarfs in dem strukturschwachen Landkreis mit gut 100 000 Einwohnern in 137 Gemeinden ab.

Fleck zeigte auf, wie er es geschafft hatte, die Bürgermeister für seine Marschrichtung zu gewinnen. Er gab zu, dass es kein leichtes Unterfangen war: »Ich habe oft Mund-zu-Mund-Beatmung machen müssen.« Fleck machte klar, dass es neben Maßnahmen zum Klimaschutz auch von wirtschaftlichem Interesse ist, auf regenerative Energieerzeugung zu setzen.

Geld bleibt im Kreis

In seinem Landkreis waren es 290 Millionen Euro jährlich, die unter anderem ins »Putin-Land« und nach Saudi-Arabien abgeflossen sind. Mittlerweile sind es gut 37 Millionen Euro, die durch erneuerbare Energien in die Wertschöpfungskette zurückgeführt werden. Solar- und Windenergie, Energieeinsparung, Elektromobilität und ausgeklügeltes Energiemanagement in öffentlichen Gebäuden waren zu einem Bündel geschnürt worden.

Landrat Jens Marco Scherf mahnte, strategisch in die Zukunft zu denken, auch im Hinblick auf die Flüchtlingssituation, die seiner Meinung nach ursächlich mit dem Wirtschaftskrieg ums Öl in Zusammenhang stehe. Er betonte, dass es bei der regenerativen Energiegewinnung nicht allein um Windkraft gehe, wo ein sehr komplexes Genehmigungsverfahren angewendet werden müsse. Er verwahrte sich gegen den Vorwurf von Windkraftgegnern, es würden Genehmigungen im »Hauruckverfahren« erteilt.

Rüdenaus Bürgermeister Udo Käsmann, scharfer Kritiker von Windrädern im fränkischen Odenwald, wies auf die Bemühungen seiner Kommune hin, mit Solarenergie und Energieeinsparung die Energiewende zu unterstützen.

»Wir haben bei der Sonne noch sehr viel Potenzial« sagte Scherf und verwies auf das Solarpotenzialkataster für Kommunen und Bürger. Er zählte auf: E-Mobilität-Offensive und Nahwärmeversorgung von öffentlichen Gebäuden.

Energieeffizienz ist eines der Potenziale, die es zu nutzen gilt, wie auch Energiemanager Marc Gasper betonte. Er kümmert sich um die Vernetzung und Koordination in drei Gebietskörperschaften. Seine wichtigste Aufgabe sei die Umsetzung des integrierten Energie- und Klimakonzepts für die Landkreise Aschaffenburg und Miltenberg sowie für die Stadt Aschaffenburg.

40 Prozent weniger CO2

Mitte dieses Jahres seien die Ergebnisse des ersten Controllings zu erwarten, das aufzeigen wird, wie weit die Region bei den gesteckten Zielen vorangekommen ist, den Kohlendioxid-Ausstoß bis 2030 um mindestens 40 Prozent gegenüber 2009 zu senken. Der bayerische Untermain mit einem hohen Anteil an produzierenden Unternehmen mit enormem Energieverbrauch werde es nicht leicht haben, die Vorgaben zu erfüllen, so die Antwort auf die Frage, warum die Ziele nicht höher gesteckt wurden.

Karlheinz Paulus, Vorsitzender des Energieforums und Moderator des Abends machte klar, dass auf Windkraft nicht verzichtet werden kann: » Es geht nicht ohne, aber es geht auch nicht alleine damit.«


Hintergrund: Integriertes Energie- und Klimakonzept

Bereits vor dem Reaktorunfall in Japan hatten die drei Gebietskörperschaften am bayerischen Untermain ein Klimakonzept in Auftrag gegeben, um insgesamt 41 Handlungsfelder für die Reduzierung des CO2-Ausstoßes in der Region zu entwickeln. Das Unternehmen Baum Consult war damit beauftragt worden. Mit Beschluss vom 26. März 2012 hat der Kreistag Miltenberg die darin enthaltenen Handlungsfelder beschlossen. Seit 1. März 2013 leitet Marc Gasper die Energieagentur im Zentec in Großwallstadt, um den strukturellen Prozess voranzutreiben. Partner bei diesem Vorhaben ist neben anderen auch das im Jahr 2007 als Verein gegründete Energieforum Miltenberg-Aschaffenburg unter dem Vorsitz von Karlheinz Paulus, aus dem 2010 die Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Energie-Genossenschaft hervorging. Die Energieagentur ist auch die Schnittstelle zu den Klimaschutzmanagern in den Gebietskörperschaften. Im Landkreis Miltenberg begleitet Mario Breunig diese Position. Er gehört auch dem Energiebeirat an, der mit 35 Personen aus der Region bayerischer Untermain besetzt ist. Vom Kreistag Miltenberg wurden Edeltraut Fecher (CSU), Peter Maurer (FW), Roland Weber (SPD), Nina Hecht (Bündnis90/Die Grünen), Matthias Ulmer (Neue Mitte), Helmut Demel (FDP) und Regina Frey (ÖDP) in den Beirat entsandt. (Ruth Weitz)

12.02.16 - Main Echo - 300. Mitglied & Aktivitäten

Gesucht: älteste Fotovoltaikanlage

Energiegenossenschaft Untermain: Jetzt 300 Mitglieder - Mit Kinoprojekt um junge Leute werben

Mönchberg. Die Fotovoltaikanlagen in genossenschaftlicher Bürgerhand haben im Jahr 2015 314.000 Kilowattstunden (kWh) produziert, rund 8000 mehr als von der Energiegenossenschaft Untermain (EGU) prognostiziert. Auch der Windpark »Großer Wald Hettingen« lag mit über 35 Millionen kWh mehr als 6.5 Millionen kWh über der Prognose. Die EGU und damit ihre Mitglieder ist einer der Kommanditisten dieses Windparks.

Energiewende unvermeidbar

Laut EGU ist man überzeugt, dass eine Energiewende auf regionaler Ebene unvermeidbar ist, wenn Energie auch in Zukunft sicher und bezahlbar bleiben soll. Seit ihrer Gründung Ende 2010 hat die EGU viel Grundlagenarbeit geleistet und mit zwei regionalen Stromversorgern einen Ökostromtarif eingeführt.

Zum Jahreswechsel konnte das 300. Mitglied in der Genossenschaft begrüßt werden. Neu ist der Wettbewerb »Wir suchen die ältesten …«. Gesucht wird nach den ältesten, noch in Betrieb befindlichen Fotovoltaikanlagen am Untermain. Hintergrund ist die Widerlegung des Vorurteils, dass Solaranlagen bei ihrer Erzeugung angeblich mehr Energie verbrauchen als sie in ihrer Lebenszeit produzieren. Die Genossen sind überzeugt, dass es auch am Untermain einige betagte Anlagen gibt, die immer noch brav ihren Dienst versehen und dabei nach wie vor sauberen Strom erzeugen. Vom 18. Februar bis zum 17. März wird im Autohaus Seitz in Obernburg ein Plug-in Hybrid Outlander sowie ein Elektrofahrzeug für Probefahrten für die Mitglieder der Energiegenossenschaft zur Verfügung gestellt. Um diesen Test so realistisch wie möglich zu gestalten, soll der Teilnehmer sein Auto in der Testphase im Autohaus stehen lassen. Nur so kann die Praxistauglichkeit unter Alltagsbedingungen getestet werden. Im Anschluss an den Test sollen die Mitglieder über ihre Erfahrungen befragt werden.

Um ein breites, auch jüngeres Publikum zu erreichen, wird die EGU sich am Kinoprojekt »Change« beteiligen. Gemeinsam mit der Energieagentur Untermain werden ab Mitte März in mehreren Kinos der Region Veranstaltungen zur regionalen Energiewende stattfinden.

Solarstrom vom Schuldach

Und schließlich plant die EGU, auf dem Schuldach der Grundschule in Mönchberg eine Fotovoltaikanlage zu errichten. Diese wird eine Kapazität von 36 kWp haben, wofür 45 000 Euro an Investitionen nötig sein werden. Zur Errichtung von zusätzlichen Solaranlagen in Bürgerhand sucht die EGU weiterhin nach größeren Dächern und Freiflächen.

Main Echo, 12.2.2017, Redaktion

9.12.15 - Main Echo: Kompromiss im Windradstreit in Boxbrunn möglich

Kompromiss im Windrad-Streit möglich

Bürgerversammlung: Amorbacher Stadtrat will Boxbrunnern bei Abstand der Rotoren zum Ort entgegenkommen

Amorbach. Es war ein geteilter Saal: Auf der einen Verwaltung, 12 von 16 Amorbacher Stadträten und eine Handvoll Boxbrunner ohne besondere Ängste vor Windrädern. Auf der anderen sieben Windkraftgegner aus dem Höhenortsteil, mittendrin Ortssprecher Peter Bonefas. Die Fronten in der Bürgerversammlung am Montagabend waren von Anfang an klar. Doch trotz hitziger Debatte zeichnete sich ein Ansatz für einen Kompromiss ab.

Denn, so zeigten es einige Wortmeldungen: Was einigen Boxbrunnern die größte Sorge bereitet, ist die Nähe eines der Rotoren zum Ort. Nach derzeitigem Planungsstand soll das dichteste Windrad bis auf ungefähr 1600 Meter an das Dorf heranrücken. Zu dicht, finden die Anwohner. Bürgermeister Peter Schmitt und die Stadträte sicherten deswegen zu, sich Gedanken über eine Vergrößerung des Abstands zu machen.

Der ist ohnehin noch nicht in Stein gemeißelt: Karlheinz Paulus, Vorstandsmitglied der Energiegenossenschaft Untermain, erläuterte, die geplanten Anlagen müssten wahrscheinlich nochmals verschoben werden - vom Ort weg, nicht dichter dran. Grund sind geschützte Tierarten. Bei der Datenerhebung, die vor einem Windradbau zwingend vorgeschrieben ist, war nachgewiesen worden, dass der geschützte Schwarzstorch in Boxbrunn heimisch ist. »Deswegen werden auf jeden Fall Standorte wegfallen«, erklärte Paulus.

Überzeugungsversuch fruchtlos

Ganz abrücken wollen die Stadträte vom Bau des Windparks trotzdem nicht. Das stellten sie in der Diskussion klar. Sehr zum Missfallen des Ortssprechers: »Ich möchte die Dinger einfach nicht haben«, sagte Peter Bonefas. Unterstützung erhielt er von Martin Gayer: »Die Dinger gehören nicht zu Menschen gebaut«, wetterte er. Überzeugungsversuche des Bürgermeisters, dass beispielsweise die Amorbacher auch mit Beeinträchtigungen durch die Owa leben und auf das Werksgelände schauen müssten, die Firma andererseits aber als wichtigen Arbeitgeber bräuchten, fruchteten nichts.

Standorte mehrfach geändert

Angesichts dessen bleibt auch nach der Bürgerversammlung offen, ob die Boxbrunner Bürgerinitiative und die Stadt Amorbach zu einem sachlichen Dialog zurückfinden. Viel Verunsicherung ist offenbar entstanden, weil die Standorte der Windkraftanlagen mehrfach hatten geändert werden müssen. Für die Anwohner kam es anscheinend überraschend, dass die Rotoren höher als vor einigen Jahren angedacht ausfallen werden. Gleichzeitig sollen sie dichter an den 130-Seelen-Ort heranrücken.

Zudem ist auch das komplizierte Verfahren mit Zonierung des Naturparks, Bauleitplanung und Beteiligungsmöglichkeiten der Bürger offenbar ein Buch mit sieben Siegeln für manche Boxbrunner. »Man kann doch nicht erwarten, dass die Bürger diese Verfahren kennen«, wetterte Bonefas. Dem hielt SPD-Sprecher Jan Burschik entgegen, im Stadtrat und anderen öffentlichen Veranstaltungen sei so oft über die Vorgehensweise geredet worden. »Da hätten sich die Bürger informieren können.«

Klima hat sich verschlechtert

Das ist überhaupt der gewichtigste Vorwurf, den Rat und Bürgermeister den Boxbrunner Windkraftgegnern und dem Ortssprecher machen: dass sie nicht gefragt, nicht um Erklärungen gebeten, sondern die Konfrontation gesucht hätten. Bonefas habe sich bei den Stadträten nie erkundigt. Das Klima hat sich seit dem problematischen Bürgerdialog vom Juli spürbar weiter verschlechtert. An der Informationsfahrt der Stadt zu den Windparks in Hettingen und Hainhaus hatten nur sieben Boxbrunner teilgenommen. Zur Bürgerversammlung am Montagabend kamen 14. Die Sprecherin der Bürgerinitiative, Martina Müller, fehlte aus persönlichen Gründen entschuldigt. Sabine Balleier

Hintergrund: Zonierungsverfahren

Damit der Bau von Windrädern im Naturpark Bayerischer Odenwald überhaupt erst möglich wird, läuft derzeit beim Bezirk ein Zonierungsverfahren. In diesem wird untersucht, ob einzelne, ausgewählte Flächen für eine Windenergienutzung in Frage kommen. Bislang ist beim Bezirk eine wahre Flut an Stellungnahmen von Gemeinden, Behörden, Organisationen und Bürgern eingegangen. Diese müssen im Einzelnen analysiert und abgewogen werden. Nach einer Information von Bürgermeister Peter Schmitt hatte es bei der Offenlage des Zonierungskonzepts außerdem ein Problem mit gesetzlichen Fristen gegeben.

Deswegen will der Bezirkstag nun am Donnerstag, 17. Dezember, einen Zwischenbericht zum Verfahren abgeben und einen voraussichtlichen Zeitplan für die weitere Vorgehensweise bekanntgeben. Sabine Balleier

28.11.2015 - Main Echo: BUND Klimaschutzpreis an die EGU

Verleihung des Klimaschutzpreises 2015 (von links): Die Vorsitzenden der Kreisgruppe des Bund Naturschutz in Bayern, Hans Schlowak und Hans Jürgen Fahn, überreichen die Auszeichnung für vorbildliches Engagement in Sachen Umwelt an Elisabeth und Reinhold Spall sowie an die Energiegenossenschaft Untermain, hier vertreten durch Martina Römmelt-Fella. Foto: Marco Burgemeister


Klimaschutzpreis für Ehepaar Spall und Energiegenossenschaft

Auszeichnung: Einsatz für Nachhaltigkeit honoriert

Mönchberg. Der Klimaschutzpreis 2015 der Kreisgruppe Miltenberg des Bund Naturschutz in Bayern geht an die Energiegenossenschaft Untermain und an das Ehepaar Elisabeth und Reinhold Spall aus Wörth. Verliehen wurde die Auszeichnung, die vorbildliches Engagement in Sachen Umweltschutz würdigt, am Mittwochabend im Rahmen einer Feier im Alten Obstkeller in Mönchberg.

Wie der Vorsitzende der Kreisgruppe, Hans Jürgen Fahn, in seiner Laudatio hervorhob, zeichne umweltorientierte Nachhaltigkeit, genossenschaftliche Einbindung der Bürgerschaft, die Förderung autarker Energieversorgung und die Einsparung von Kohlendioxid-Emissionen die Energiegenossenschaft Untermain aus. Sie wurde 2010 gegründet, hat ihren Sitz in Mönchberg und 263 Mitglieder.

Realisierte Projekte der Genossenschaft sind unter anderem eine Vielzahl von Fotovoltaikanlagen, die Beteiligung am Windpark Großer Wald Hettingen und das Nahwärmenetz in Mönchbergs Ortsteil Schmachtenberg. Die Vorsitzende der Energiegenossenschaft, Martina Römmelt-Fella, nahm die Urkunde entgegen.

Der zweite Preisträger, das Ehepaar Spall, sei auserkoren worden, da beide seit vielen Jahren überzeugte Umwelt- und Naturschützer seien, so der zweite Kreisgruppenvorsitzende Hans Schlowak. Die Familie Spall beweise tagtäglich, dass sie sich nicht nur mit verbalen Bekenntnissen zu ihrer Einstellung stünde, sondern diese lebe. Beispiele dafür seien das überwiegende Heizen, Kochen und Duschen mit nachhaltiger Energie aus Brennholz oder die Mitgliedschaft in der Genossenschaft Bürgerenergie Mömlingen. Bereits in den 1980er-Jahren initiierten die Spalls Aluminiumsammlungen und den Aufbau einer Ameisenschutzwarte.

Am Mittwoch verlieh der Bund Naturschutz im Landkreis den Klimaschutzpreis bereits zum sechsten Mal. Im Rahmen der Preisverleihung hielt Herbert Barthel einen Vortrag zum Thema »Energiewende in Bürgerhand«.

Marco Burgemeister, 28.11.2015

21.7.2015 - GV - Rückblick-Ausblick-Kritik, Main Echo

Die Vorstände Römmelt-Fella (l) und Paulus (r) überreichen dem scheidenden Aufsichtsrat Gerhard Giegerich einen "Reiseführer Erneuerbare Energien".


Wachstum durch Öko-Stromtarif und Dorfheizung

Energiegenossenschaft: Mitgliederzahl um 44 Prozent, Geschäftsanteile um 48 Prozent gestiegen

Mönchberg. Die Einführung eines eigenen Ökostromtarifs und das Nahwärmenetz Schmachtenberg haben der Energiegenossenschaft Untermain (EGU) im vergangenen Geschäftsjahr laut Pressemitteilung einen beachtlichen Zugewinn an Mitgliedern gebracht. Sie zählt nun 268 Genossen.

In der Generalversammlung erfuhren diese, dass sich auch die Bilanzzahlen sehen lassen können. Dennoch votierten die Mitglieder gegen die Ausschüttung einer Dividende.

Viel Überzeugungsarbeit war nötig, um zwei regionale Energieversorger, die emb (Energie Miltenberg-Bürgstadt) und die Stadtwerke Klingenberg, dafür zu gewinnen, einen attraktiven Stromtarif für die Mitglieder der Genossenschaft anzubieten. Mehr als fünfzig Personen und Firmen traten der EGU schon deshalb bei, um von diesem Angebot nur für Mitglieder zu profitieren. Darüber hinaus stiegen viele Mitglieder auf den Ökostromtarif um.

Positive Resonanz

Viel positive Resonanz von Politik und Öffentlichkeit gab es für die Dorfheizung in Schmachtenberg, die seit Herbst vergangenen Jahres am Netz ist. Als »Leuchtturmprojekt der Energiewende« des Landkreises wird das mit heimischen Hackschnitzeln im Altort betriebene Nahwärmenetz bezeichnet. In der zweiten Phase werden mit dem Ausbau des Nordrings der Bauhof und das neue Gewerbegebiet angeschlossen. 2017 soll mit der geplanten Sanierung der Röllbacher Straße der weitere Ausbau geprüft werden. Hierfür wurde ein Fragebogen an mögliche Anschlussteilnehmer verteilt.

800 000 Euro investiert

Dieses Projekt machte mit über 800 000 investierten Euro den Großteil in der Bilanz der Energiegenossenschaft aus. Zudem verschlangen Planung und Administration einen großen Teil der personellen Ressourcen. Gerhard Giegerich schied nach fünf Jahren als Aufsichtsratsvorsitzender aus dem Amt aus. Er freute sich, dass der von der Vorsitzenden Martina Römmelt-Fella vorgeschlagene Kandidat Michael Hinz aus Freudenberg, der als Unternehmenskundenberater der Sparkasse beste Voraussetzungen mitbringt, bei den Mitgliedern auf volle Zustimmung stieß. Auch konnte Giegerich anhand des Prüfungsberichts des bayerischen Genossenschaftsverbands mitteilen, dass die Prüfer der EGU eine einwandfreie Arbeitsweise und tadellose Buchführung bescheinigten.

Positiv war neben der Steigerung der Mitgliederzahlen (plus 44 Prozent) auch die Steigerung der gezeichneten Geschäftsanteile auf 2165: ein Anstieg um 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die fünf Fotovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 328 kW/p erzielten erneut die prognostizierten Einspeisegewinne, die an die genossenschaftlichen Darlehensgeber ausgeschüttet wurden. Weitere Beteiligungen oder das Einkaufen in bestehende Anlagen sind geplant.

Keine Stromvermarktung

In die Stromvermarktung will die EGU aber aus administrativen wie personellen Gründen nicht einsteigen. Auf Nachfrage eines Mitglieds wurde auch verneint, im Bereich Stromspeichertechnologien oder Stromhandel aktiv zu werden, wobei alternative Betreibermodelle wie die Direktvermarktung an Gemeinden durchaus interessant sein könnten. Redaktion

Zahlen und Fakten: Bilanzsumme 2014

Martina Pletschke präsentierte den Jahresabschluss 2014 der Energiegenossenschaft Untermain. Die Zahlen weisen bei einer Bilanzsumme von 1,6 Millionen Euro erstmalig einen Gewinn von 16 000 Euro aus. Damit wurde der Verlustvortrag aus den vergangenen Jahren nahezu ausgeglichen. Die Mitglieder votierten geschlossen dafür, den Gewinn auf neue Rechnung vorzutragen. Redaktion


Unsachliche Panikmache« in Debatte um Windkraft

Energiegenossenschaft: Appell an Bürgermeister

Mönchberg. Die zögerliche Umsetzung des 2011 beschlossenen regionalen Energiekonzepts hat die Energiegenossenschaft Untermain (EGU) auf ihrer Generalversammlung kritisiert.

Unisono bedauerten die Vorstandsmitglieder Karlheinz Paulus und Martina Römmelt-Fella, aber auch Gerhard Giegerich, dass Windkraft ein großes Reizthema in der Bevölkerung sei. Dies wirke sich auch auf das Engagement der Kommunalpolitiker aus.

Schreckensszenario der Gegner

Es bräuchte mehr Bürgermeister wie den Amorbacher Peter Schmitt, der sich konsequent für die regionale Energiewende (selbst gegen Widerstände in der eigenen Partei) einsetzt und an dem Plan, in Boxbrunn Windkraftanlagen mit Bürgerbeteiligung zu realisieren, festhält. »Es kann doch nicht sein«, so Giegerich, »dass alles, was beschlossen wurde, über den Haufen geworfen wird, nur weil die Gegner lauthals ein Schreckensszenario entwerfen.« Karlheinz Paulus zeigte die in Umlauf gebrachten Simulationen der geplanten Windkraftanlagen bei Mainbullau, die die Optik aus Hubschrauberperspektive dramatisieren. Er präsentierte eine Folie, die die tatsächlichen Größenverhältnisse und Sichtachsen von Rüdenau aus darstellt.

Fürstenhaus plant weiter

Fälle von unter Volllast abgebrochenen Rotorblättern bezeichnete er als »unsachliche Panikmache«. Paulus betonte, dass das Fürstenhaus zu Leiningen an den Planungen auf Privatgrund festhalte, und dass er sich wünsche, dass das Projekt Windpark Mainbullau unter einheimischer Beteiligung und nicht nur von nationalen Großinvestoren realisiert wird. Abschließend legte Paulus dar, dass die Wirtschaftlichkeit der Windkraft auch in der Region gegeben ist. Anhand der EGU-Beteiligung am Windpark Großer Wald in Hettingen zeigte er, dass die Einspeisewerte schon zwei Jahre in Folge die Planzahlen übertreffen. Redaktion

6.6.15 - Main Echo Interview mit Prof. Claudia Kemfert

Frau Professor Claudia Kemfert war zu Gast in Kleinostheim

~ die EGU war Unterstützer des Vortragsabends ~


Eine Bürgerenergiewende

Claudia Kemfert: Vor dem Auftritt am Main wirbt Expertin für dezentrale Versorgung

Claudia Kemfert (46), Professorin an der Hertie School of Governance in Berlin, ist eine bekannte Energieexpertin. Die Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hält am Dienstag einen Vortrag in Kleinostheim (Kreis Aschaffenburg).

F: Im schönen Mainviereck sorgen Windräder für erregte Debatten. Ich glaube, den Gegnern geht es gar nicht so sehr um Ökologie und Ökonomie, sondern sie befürchten die Verspargelung der Natur. Was entgegnen Sie ihnen?

Man muss genau schauen, wo man Windanlagen installiert, muss die richtigen Gegenden wählen, um den Naturschutz zu wahren. Andererseits stellt sich die Frage nach der Alternative. Wenn wir die Windenergie nicht ausbauen, müssen wir in Deutschland weiter Kohle- und Atomstrom produzieren. Diese Energieformen sind nicht besonders umweltschonend, bringen Tagebau mit sich oder die Lagerung von Atommüll über Jahrtausende. Eine Windanlage hingegen lässt sich relativ schnell abbauen, wenn man sie nicht mehr braucht.

F: Aber warum holt man nicht den ganzen Windstrom von Anlagen im Meer, wo die Räder niemanden stören und der Wind bläst?

Dazu gehören dann auch Stromtrassen - die sind ja auch nicht immer beliebt! Zum Grundsätzlichen: Da sich das Energiesystem komplett verändert und wir uns künftig vor allem dezentral versorgen wollen, müssen wir den Strom auch vor Ort produzieren. Dazu gehören Windanlagen, Solarenergie und Biomasse. Mittelfristig brauchen wir auch mehr Möglichkeiten zur Speicherung von Energie, eine effizientere Nutzung der Energie - etwa bei Gebäuden - sowie ein kraftvolles Energiemanagement. Das funktioniert alles am besten vor Ort. Trotzdem ist die Offshore-Erzeugung von Wind im Meer nötig, um das Ziel der 80-prozentigen Versorgung aus erneuerbaren Energien im Jahr 2050 zu erreichen.

F: Es bleibt das Problem, dass Wind- und Sonnenkraft wenig nutzen, wenn das Wetter nicht passt. Müssen dann weiter schmutzige Kohlekraftwerke einspringen?

Nein, denn zum einen wird die Versorgungssicherheit der erneuerbaren Energien mittels effektiver Steuerung und Speicherung erhöht. Zum anderen können auch Biomasse-Kraftwerke eingesetzt werden, die mit nachhaltigen Abfallstoffen sehr effizient Strom und Wärme herstellen. Biomasseanlagen können rund um die Uhr im Einsatz sein und sogar auch als Speicher fungieren.

F: Wie weit ist die Speichertechnik gediehen?

Es gibt unterschiedliche Speicher. Zum einen Kurzfristspeicher, die sogenannten Pumpspeicherkraftwerke, für die man Wasser und geologische Voraussetzungen braucht. Dann gibt es Batterien, die aber technisch weiterentwickelt werden müssen, um sie großflächiger einzusetzen. Dazu kommen Möglichkeiten flüssiger Speicherung, etwa die Herstellung von Wasserstoff oder Methan durch überschüssigen Strom. Sie können dieses Gas dann nutzen für Turbinen, Industrie, Mobilität, Gebäude. Auch Wärme und Kraftstoffe können längerfristig als Speichermedium wirken.

F: Die Energiewende wird zwar von vielen Bürgern begrüßt - aber nicht, wenn Stromtrasse oder Windrad vor der Haustür entstehen. Sie, Frau Kemfert, wollen die Bürger »mitnehmen«. Aber wie soll das in allen Fällen klappen? Ohne Belastung Einzelner wird es nicht gehen.

Schon heute haben wir ja eine Bürgerenergiewende: Bürger kaufen beispielsweise eine Solaranlage oder schließen sich in Genossenschaften zusammen, um eine Windanlage zu betreiben. So sorgen sie für über 40 Prozent aller Investitionen in erneuerbare Energien. Man sollte sich auch Kommunen anschauen, die sich schon zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie versorgen. Die erreichen das, indem sie eine breite Transparenz schaffen. Sie zeigen auf, dass dadurch Arbeitsplätze entstehen und die Gemeinde insgesamt profitiert.

Aber man muss immer wieder für das Projekt werben und gegebenenfalls über Kompromisse nachdenken, wenn eine Gemeinde einen anderen Weg wählen will. Das kann über Beteiligungen an Projekten an anderen Orten oder über finanzielle Ausgleichszahlungen geschehen.

F: Politiker wie der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer bremsen die Energiewende, wenn sie Wünsche von Windrad- und Stromtrassengegnern unterstützen. Sie sind ja Politikberaterin. Was würden Sie Seehofer raten?

Bayern hat einen vorbildlichen, transparenten Energiedialog geführt. Die politische Umsetzung in Bayern ist allerdings verbesserungswürdig. Es gibt da einerseits viel Solarenergie, andererseits behindert man den Windausbau. Zum Streit über die Stromleitungen ist zu sagen, dass die Pläne zum Leitungsausbau überdimensioniert sind. Wir zementieren mit diesen Kapazitäten das Stromsystem mit einem hohen Kohleanteil im Westen und Osten. Würde man den herunterfahren, könnte man die Trassen für erneuerbare Energien wie Windstrom aus dem Norden verwenden.

F: Man bräuchte die umstrittenen neuen Stromtrassen gar nicht?

Nicht in dem Umfang und nicht in der Eile, die oft ausgerufen wird. Außerdem könnte man die Kabel auch unter die Erde legen. Erdkabel sollen sehr teuer sein. Man ist technisch weiter. Sie sind nicht mehr so viel teurer.

F: Müsste die deutsche Politik nicht stärker an einem Strang ziehen? Dort setzen sich doch wieder Einzelinteressen durch - etwa die Rettung der Kohle-Arbeitsplätze.

Obwohl die Politiker die richtigen Ziele haben und hinter der Energiewende stehen, bleibt am Ende davon nicht viel übrig. Dann wird beispielsweise ein gelungener Vorschlag wie der von Sigmar Gabriel für eine Klimaabgabe für Kohlekraftwerke von allen Seiten zerredet, auch durch Lobbyismus. Das ist sehr schade. Ich würde mir wünschen, dass stärker die positiven Aspekte der Energiewende betont werden. Hohe Kosten sind durch verminderte Energieimporte bereits vermieden worden. Zudem sind viele Arbeitsplätze durch die Energiewende entstanden. Die Energiewende bietet enorme wirtschaftliche Chancen.

Das Interview führte Claus Morhart


Hintergrund: Kemfert am 9. Juni in Kleinostheim

»Energiewende am Untermain - Sind wir auf dem Holzweg?« lautet der Titel des Abends, bei dem die Berliner Wissenschaftlerin Claudia Kemfert sprechen wird. Ihr Vortrag beginnt am Dienstag, 9. Juni, um 19.30 Uhr in der Maingauhalle in Kleinostheim (Kreis Aschaffenburg). Danach ist Diskussion. Der Eintritt zu der Veranstaltung des Energieforums Miltenberg-Aschaffenburg ist frei. Der eingetragene Verein will eine »nachhaltige regionale Energieversorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien« erreichen. (C.M.)

1.6.15 - Eröffnung Dorfheizung Schmachtenberg - Main-Echo

Offizielle Eröffnung der Hauptstraße Schmachtenberg durch die Honoratioren


Mit Dorfheizung fit für die Zukunft

Energiewende: Schmachtenberger Nahwärmenetz funktioniert - Ortsdurchfahrt nach langer Bauzeit wieder frei

Mönchberg. Fast vier Millionen Euro sind investiert, um Schmachtenberg eine gute Zukunft zu ermöglichen: Eine »Dorfheizung« ist Beitrag zur Energiewende, und der Ausbau von 700 Metern Ortsdurchfahrt mit vorherigem Austausch der maroden Versorgungsleitungen war ein Kraftakt von Kommune und Landkreis. Das wurde am Freitag im kleinen Mönchberger Ortsteil zünftig gefeiert.

Am Valentinushaus neben der Kirche trafen sich auf Einladung der Gemeinde Einheimische und viele Ehrengäste, unter ihnen eine ganze Reihe Bürgermeister. Pfarrer Waldemar Kilb rief zum Miteinander und Füreinander auf, bevor er die Segensgebete sprach. Der Gemischte Chor Schmachtenberg unter Leitung von Eva Maria Völker umrahmte die Feier und ließ unter anderem »Alles geht schnell vorüber« hören.

Zwei Jahre lang Baustelle
Ob das auch die Mitbürger so empfunden haben, wagte selbst Bürgermeister Thomas Zöller zu bezweifeln. Denn Schmachtenberg war zwei Jahre lang eine große, staubige, laute Baustelle. Die Wasserleitung von 1896 und der alte, defekte Kanal in der Ortsdurchfahrt wurden ausgetauschtNahwärme-Rohre verlegt, dann folgte der Straßenbau. Die Dorfbewohner hatten einiges auszuhalten, daraus machte der Rathaus-Chef keinen Hehl. Und nicht alle sind nun zufrieden, wie die Plakate an einem benachbarten Haus zeigen. Zöller: »Da wird es wohl ein gerichtliches Verfahren geben.«

Sein Dank galt allen an den Baumaßnahmen Beteiligten; die Energiegenossenschaft Untermain (EGU) habe beim Installieren des umweltfreundlichen Nahwärmenetzes nicht auf große Gewinne geschielt. Für den kommunalen Teil des Projekts entstünden Kosten von 2,9 Millionen Euro, »1,9 Millionen bleiben bei der Gemeinde hängen.« Zöller freute sich, dass Kostenrahmen und Bauzeit eingehalten wurden und betonte: »Wir haben in den ländlichen Raum und in die Zukunft unseres Schmachtenbergs investiert.«

Von der Notwendigkeit, die Leitungen und den 50 Jahre alten Straßenkörper zu erneuern, berichtete Helmut Hufgard vom Ingenieurbüro Jung (Kleinostheim). Bis auf zwei unvermeidliche Engstellen habe die Ortsdurchfahrt jetzt eine Fahrbahnbreite von 5,50 bis 6,15 Meter mit einseitigem Gehsteig. An Übergängen sind die Bordsteine abgesenkt.

Hackschnitzel statt Heizöl
Karlheinz Paulus (EGU) informierte über das Nahwärmenetz: Zentral geheizt werde mit Hackschnitzeln vorwiegend aus dem Mönchberger Wald, 1.5 Kilometer Leitungen zu über 40 Anwesen seien verlegt, dazu kämen 200 Meter im neuen Gewerbegebiet. Die Anlage sei erweiterungsfähig. Zu den Kosten von rund 900 000 Euro habe es 200 000 Euro Förderung gegeben. Paulus: »Mehr als 60 000 Liter Heizöl werden durch die Nahwärme ersetzt und dadurch über 160 Tonnen Kohlendioxid eingespart.« In rund 15 000 Hektar ungenutztem Privatwald sieht er großes Potenzial, die Energiewende in der Region weiter voran zu treiben.

»Auf Neues einlassen«, so der Appell von Landrat Jens Marco Scherf, der Ideengeber, Kümmerer und Mitmacher würdigte. Mönchberg bescheinigte er: »Sie haben in unsere Heimat investiert.« Auch Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel gratulierte, und Landtagsabgeordneter Hans Jürgen Fahn nannte die Dorfheizung ein Leuchtturmprojekt mit Signalwirkung. »Sie sind ein Vorbild für die Kommunen in der Region!«

Barbara Schmidt

15.4.15 - Gastkommentar: Ja zur Windkraft! - Main Echo

Wir schließen uns der Meinung dieser mutigen Main Echo Redakteurin an.
Der EGU Vorstand


Ja zur Windkraft

Kommentar von Sabine Balleier

Es ist erstaunlich, mit welcher Vehemenz einige Windkraftgegner ihre Argumente gegen den Bau von Rotoren vortragen, wenn diese vor der eigenen Haustür entstehen sollen. Plötzlich ist vom »Exitus« ganzer Ortschaften die Rede, sollten die Einwohner auf Windräder blicken müssen. Doch diese Polemik hilft niemandem weiter; sie ist gefährlich. Auch wenn Windenergie noch Unwägbarkeiten birgt, wir brauchen sie.

Auch vor der eigenen Haustür.

Zum einen, weil Klimaschutz und Energiewende seit Jahren politisch gewollt sind: Keinerlei Widerstand regte sich, als der Kreistag dem integrierten Energie- und Klimakonzept für den Bayerischen Untermain zustimmte. Niemand demonstrierte, als bekannt wurde, dass das Konzept bis 2030 den Bau von 50 Windrädern in den Kreisen Aschaffenburg und Miltenberg vorsieht. Niemand gründete eine Initiative, als niedergeschrieben wurde, der Großteil davon solle zwischen Niedernberg und Eichenbühl stehen. Erst jetzt, da es an die Umsetzung des Beschlusses geht, fallen den Menschen plötzlich jede Menge Gegenargumente ein. Nicht selten klingen die an den Haaren herbeigezogen.

Zweitens aber - und das ist mindestens so wichtig - erfordert ein so großes Ziel wie der Ausstieg aus der Kernenergie mit gleichzeitiger Abkehr von begrenzten und klimaschädlichen Ressourcen wie Kohle, Öl und Gas die Anstrengung der gesamten Gesellschaft, nicht nur eines Teils. Die Menschen rund um Grafenrheinfeld leben seit mehr als 30 Jahren mit einem Atomreaktor vor der Nase. In Nordrhein-Westfalen mussten und müssen für den Braunkohle-Tagebau in Garzweiler II 7600 Menschen umsiedeln, weil ihre Dörfer dem Erdboden gleichgemacht werden.

In Mainbullau und Rüdenau haben sich die Menschen jahrzehntelang an der unberührten Natur erfreut, während anderen Atommüll unter die Füße gelegt wurde. Künftig sollen in diesen Ortschaften etwas mehr als 1000 Einwohner auf ein paar Windräder blicken, die weit von ihnen entfernt stehen und nicht mal für jeden sichtbar sind. Damit leisten diese Menschen einen kleinen Beitrag dazu, dass Strom ein bisschen weniger mit Atom, Kohle & Co. produziert werden muss. Und sie helfen ihren Gemeinden, ein paar Euro zusätzlich einzunehmen - Geld, das wiederum den Bürgern zugute kommt. Das Wohl einer Gemeinschaft erfordert Solidarität, Zugeständnisse, damit es allen besser geht. Die sollten auch die Mainbullauer und die Rüdenauer machen.

Windkraft - ja, bitte!

  • erschienen am 15.04.2015 im Main Echo -
15.4.15 - Bürgerversammlung Mainbullau - Main Echo

Bürgerversammlung: Windkraftgegner machen Stimmung

Bürgerversammlung: Einwände aus Rüdenau dominieren Diskussion in Mainbullau - Befragung schriftlich

Mainbullau.Einwände aus Rüdenau dominieren Diskussion in Mainbullau Wollen die Mainbullauer nun Windräder, oder wollen sie sie nicht? Ein klares Meinungsbild, was die Einwohner des Dörfchens über den möglichen Bau eines Windparks im Wald hinter der Schießanlage denken, gibt es nach der Bürgerversammlung am Montagabend noch nicht. Eines ist aber erneut deutlich geworden: Einige Menschen lehnen die Rotoren ab - und zwar vehement. Den größten Widerstand gibt es aus Rüdenau.

Von Bauchgefühlen befeuert

Wenn das Gespräch derzeit auf Windenergie kommt, kochen bei manchen Menschen die Emotionen hoch. Die Diskussion wird selten rational geführt, sondern von Bauchgefühlen und Ängsten befeuert, die mit Sachargumenten oft nicht auszuräumen sind. So war es auch in Mainbullau, wo der Miltenberger Bürgermeister Helmut Demel und die Stadtverwaltung sich mit massiven Sorgen einiger Zuhörer konfrontiert sahen. Nach ihrer Meinung zur Windkraft wird die Stadt die Mainbullauer deswegen schriftlich befragen - damit sich niemand öffentlich als Windkraft-Befürworter oder -gegner zu erkennen geben muss.

Demel bemühte sich in der Versammlung, auf die bereits in Rüdenau aufgeworfenen Fragen und Bedenken einzugehen und den Zuhörern wertfrei Sachinformationen zu liefern. Auch Karlheinz Paulus und Martina Römmelt-Fella von der Energiegenossenschaft Untermain versuchten, Bedenken auszuräumen. Die Windkraftgegner wollten ihren Darstellungen allerdings keinen Glauben schenken, sondern bezeichneten sie zum Teil als falsch.

Bereits im Vorfeld der Versammlung hatte die Rüdenauer Initiative Pro Naturpark in Mainbullau einen offenen Brief verteilt, in dem sie die Ortsbewohner dazu auffordert, sich gegen den Bau von Windrädern auszusprechen. Die Unterzeichner Leo Bischof, Herbert May und Friedbert Trunk befürchten eine Zerstörung des Landschaftsbildes. In der Versammlung erklärte die ehemalige Rüdenauer Gemeinderätin Ursula Faust, Rüdenau drohe gar der »Exitus«, wenn von dort aus künftig Windräder zu sehen seien. Demels Einwand, Atomkraftwerke seien aber auch keine Lösung, ließ sie nicht gelten.

Applaus für Gegner

Langen Applaus gab es für Wortbeiträge, die Gefahren und Risiken der Windkraft thematisierten: für die Forderung, Windenergieanlagen lieber dort zu bauen, »wo sie hingehören« - auf dem Meer (Heinz Kühne) -, oder für den Vorwurf, die Energiegenossenschaft zerstöre »mutwillig ein wertvolles Naturschutzgebiet« (Ewald Paulus).

Deutlich weniger Beifall fanden Argumente wie der Klimaschutz, der regionale Überlegungen zur Energieversorgung erfordere (Römmelt-Fella), die weitaus erheblichere Naturzerstörung durch Braunkohle-Tagebau (Sean Kervick: »Da verlieren Leute ihre Heimat, weil sie umgesiedelt werden.«), oder die Erinnerung an die Gefahren der Atomkraft (Demel). Karlheinz Paulus brachte es schließlich auf den Punkt: »Wenn woanders die Natur zerstört wird, interessiert uns das nicht. Wir wollen unseren eigenen Balkon frei haben.«

Bürgermeister Helmut Demel vermied es, in der Debatte klar Stellung zu beziehen. »Es gibt sicherlich sachliche Argumente für Windkraft, aber auch dagegen«, sagte er. Er mahnte die Mainbullauer, sachlich zu entscheiden und Ruhe zu bewahren. Sie sollten sich nicht von der Tatsache beeinflussen lassen, dass sie Windräder auf den Grundstücken des Fürsten zu Leiningen nahe dem Ort nicht verhindern können. Wie ernst die Mainbullauer die massive Gegenwehr der Rüdenauer Windkraftgegner nehmen sollten, blieb hingegen am Ende offen.
Sabine Balleier

13.12.14 - Dorfheizung Schmachtenberg in Betrieb - Main Echo

Der Technikwart der Dorfheizung Schmachtenberg, Detlev Henkel, überprüft die Temperatur des Heizkessels. Foto: privat


Vorzeigeprojekt Dorfheizung in Betrieb

Energiewende: Hackschnitzel aus Mönchberger Wald sorgen in Schmachtenberg für warme Stuben

Schmachtenberg. Der Straßenbelag in Schmachtenbergs Hauptstraße glänzt und riecht noch ein wenig nach »neu«. Darunter verbirgt sich neben Wasser- und Kanalrohren, Strom- und Telefonleitungen aber noch etwas, was im Landkreis Miltenberg bislang seinesgleichen sucht: ein Nahwärmenetz.

Ziemlich unscheinbar schmiegt sich laut Pressemitteilung die Heizzentrale der Dorfheizung ans Gebäude der Feuerwehr. Drinnen schnurrt der große 360 Kilowatt starke Kessel. Er wird automatisch mit Hackschnitzeln aus dem Mönchberger Wald gefüttert. Die bestehen aus geraspelten Holzstücken. Gewonnen werden sie aus dicken Äste beim Rückschnitt von Bäumen oder aus Kronenholz.

Pellets wesentlich teurer

Für die Lieferung des Brennstoffs wurde ein Rahmenvertrag zwischen der Gemeinde und den Energiegenossen geschlossen. Zwar könnte man auch Holzpellets verwenden.

Sie sind trockener, brauchen weniger Lagerraum und verursachen fast keine Asche. Doch sind sie wesentlich teurer und empfindlicher, da sie bei geringster Feuchtigkeit aufquellen und zerfallen. Hackschnitzel dagegen können sogar im Freien gelagert werden, ein wichtiger Aspekt für dieses Großprojekt. Die anfallenden Ascherückstände sind unproblematisch zu entsorgen, da nur unbehandeltes Holz verwendet wird.

Vor zwei Jahren stand die Sanierung der Wasser- und Kanalleitungen im Schmachtenberger Ortskern an. Die Leitungen waren gut hundert Jahre alt, entsprechend marode und mit Ablagerungen zugesetzt. So ergab sich die Chance, ein Nahwärmenetz zu installieren, dem ersten im Landkreis. In frostsicherer Tiefe wurden unter der Straße auf 1500 Metern Länge bestens isolierte, zusätzliche Rohre für heißes Wasser gelegt.

Immer noch 75 Grad Celsius

Die Technik funktioniert: Im am weitest entfernten angeschlossenen Haus kommt das Wasser immer noch mit 75 Grad Celsius an. Durch eine kleine Wärmetauschereinheit im Keller erhitzt dieses Wasser Heizungs- oder Brauchwasser im Haus. Das Wasser der Nahwärmeleitung bildet einen geschlossenen Kreis; Keime durch stehendes Wasser oder Verunreinigung sind ausgeschlossen.

Die Energiegenossenschaft hat für Netz und Heizzentrale rund 900.000 Euro investiert. Gefördert wurde das Projekt von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Heizkessel mit 160.000 Euro. Das Nahwärmenetz ist auf bis zu 80 Häuser ausgelegt. Nach der Erweiterung des Gewerbegebiets können auch Betrieb mit Wärme versorgt werden. Neue Anschlüsse können bei der Sanierung der Röllbacher Straße und weiteren Seitenstraßen realisiert werden.

Über 40 Haushalte und Gewerbebetriebe sind angeschlossen oder haben sich einen Anschluss aufs Grundstück legen lassen.

Falls nicht noch ein Kachelofen genutzt wird, können die Teilnehmer ihre Kamine stilllegen. Die Kosten für Schornsteinfeger oder Kaminsanierung entfallen. Außerdem können Heizungsräume oder Heizstofflager anderweitig genutzt werden, marode Heizungsanlagen brauchen nicht mehr repariert, gewartet oder gar ersetzt werden.

Techniker kontrolliert

Bei Temperaturen unter minus 15 Grad springt ein Heizölkessel an. Ein Techniker aus Schmachtenberg kontrolliert den Füllstand von Brennstoff und Asche, ordert Hackschnitzel, prüft die Anlage auf Störungen.

Wenn die Gemeinde (voraussichtlich Anfang nächsten Jahres) zur offiziellen Eröffnung der sanierten Hauptstraße einlädt, wird die Energiegenossenschaft die Heizzentrale der Öffentlichkeit demonstrieren und erklären.

Ein Schmachtenberger Bürger wird in seinen Keller einladen, um Einblick in die Technik zu gewähren und von seinen ersten Erfahrungen mit der Dorfheizung zu berichten. Die Energiegenossenschaft hofft, dass dieses Projekt Nachahmer in der Region findet.Redaktion

3.12.14 - EGU Ökostromtarif geht an den Start - Main Echo

Martina Römmelt-Fella, EGU Vorstand, und Reinhold Keller, Geschäftsführer EMB-Energieversorgung Miltenberg-Bürgstadt, nach der Vertragsunterzeichnung


Regionalen Ökostromtarif besiegelt Elektrizität: Angebot der Energiegenossenschaft Untermain für Mitglieder - EMB und Stadtwerke im Boot

Mönchberg - Ab sofort bietet die Energiegenossenschaft Untermain (EGU) über zwei regionale Stromversorger - Energieversorgung Miltenberg-Bürgstadt (EMB ) und Stadtwerke Klingenberg - einen regionalen Ökostromtarif an.

Beim EGU-Tarif, der laut Pressemitteilung bis Ende 2015 festgeschrieben ist, liegt der Arbeitspreis bei 0,24 Euro pro Kilowattstunde (brutto) bei einem jährlichen Grundpreis von 58,55 Euro. Der Grundpreis kann wegen der unterschiedlichen Netzentgelte der regionalen Netzbetreiber von Ort zu Ort variieren.

Projekte anstoßen

EMB-Geschäftsführer Christoph Keller erläuterte, dass künftig gemeinsame Projekte im Bereich erneuerbare Energien angestoßen werden sollen. »Hier sind wir mittendrin in den Vorbereitungen und Planungen«, so Keller.

Auch Jochen Pobloth von den Stadtwerken Klingenberg fiel die Entscheidung für einen gemeinsamen Tarif leicht. »Unser Portfolio wird durch den EGU-Tarif um eine attraktive Variante erweitert. In Zukunft möchten wir auch den regional erzeugten Strom direkt an unsere Kunden liefern. Das ist aber auf Grund der komplizierten Netzregularien momentan noch nicht möglich.« Für beide Energieversorger gilt: ein wechselwilliger Kunde muss sich um nichts kümmern. Die Ab- oder Ummeldung zum neuen EGU Tarif wird von den Versorgern abgewickelt. Einzige Voraussetzung: Der Kunde muss Mitglied bei der EGU sein oder werden.

Eine Genossenschaft ist per Definition auf das Allgemeinwohl ihrer Mitglieder ausgerichtet. Jedes Mitglied hat in den Versammlungen nur eine Stimme, egal wie viele Anteile es hält. Die Energiegenossenschaft Untermain bietet Bürgern die Möglichkeit, sich an Projekten zu beteiligen, wobei die Anteile mit gerade einmal 100 Euro bewusst niedrig festgelegt wurden.

Mit dem eigenen Stromtarif für die EGU-Mitglieder wird die Idee nun weiter gestärkt, da hier regionale Anbieter Strom aus ökologischen Quellen zum Sondertarif anbieten. Der TÜV-zertifizierte Tarif zeichnet sich nicht nur durch die Nutzung erneuerbarer Energiequellen aus, sondern ist darüber hinaus noch günstiger als die Grundtarife der Netzbetreiber. Die Energiegenossenschaft erhofft sich durch dieses Angebot einen Zulauf an neuen Mitgliedern. Je breiter die Mitglieder-Basis, desto mehr Projekte können realisiert werden.

Sonne, Wind, Nahwärme

Bislang umfasst das Projektportfolio der EGU mehrere Fotovoltaikanlagen, eine Windparkbeteiligung, sowie das gerade fertiggestellte Nahwärmenetz Schmachtenberg. Weitere Projekte sollen die Beteiligung an einem Holzpelletwerk sowie weitere Beteiligungen an Windparks und Fotovoltaikanlagen der Region umfassen.

Die EGU-Vorsitzende Martina Römmelt-Fella: »Durch eine breite Bürgerbeteiligung an unseren Projekten kann zukünftig mehr grüner Strom regional produziert werden, welcher wiederum in den Strompool des EGU-Tarifs einfließen wird. Dadurch wird die zukünftige Energieversorgung nachhaltig planbar, ökologisch sinnvoll und für den Endkunden preisgünstig gestaltet sein.« Redaktion

Hier direkt zu Informationen über den Tarif und dem Anmelde-Formular

4.11.14 - Bürgerversammlung Breitenbuch - Main Echo

Stellen sich den Bürgerfragen zum Windkraftausbau in Breitenbuch (von links): Karlheinz Paulus, Guido Böss und Reinhold Koch. Foto: Marco Burgemeister


Windpark: Breitenbucher haben Angst vor Lärm und Kosten
Kein Konsens bei der Bürgerversammlung

Die Breitenbucher Bürger sind geteilter Meinung, was den Ausbau von Windkraftanlagen auf ihrer Gemarkung betrifft. Das hat die Bürgerversammlung am Donnerstag im Dorfgemeinschaftshaus gezeigt.

Breitenbuch. Bürgermeister Stefan Schwab informierte die Versammlung, dass die Bayerische Staatsregierung plant, bis zum Ende des Jahres einen Beschluss zur sogenannten 10H-Regelung auf den Weg zu bringen. Das bedeutet, dass der Abstand einer Windkraftanlage von der nächstgelegenen Wohnbebauung das zehnfache der Höhe (Mast plus Radius des Rotors) betragen muss. Von dieser Regelung kann abgewichen werden, wenn ein Konsens mit den Bürgern erreicht wird.

Karlheinz Paulus, Vorstandsmitglied bei der Energiegenossenschaft Untermain (Mönchberg) sowie Guido Böss, Geschäftsführer der HSE Regenerativ (Darmstadt) stellten die Projektierung von Windkraftanlagen in Breitenbuch anhand der gleichen Präsentation wie in der Gemeinderatsitzung am 17. Oktober vor. Allerdings wurde der Inhalt in einigen Punkten aktualisiert.

Kern der Projektierung sind die drei Varianten zur Ansiedlung von Windkraft. Die Erste nennt sich »Windpark Breitenbuch, Ober Wald« und besteht aus vier Anlagen. Variante zwei ist der »Windpark Breitenbuch, Unter Wald« und beinhaltet sieben Windräder. Beide Varianten halten die 10H-Regelung ein. Schließlich besteht als dritte Variante die Möglichkeit eines Bebauungsplans, den die Gemeinde aufstellen müsste - Bürgerkonsens vorausgesetzt. Dann könnten solche Anlagen auch mit einem Abstand von nur 1200 Metern von der Wohnbebauung entstehen.

Freie Auswahl möglich

Paulus und Böss erläuterten die Vorteile: Es besteht eine relativ freie Auswahl von Anlagentypen und Standorten, gleichzeitig könnten die übrigen Flächen in der Gemeinde ausgeschlossen werden. Die Fragen der Bürger waren vielfältig, unterbrachen mehrfach die Ausführungen der Referenten und führten teils zu Grundsatzdiskussionen.

Auf die Frage nach dem Geräuschpegel bei breiteren Rotorblättern antwortete Böss, dass es lauter werde. Die eingeworfenen Fragen wurden kritischer: »Warum schreibt die HSE Regenerativ immer rote Zahlen?«, wollte eine Frau wissen. Guido Böss erklärte, dass zunächst viel Geld in die Anlagen investiert werden müsse. »Ich schaue also aus meinen Dachfenstern und sehe in jeder Richtung Windräder?«, provozierte eine andere Bürgerin. Wenn beide Windparks verwirklicht würden, dann ja, gaben die Planer zu. Außerdem wurde Angst vor den Beteiligungsmodellen geäußert, die Insolvenz der Firma Prokon als Beispiel angeführt. Paulus antwortete, dass dies kein Vergleich sei, da die Energiegenossenschaft - wie der Name schon suggeriere - auch als solche gelte, eine andere Geschäftsform als Prokon.

Privilegierte Bauvorhaben

Schwab wies nochmals darauf hin, dass bei den ersten beiden Varianten niemand die Ansiedlung von Windkraftanlagen verhindern könne, weder Bürger noch Gemeinde, da es sich um privilegierte Bauvorhaben handle. »Gegen einen überwiegenden Widerstand werden wir keine Anlagen bauen«, konstatierte Paulus. Der Gemeinde liegt auch eine Unterschriftenliste gegen die Ansiedlung von Anlagen vor.

Aber es gibt auch positive Stimmen: Energiewende voranbringen, die Nutzung von regenerativen Energien fördern, so die Argumente der Befürworter. Andere sehen, dass sie von Flächenverpachtung und Beteiligung profitieren. Ein Konsens mit den Bürgern wurde am Donnerstag aber nicht erreicht.

Marco Burgemeister

28.10.14 - Der steinige Weg zum Windrad in Amorbach - Main Echo

(Auf einer vom Sturm freigeschlagenen Fläche im Felgenwald legt Franz Graf zu Erbach-Erbach einen Aussichtshügel an. Der Blick der Besucher wird künftig aber nicht nur über den Odenwald und die bayerische Landesgrenze, sondern auch an den sechs Windrädern vorbeischweifen, die auf hessischer Seite entstehen. Foto: Sabine Balleier)


Energiewende: Die Pläne für die Windkraftnutzung im bayerischen Odenwald kommen seit Jahren nicht voran. Während die Hessen Baurecht schaffen, machen es die Gesetze den Kommunen auf der anderen Seite der Landesgrenze schwer.

Der steinige Weg zum Windrad

Energiewende: Stadt Amorbach und Energiegenossenschaft kämpfen im Genehmigungsverfahren mit Widrigkeiten

Wie Amorbach und die Energiegenossenschaft mit Widrigkeiten kämpfen Für die Windkraftpläne der Kommunen im bayerischen Odenwald wird es eng. Die Stadt Amorbach will Baurecht schaffen, bevor die Änderung des Kapitalanlagegesetzes greift (siehe Interview).

Im Amorbacher Stadtrat, das zeigte sich in der jüngsten Sitzung, ist der Frust über Münchener Politik und gesetzliche Vorgaben groß. Seit 2011 stehen die Pläne für vier Windräder auf der Odenwaldhöhe bei Boxbrunn im Raum - damals noch als Bauvoranfrage der Energiegenossenschaft Untermain (EGU). Doch das einzige, was sich in Bälde drehen wird, sind die sechs Rotoren im Felgenwald zwischen der hessischen Landesstraße 3349 und der bayerischen Landesgrenze. Sechs sind geplant, drei davon bereits genehmigt, drei im Genehmigungsverfahren, erklärt Thomas Pollakowski, Geschäftsführer der Untermain Wind Energie, einer von der EGU zur Projektentwicklung gegründeten Gesellschaft.

Die bayerischen Windräder hätten sich einen Steinwurf entfernt im selben Wald genau auf der anderen Seite der Landesgrenze drehen sollen. Doch das geht nun nicht mehr. »Wir mussten umplanen«, erläutert Pollakowski. »Die Anlagen in Hessen nehmen uns den Wind weg.« Deswegen rücken die EGU-Windräder nun etwas weiter nach Osten, in Richtung Sansenhof. Von den optimalen Höhenlagen, auf denen der Wind am stärksten weht, sind sie damit ein Stück weit entfernt. »Der Windertrag wird aber ähnlich sein«, meint Pollakowski.

Hessen hat Bayern überholt

Dass die Hessen ihre bayerischen Nachbarn bei der Windradplanung im Felgenwald inzwischen überholt haben, liegt vor allem daran, dass alle Standorte im Naturpark liegen. Während das für die Hessen allerdings kein Genehmigungshindernis darstellte, sind den Bayern nach wie vor die Hände gebunden. Bereits im April 2013 hatte die Stadt Amorbach beantragt, Flächen als Windkraft-Standorte aus dem Naturpark herauszulösen. Doch erst Ende Juli dieses Jahres hat der Bezirkstag in Würzburg beschlossen, das dafür erforderliche Zonierungskonzept erarbeiten zu lassen.

Zwar hat Bürgermeister Peter Schmitt von der Regierung von Unterfranken die Aussage erhalten, das Verfahren lasse sich problemlos durchführen. Trotzdem geht Thomas Pollakowski davon aus, dass es sich über Monate hinziehen könnte. EGU und die Kommunen im bayerischen Odenwald haben deswegen keine Möglichkeit, schnell Baurecht zu schaffen und den Seehofer-Plänen zuvorzukommen. Bis zum Abschluss des Zonierungsverfahrens könnte 10 H also längst beschlossene Sache sein - es sei denn, die CSU-Landesregierung überlegt es sich noch anders.

» Die Norm 10 H existiert bislang nur im Kopf eines 1,94 Meter großen Riesen. « Bernd Schötterl, FWA-Stadtrat

Die Energiegenossenschaft Untermain will ihre Windrad-Pläne in Boxbrunn dennoch weiterverfolgen. Und auch die Stadt Amorbach zieht trotz Bedenken mit - auch wenn die Abstandsregel ein Risiko darstellt. Mit der nämlich bekäme die Nachbargemeinde Weilbach nach jetzigem Stand der Dinge ein Mitspracherecht für die Rotoren auf Amorbacher Gebiet. Aus Sicht von FWA-Sprecher Bernd Schötterl wäre es aber geradezu rechtswidrig, die Planungen jetzt wegen eines noch nicht klar umrissenen Gesetzesvorhabens zu stoppen.

»Keine Zeit verlieren«

»Aber wir sollten wegen 10 H keine Zeit verlieren«, sagt Bürgermeister Peter Schmitt - und mit Blick auf das Zonierungsverfahren: »Endlich bewegt sich mal was in die Richtung, in die wir wollen.« Aus diesem Grund hat der Stadtrat sich einhellig dazu entschlossen, dem Vorschlag der Energiegenossenschaft zu folgen und für die möglichen Windkraftflächen einen Bebauungsplan auf den Weg zu bringen. Der Beschluss darüber soll in der nächsten Stadtratssitzung fallen. Die EGU bringt derweil die artenschutzrechtliche Prüfung auf den Weg und macht sich Gedanken um Einspeisemöglichkeiten ins Stromnetz. Geht alles glatt, rechnet die Genossenschaft damit, dass der Bau der vier Windkraftanlagen 2016 beginnen kann.

Sabine Balleier


Hintergrund: Die 10-H-Regelung

Der Gesetzesentwurf der Staatsregierung zur Änderung der Bayerischen Bauordnung sieht vor, dass Windkraftanlagen nur noch dann als privilegierte Vorhaben gelten, wenn der Mindestabstand zur Wohnbebauung dem Zehnfachen der Rotorhöhe entspricht. Abgekürzt wird dies mit der Formel 10 H. Ausgenommen von der Regel sollen dem Entwurf vom Mai dieses Jahres zufolge nur Anlagen sein, für die vor dem 4. Februar 2014 eine Baugenehmigung beantragt wurde. Die Privilegierung bedeutet, dass die beteiligte Kommune für den Bau eines Windrads im Außenbereich keinen Bebauungsplan aufstellen muss. Für künftige Vorhaben wird dieser mit Inkrafttreten der 10-H-Regelung erforderlich. Dann allerdings müssen auch benachbarte Gemeinden den Festsetzungen des Bebauungsplans zustimmen.

Die Staatsregierung begründet ihren Vorstoß im Entwurf damit, dass sich eine »klare Abstandsregelung« auf die Gegner der Windkraft »befriedend« auswirken könne. Die Energiewende könne nur gelingen, wenn die Bevölkerung entsprechende Maßnahmen mittrage. »Ein Ausbau gegen den Willen der Bevölkerung ist nicht sachgerecht«, heißt es.

Bei Experten stößt das Gesetzesvorhaben der Staatsregierung allerdings auf Widerstände. Die Pressestelle des Bayerischen Landtags berichtet aus einer Anhörung im Wirtschaftsausschuss Anfang Juli, elf der zwölf Experten aus kommunalen Spitzenverbänden, Umweltschutzverbänden, Wirtschaft und Forschung hätten sich gegen 10 H ausgesprochen. Häufigste Argumente: Flächen für die Nutzung von Windenergie werden vermindert, und die geltenden Regelungen seien ausreichend. Franz Dirnberger, Direktor des Bayerischen Gemeindetags, sagte, viele Kommunen hätten nach dem Beschluss zur Energiewende 2011 aufwendige Konzepte erarbeitet, die durch die neue Regelung obsolet würden. (Sabine Balleier)

28.10.14 - Main Echo Interview mit EGU Vorstand Karlheinz Paulus

»Für kleine Genossenschaften wird es immer schwieriger«

Karlheinz Paulus: Widrigkeiten bei Windräder-Planung

Kreis Miltenberg. Seit einigen Jahren versuchen die Odenwald-Kommunen im Kreis Miltenberg, gemeinsam mit der Energiegenossenschaft Untermain (EGU) den Bau von Windrädern zur Energieerzeugung voranzutreiben. Doch noch immer gibt es keine einzige Genehmigung. EGU-Vorstand Karlheinz Paulus spricht im Interview über die schwierige Gesetzeslage.

Herr Paulus, 2011 haben die Kommunen am bayerischen Untermain das integrierte Energie- und Klimaschutzkonzept auf den Weg gebracht haben, das ausdrücklich auch die Nutzung von Windenergie vorsieht. Aber der Bau von Windrädern ist seitdem nicht einfacher geworden, oder?
Nein, der erste Boom, der nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima entstanden ist, ist vorbei. Uns stehen bei der Planung von Windkraftanlagen im Wesentlichen drei Punkte entgegen: die Lage im Naturpark Bayerischer Odenwald und das schwebende Zonierungsverfahren, die von Ministerpräsident Horst Seehofer geplante 10-H-Regelung zum Mindestabstand sowie eine Änderung des Kapitalanlagegesetzes.

Wie beeinflusst Sie das Kapitalanlagegesetz?
Wir dürfen uns als Genossenschaft nicht mehr an Windrädern anderer Gesellschaften beteiligen, sondern müssen sie selbst betreiben. Das heißt, wir müssen selbst die Mehrheit der Anteile halten - bei einer Investition von fünf Millionen Euro für ein einziges Windrad. Diese Summe darf jetzt keine Gesellschaft mehr aufbringen, in der die Windräder vier Eigentümern gehören. Wir müssen Windparks wie den geplanten bei Boxbrunn aufstückeln. Für kleine Genossenschaften wird es immer schwieriger, Windräder zu betreiben.

Während der Bezirkstag beim Zonierungsverfahren in Ihrem Sinne entschieden hat, sieht das bei der geplanten Abstandsregel 10 H anders aus. Welche Auswirkungen hat sie auf die Windkraftpläne in der Region?
Es gibt hier kaum Flächen, die nicht unter die Abstandsregel fallen und unkompliziert zu bebauen wären. Ein Standort im Odenwald und ein paar Standorte im tiefsten Spessart wären noch möglich, aber da gäbe es Probleme, den erzeugten Strom einzuspeisen. Es gibt dort keine Infrastruktur. Für die Flächen, die unter 10 H fallen, müssen die Gemeinden künftig Bebauungspläne aufstellen. Und die Nachbarkommune muss ebenfalls gehört werden. Die Frage ist für mich noch: Wie groß ist ihr Einfluss?

Ist es denkbar, dass die Nachbarn Vetorecht bekommen?
Es gab eine Expertenanhörung, in der zur Sprache gekommen ist, dass eine Vetomöglichkeit wahrscheinlich planungsrechtlich nicht machbar ist. Inzwischen haben auch viele CSU-Bürgermeister wegen der 10-H-Pläne in München interveniert. Vielleicht gibt es deswegen Zugeständnisse nach unten. In diesem Thema geht ein Riss durch die CSU.

Seehofer sagt, er wolle mit der 10-H-Regel die Windkraftgegner besänftigen. Aber nach Fukushima gab es auch hier in der Region Proteste gegen die Kernkraftnutzung, und die Bundesregierung hat Atomausstieg und Energiewende beschlossen. Das ist doch ein politischer Auftrag. Darf sich Bayern dem verschließen?
Natürlich ist das ein politischer Auftrag, aber es geht um einen Milliardenmarkt. Das muss man auch sehen. Strom wird heute zu 25 Prozent mit erneuerbaren Energien produziert, aber die vier großen Energieversorger sind nur mit fünf Prozent an den Anlagen beteiligt. Die werden alles tun, um ihre Marktanteile nicht weiter zu verlieren. Zum Beispiel wird in der Öffentlichkeit geschickt vermittelt, dass die Kostenexplosion beim Strom auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zurückzuführen ist. Dabei treibt der Bau neuer Kraftwerke die Preise auch in die Höhe, aber das wird in keiner Diskussion so dargestellt.

Wären die Windparkpläne im Odenwald denn ohne 10 H und Kapitalanlagegesetz weiter?
Nein. Wir konnten ein Jahr lang nichts machen, weil eine Analyse des Landschaftsbilds fehlte. Sie soll eine Handreichung dafür sein, welche Standorte für Windkraftanlagen geeignet sind. Aber sie liegt seit einem Jahr im bayerischen Umweltministerium und wird nicht rausgerückt. Die Regierung von Unterfranken hat ebenfalls darauf gewartet. Jetzt macht sie die Analyse selbst.

Sie stehen mit den Windrädern bei Boxbrunn unter Zeitdruck und empfehlen den Kommunen, schnell zu handeln. Warum?
Weil die Einspeisevergütung nach aktuellem Stand des EEG nur noch bis 2016 gesichert ist. Danach können wir nur noch Strom einspeisen, wenn wir uns an einem Ausschreibungsverfahren beteiligen. Die Bundesregierung schreibt dann beispielsweise aus, dass 1000 neue Windräder ans Netz gehen sollen. Wir können uns dann bewerben. Wer den billigsten Strom produzieren kann, bekommt den Zuschlag. Und da könnte es passieren, dass ich als kleiner Betreiber in die Planung investiert habe und bei der Vergabe leer ausgehe.

Als kleiner Betreiber kann ich in dem Verfahren nicht mithalten, wenn ich nur einen Windpark habe. Bislang hat uns das EEG ermöglicht, in den Bau von Windrädern zu investieren, weil wir auf 20 Jahre verlässliche Einnahmen hatten.

Die vier Windräder bei Boxbrunn werden aber nicht bis 2016 fertig sein, oder?
Wir werden erst 2016 mit dem Bau beginnen können.

… und stoßen dann wegen der Ausschreibung wieder auf Probleme?
Wenn die Anlagen bis 2016 genehmigt wären, hätten wir auf jeden Fall eine Chance. Deswegen müssen die Kommunen sich zügig um Flächennutzungspläne und Bebauungspläne kümmern. Wir müssen ja auch noch ein Jahr lang Flora und Fauna in der Umgebung untersuchen. Deswegen wäre es gut, wenn die Aufstellung des Flächennutzungsplans bis zum Jahresende beschlossen wäre.

Sabine Balleier

11.10.14 - Vortrag mit Franz Alt in Mönchberg - Main Echo

Photo (prv.): Der Vorstand des Vereins Energie Mönchberg (Veranstalter) mit Franz Alt und den EGU Vertretern Karlheinz Paulus (Podiumsteilnehmer) und Andrea Stahl (Moderation)


Mit Sonne das Schlimmste verhüten

Energiewende: Franz Alt plädiert bei Podiumsdiskussion in Mönchberg für Nutzung regenerativer Quellen

Mönchberg. Wie kann die Energiewende auf regionaler Ebene erfolgreich sein? Zu dieser Frage hatte der Verein Energie Mönchberg zu einer Podiumsdiskussion am Mittwochabend in die Sport- und Kulturhalle geladen. Zuvor referierte Franz Alt vor knapp 250 Zuhörern unter häufigem Beifall darüber, »warum uns die Energiewende zu Gewinnern macht«.

Warum uns die Sonne zu Gewinnern macht, erklärt Franz Alt den Teilnehmern vor der Podiumsdiskussion zum Thema Energiewende in Mönchberg. Foto: Heinz Linduschka Alt brach eine Lanze für den Einsatz regenerativer Energien, unterlegte seine Argumente mit Fotos und Statistiken und bot einen Mix aus emotionalen Appellen, Zahlen und Vergleichen. Er schreckte auch nicht vor oft holzschnittartigen Verkürzungen zurück. Der Vorteil dabei: Seine Thesen waren klar herausgearbeitet und blieben im Gedächtnis. Der Nachteil: Differenzierungen blieben manchmal auf der Strecke. Ob man beispielsweise die weltweit stark steigenden Flüchtlingszahlen tatsächlich monokausal mit der Erderwärmung erklären kann, ist wohl zweifelhaft.

Verantwortung des Einzelnen Mit Sätzen wie »Unsere Enkel werden uns einmal verfluchen« und »Es gibt in unserem Sonnensystem keine zweite Erde« appellierte Alt an die Verantwortung des Einzelnen. Die Versicherung, die Sonne könne die »Energiefrage für alle Zeit lösen«, setzte er gegen den »Schwachsinn, stattdessen Öl aus Arabien, Gas aus Sibirien und Kohle aus Südafrika« zu importieren. Die Energiewende schaffe und sichere in Deutschland Arbeitsplätze, wenn nicht Politiker wie Wirtschaftsminister Gabriel oder Ministerpräsident Seehofer die Entwicklung hemmten. Beifall bei der Aussage, Seehofer übertreffe mit seinen Volten »alle alten DDR-Wendehälse«. Alt machte auch Mut: »Noch haben wir die Chance, mit Hilfe der Sonne das Schlimmste zu verhindern.«

Gegen seinen Satz »Jeder Gegner eines Windrads fördert die nächsten Kriege« allerdings verwahrten sich mehrere Zuhörer, darunter Andreas Rinner, Vorsitzender der Bürgerinitiative Zukunft Mönchberg. Unterstützung erhielt Alt von Landrat Jens Marco Scherf, der von einer »kleinen Zuspitzung« sprach und das zentrale Thema des Abends wieder in den Fokus rückte.

Scherf verwies auf das »Integrierte Energie- und Klimaschutzkonzept am Bayerischen Untermain« mit 41 Maßnahmen. Diese seien konsequent abzuarbeiten, wie etwa das Solarkataster mit Speichertechnik fertigzustellen und den Anteil des ÖPNV drastisch zu erhöhen.

Ziel: lokale Autarkie

Karlheinz Paulus, Vorsitzender der Energieagentur Bayerischer Untermain, formulierte in Kurzform, worum es im Kern geht: »Wir müssen 50 Prozent Energie einsparen, einen intelligenten Energiemix finden, und die Kommunen müssen zusammenarbeiten. Dann können wir Autarkie mit regenerativen Energien erreichen.«

Bei der anschließenden Diskussion unter der konsequenten Moderation von Andrea Stahl ging es tatsächlich um diese Energiewende vor Ort - eines der Ziele des Vereins Energie Mönchberg. Dessen Vorsitzender Joachim Zöller meinte mit einem klugen Energiemix »mit Solarenergie, einem Windrad und einer kleinen Biogasanlage« könne Mönchberg die Energieautarkie erreichen.

Dem widersprach auch Andreas Rinner nicht, obwohl er sich gegen Windräder im Spessart aussprach und betonte, man müsse auch bei regenerativen Energien immer auf die Effizienz achten. Dem pflichteten einige Zuhörer bei. Auch Franz Alts These »Menschen machen nur bei ökonomischem Anreiz mit«, war ein Plädoyer für effektiven und lohnenden Einsatz regenerativer Energie. Für Alt allerdings spielt Energie durch Windkraft neben der Sonne eine unverzichtbare Rolle, da sie nun mal auf kleiner Fläche den größten Ertrag bringe.

Am Ende waren noch viele Fragen offen, aber immerhin schien die Vision von Bürgermeister Thomas Zöller nicht ganz unrealistisch: »Wir wollen Mönchberg energieautark machen.« Heinz Linduschka

Verein Energie Mönchberg im Internet: www.energie-moenchberg.de


Hintergrund zur Person: Franz Alt

1938 wurde Franz Alt im badischen Untergrombach geboren. Er studierte in Freiburg und Heidelberg politische Wissenschaften, Geschichte, Philosophie und Theologie und promovierte 1967 mit einer Arbeit über Konrad Adenauer. 1968: Beginn seiner journalistischen Arbeit als Reporter und Redakteur beim Südwestrundfunk. 1972 bis 1992 leitete und moderierte er das politische Magazin »Report« in der ARD, anschließend weitere Magazine. Seit 2003 schreibt Franz Alt Gastkommentare und Hintergrundberichte für über 40 Zeitungen und Magazine, hält weltweit 200 Vorträge pro Jahr und berät Konzerne und Regierungen auf der ganzen Welt in Energiefragen. (hlin)

Weitere Informationen zu Franz Alt unter www.sonnenseite.com

24.6.14 - EGU Generalversammlung - Main Echo

Energiegenossenschaft schüttet über 10 000 Euro aus

Jahresbilanz: Verband am Untermain investiert in Nahwärme für Schmachtenberg und regionale Windparks - Fotovoltaikanlagen werfen Gewinn ab

Mönchberg - Das Thema Dorfheizung Schmachtenberg war eines der zentralen Themen bei der Jahresversammlung der Energiegenossenschaft Untermain im Alten Obstkeller in Mönchberg. In dieses Projekt wurde im vergangenen Jahr mit Abstand am meisten investiert, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes.

Vorstandsmitglied Karlheinz Paulus informierte über den Baufortschritt und den Stand der Verhandlungen mit regionalen Dienstleistern, die die Anlage und die Übergabestationen warten werden. Wichtiger Aspekt des Nahwärmenetzes ist die Beschickung der Anlage mit heimischen Hackschnitzeln. Hierzu wurde mit der Gemeinde Mönchberg verhandelt, die neben Resthölzern aus den gemeindeeigenen Wäldern ab August auch Holzhackgut aus Straßen- und Flurarbeiten an die Energiegenossen veräußern wird.

Paulus warb für einen sinnvollen Energiemix der Aktivitäten. Im Bereich Windkraft sei durch das Hin und Her der Entscheider in München wie Berlin die momentane Unsicherheit durch fehlende Planungssicherheit sehr groß. Die Beteiligung der Energiegenossenschaft am Windpark Großer Wald in Hettingen wurde allerdings wie geplant im vorígen Jahr umgesetzt, und die Erträge des mittlerweile am Netz befindlichen Windpark überträfen bereits die geplanten Werte. Die Realisierung der geplanten Windkraftanlagen in Boxbrunn sei ebenfalls weiter vorangetrieben worden. Die Untersuchungen, die zum Start des Zonierungsverfahrens Windkraft notwendig sind, seien abgeschlossen.

Die Erträge der insgesamt fünf Fotovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 328 Kilowattpeak warfen - trotz der relativ wenigen Sonnenstunden im vorigen Jahr - über 10 000 Euro Überschuss ab, die an die genossenschaftlichen Darlehensgeber ausgeschüttet wurden. Eine größere Beteiligung an einer weiteren Solaranlage im Landkreis Aschaffenburg ist für dieses Jahr geplant.

Vorstandsmitglied Martina Römmelt-Fella stellte die Pläne vor, gemeinsam mit einem regionalen Energieversorger einen attraktiven Stromtarif für die Mitglieder der Genossenschaft anzubieten. Außerdem berichtete sie vom neugegründeten Landesnetzwerk Bayerische Bürgerenergie, das vor allem die Interessen der inzwischen über 240 bayerischen Energiegenossenschaften und privaten Energieerzeuger bündeln soll.

Positiv hat sich die Mitgliederzahl der Energiegenossenschaft entwickelt. Von 120 vor einem Jahr liegt der aktuelle Stand nunmehr bei 187. Gerade in Schmachtenberg war ein großer Zuwachs zu verzeichnen, da hier die Anschlussteilnehmer am Nahwärmenetz auch Mitglied in der Genossenschaft werden. Mit Urban Priol und Frank-Markus Barwasser sind zwei prominente Neuzugänge dabei.

Thomas Pollakowski berichtete über die neugegründete Tochtergesellschaft Untermain Wind Energie. Diese übernehme die Planungen von Windkraftanlagen der Genossenschaft und unterstütze die benachbarte Energiegenossenschaft Odenwald auf hessischer Seite bei den Planungen im Odenwaldkreis. Er wies darauf hin, dass die Arbeit der UWE durch die veränderten Rahmenbedingungen schwieriger geworden sei und gerade die Umweltauflagen sehr zeit- und kostenintensive Planungen bedingen würden. Redaktion

27.5.14 - Schnipsel von der Michaelismesse - Main-Echo

Aus dem Artikel über das Dorffest in Mainbullau:

Kleines Dorf in Feierlaune

<...>

Auf Energie-Schnitzeljagd

Am Samstagmittag zog es auch Landrat Jens Marco Scherf mit Bürgermeister Helmut Demel und ein paar Miltenberger Stadträten nach Mainbullau. Dort eröffneten sie am Mittag in der Scheune der Familie Paulus die Energie-Ausstellung. Neben einer Energie-Schnitzeljagd der Energiegenossenschaft Untermain präsentierte das Energieforum Miltenberg-Aschaffenburg zusammen mit der Energieagentur Untermain eine Wanderausstellung zum Thema Energiedreisprung. Anhand von Schautafeln und interaktiven Elementen wurden den Besuchern die drei wichtigsten Knackpunkte der regionalen Energiewende, nämlich vermehrtes Energiesparen, verbesserte Energieeffizienz und zunehmender Einsatz erneuerbarer Energien gut verständlich vermittelt.

Beim Elektroauto, das vor der Halle stand und in das er sich hineinsetzte, interessierten den Landrat Reichweite und Preis für privat und dienstliche Fahrzeuge. Weiter stellten die Firmen Schnellbacher und Forst-Profi ihre Maschinen und Fahrzeuge aus.

<...>

6.5.14 - Infoabend Dorfheizung Schmachtenberg - Main Echo

60 Bürger lassen sich beim Infoabend über den Planungsstand des Nahwärmeprojekts in Schmachtenberg informieren.-Photo:prv

Heißes Wasser ab Mitte September

Versorgung: Projekt Dorfheizung der Energiegenossenschaft Untermain geht in Schmachtenberg in entscheidende Phase Schmachtenberg

Nachdem Wasser- und Kanalsanierung in Schmachtenbergs Altort gut voranschreiten, die Gehwege angelegt werden und die Asphaltiermaschinen für den Straßenbelag nun doch Mitte Mai anrücken sollen, beginnt nun auch beim Nahwärmeprojekt der Endspurt.

In einer Informationsveranstaltung der Energiegenossenschaft Untermain stellten deren Vorsitzenden im Valentinushaus Schmachtenberg den Anwohnern und Interessierten den Sach- und Planungsstand vor. 60 Bürger waren gekommen, mit den Projektverantwortlichen über technische wie organisatorische Fragen zu diskutieren.

Projekt mit Vorzeigecharakter

In ihrem Grußwort unterstrich Vorsitzende Martina Römmelt-Fella den Pilot- wie Vorzeigecharakter des Projekts für den Landkreis. Ihrer Meinung nach bietet das zum Großteil mit heimischen Hackschnitzeln befeuerte Nahwärmenetz eine echte Chance für regionale Wertschöpfung. Inzwischen zieht der Landkreis in seinen Planungen sogar eine mögliche Erweiterung der Dorferneuerung in Schmachtenberg in Betracht, was der Dorfheizung zusätzliches Kundenpotenzial böte. Die Auslegung der Heizzentrale berücksichtigt dies und kann auf 80 teilnehmende Haushalte erweitert werden, wobei zum jetzigen Zeitpunkt 40 Haushalte einen Anschluss gezeichnet haben.

Nachdem die Baupläne für Gebäude der Heizzentrale vom Landratsamt genehmigt wurden, steht Karlheinz Paulus, Vorsitzender der Energiegenossenschaft und zuständig für die technische Planung, momentan in Verhandlungen mit den Herstellern von Heizung und Übergabestationen. Diese werden in den Häusern die Wärme für Heizung und Warmwasser mittels steuerbarer Wärmetauscher liefern und messen. Im Rahmen der Dorferneuerung werden diese Stationen durch KfW Mittel (Kreditanstalt für Wiederaufbau) voll gefördert, was gerade für die Haushalte, bei denen Heizungs- oder Tanksanierungen anstehen, eine attraktive Alternative darstellt.

Auch Mönchbergs Bürgermeister Thomas Zöller meldete sich zu Wort und betonte, wie sinnvoll es sei, wenn die Gemeinde sich verstärkt in dieses Vorzeigeprojekt einbringen würde, da gerade im Mönchberger Wald viel geschlagenes Abraumholz und Holz aus Landschaftspflegemaßnahmen anfielen und so eine sinnvolle und wirtschaftliche Nutzung vor Ort gegeben sei. Den Bedenken, dass hier eine andere Art der Abhängigkeit - weg vom Saudi-Öl, hin zum Mönchberg-Holz - entstünde, trat er entschlossen entgegen und bemerkte, dass sich die Energiegenossenschaft ihre Hackschnitzel-Lieferanten in der gesamten Region frei wählen könnte.

Auch beim Thema Wärmekosten wurde Klartext geredet. Neben der genauen Erläuterung der beiden frei wählbaren Tarifmodelle für den Nahwärmebezug, wurde eine Gegenüberstellung der aktuellen Wärmepreise mit Öl und Strom (eine Gasleitung gibt es in Schmachtenberg nicht) präsentiert. Deutlich wurde, dass ein reiner Bezugspreisvergleich gerade beim Öl nur die halbe Wahrheit ist, fallen hier doch auch Kosten für Schornsteinfeger, Reparatur, Wartung und Abschreibung der Anlage an.

Testbetrieb im August

Die Folie zur Zeitplanung machte deutlich: Die heiße Phase hat begonnen, der Testbetrieb zur Justierung der Kessel soll im August erfolgen, damit pünktlich ab Mitte September heißes Wasser durch die Wärmetauscher sprudelt und die Schmachtenberger morgens um halb sieben heiß duschen können. Im Anschluss an die Präsentation und Diskussion tauschten sich die Zuhörer lebhaft aus. Beim einen oder anderen Skeptiker wurde ein Umdenken spürbar. Redaktion

27.3.14 - Diskussion über Energiewende im Kino Erlenbach - Main Echo

»Gigantismus und Wachstumswahn«

Windkraft-Kritik: Filmemacher Leo Hiemer diskutiert mit Besuchern im Erlenbacher Kino Passage über Energiewende Erlenbach

Wer für den Atomausstieg und die Förderung regenerativer Energiegewinnung ist, muss nicht gleichzeitig auch ein glühender Befürworter der Stromerzeugung durch Windkraft sein. Der Filmemacher Leo Hiemer ist ein leuchtendes Beispiel.

Mit seinem Film »Heimat unter Strom« hat sich der Regisseur vordergründig der Beeinträchtigung durch Windräder auf die Landschaft in seiner Heimat gewidmet. Bei den 55. Erlenbacher Filmgesprächen am Dienstagabend wurde im Anschluss an die Filmvorführung heftig diskutiert und Hiemer Gelegenheit gegeben, seine Sichtweise zu erklären.

Mäßiges Interesse

Das Interesse der Bevölkerung für ein Thema, das durch ständig steigende Preise und die Abhängigkeit von Energie-Importen aus Krisengebieten täglich an Brisanz gewinnt, war eher gering. Rund 100 Besucher füllten die hinteren Reihen des Erlenbacher Kinos, um sich Hiemers 80-minütigen Film anzuschauen und im Anschluss zu diskutieren.

Auf dem Podium saßen Marc Gasper, Energiemanager der Region Bayerischer Untermain, Siegfried Scholtka, Bürgermeister der Gemeinde Mömlingen und Vorsitzender der örtlichen Energiegenossenschaft, Karlheinz Paulus, Vorstandsmitglied der Energiegenossenschaft Untermain und Regisseur Leo Hiemer, der sich mit seinem Markenzeichen, einem Strohhut, von den übrigen Diskutanten abhob. Die Moderation hatte Georg Kümmel, Redaktionsleiter der Main-Echo-Kreisredaktion, übernommen.

Angesichts der Dimension der modernen Windradgeneration mit 200 Metern Höhe und entsprechend riesigen Rotoren sprach Hiemer von »Gigantismus und Wachstumswahn«. Seiner Meinung nach muss sich »die Gesellschaft in ihren Ansprüchen zurücknehmen, Energie einsparen und Maßnahmen zur Energieeffizienz ergreifen, statt Landschaften mit riesigen Windkraftanlagen zu verschandeln«.

Laut Karlheinz Paulus wird es auch mit allen Einsparmaßnahmen nicht gelingen, den Strombedarf an Industriestandorten zu decken. Er sprach von einer einseitigen Sichtweise Hiemers, die außerdem der globalen Herausforderung nicht gerecht werde.

Nur wenige Standorte im Landkreis

Marc Gasper favorisierte einen ganzheitlichen Ansatz mit den drei Komponenten Energieeffizienz, Energieeinsparung und Ausbau regenerativer Energieerzeugung, wozu auch die Windkraft gehört. Das ist auch die Vorgabe des integrierten Energie- und Klimakonzepts von 2011 für die Region bayerischer Untermain, das insgesamt 50 Windkraftanlagen im Raum Aschaffenburg und Miltenberg vorsieht. Viele Standorte wird es im Landkreis allerdings nicht geben. Das machte Bürgermeister Siegfried Scholtka anhand der aktuellen Entscheidungen im regionalen Planungsverband klar. Für das Mömlinger Windkraftprojekt rechnet er sich gute Chancen aus, wenn die Probleme mit dem Funkfeuer für den Flugverkehr ausgeräumt sind. »Ich bin mit dem Ziel herangegangen, die Bürger objektiv zu informieren und habe ein Gutachten erstellen lassen«, berichtete er von seinem Plan, die Energieversorgung seiner Gemeinde durch Windkraft, Fotovoltaik und andere regenerative Energiegewinnung zu sichern.

»Ich habe den Eindruck, dass ein ganz großer Teil der Bevölkerung hinter mir steht«, sagte Scholtka. Seiner Aussage nach hat der regionale Planungsverband, in dem auch alle Bürgermeister der Region ein Mitspracherecht haben, die Windkaftstandorte nach den Vorgaben der Regierung von Unterfranken mit großer Sorgfalt ausgewählt.

So wie im Film blieben am Dienstagabend nach der Diskussion zu später Stunde noch viele Fragen offen: Eine befriedigende Antwort pro oder kontra Windkraft und wie die Energiewende sonst zu stemmen ist, gab es nicht. Wird die von Horst Seehofer favorisierte H-10-Regelung Realität (Der Mindestabstand einer Windkraftanlage zu einem Wohngebiet soll das Zehnfache der Höhe der Anlage betragen) sieht es insgesamt zappenduster mit Windkraft am bayerischen Untermain aus. Darin waren sich Scholtka, Gasper und Paulus einig.

Ruth Weitz

22.2.14 - Dorfheizung für Schmachtenberg - Main Echo

Dorfheizung für Schmachtenberg

Energiewende: Über neu verlegte Leitungen können künftig bis zu 80 Gebäude mit Wärme versorgt werden

Mönchberg-Schmachtenberg. In einer Hofeinfahrt heult eine Kreissäge, gleich nebenan spalten Axtschläge trockenes Buchenscheitholz, und durch die Hauptstraße rumpelt ein alter Deutz Traktor mit einem Anhänger voller Scheite. Dicker weißer Rauch steigt aus einem Kamin auf. Noch sind dies typische Szenen eines Samstagnachmittags im Mönchberger Ortsteil Schmachtenberg.

Bei Rodungsarbeiten werden Hackschnitzel als Brennstoff gewonnen, der in der Schmachtenberger Dorfheizung in Wärmeenergie umgewandelt wird, mit der bis zu 80 Gebäude beheizt werden können.

Doch in Zukunft könnte es laut Pressemitteilung der Energiegenossenschaft Untermain auch etwas bequemer werden für die Bewohner des Altorts. Wenn das große Dorferneuerungsprojekt abgeschlossen sein wird, sind neben neuen Wasser- und Kanalrohren in 1,40 Meter Tiefe auch gut isolierte Wärmeleitungen entlang der Hauptstraße und in einigen Stichstraßen verlegt worden.

100 Jahre alte Leitungen

Die Gemeinde Mönchberg musste die 100 Jahre alte Wasserleitung und den Abwasserkanal sanieren. So bestand die einmalige Chance, gleich ein dörfliches Nahwärmenetz zu verlegen. Investiert hat in dieses Vorzeigeprojekt die Energiegenossenschaft Untermain. Viele der älteren Häuser haben Ölheizung, einzelne Holzöfen oder die sehr teuren Stromheizungen. Durch den Anschluss ans neue Netz bietet sich die Chance, die alten Heizungen stillzulegen. Das Gasthaus Zur Sonne ist mit von der Partie. Die Wirtsleute Stapf überzeugten die günstigen Bezugspreise, die unabhängig von politischen Krisen sind und auch nicht willkürlich erhöht werden können. Die Kirchenverwaltung hat sich auch entschieden: Die Schmachtenberger Kirche wird künftig über die Dorfheizung mit Energie versorgt.

Häuser fit machen für die Zukunft

Bei den einen steht der teure Austausch von Ölbrennern in den nächsten Jahren an, bei anderen die Komfortüberlegungen im Vordergrund, wie lange sie noch Holz hacken wollen oder können. Gerade die älteren Bewohner sehen sich vor die Entscheidung gestellt, ob sie ihre Häuser fit machen wollen für die Zukunft. Besitzer von Baugrundstücken sehen im Anschluss eine Wertsteigerung. Denn ein Neubau ohne eigene Heizungsanlage, Kamin und den damit verbundenen Wartungs- und Kaminkehrerkosten ist eine äußerst günstige Alternative.

Und die Entscheidung ist zukunftsweisend. Ist die Straßendecke erst einmal asphaltiert, darf sie in den nächsten zehn Jahren nicht wieder aufgebaggert werden. Mehr als 60 000 Liter Heizöl werden durch die Nahwärme ersetzt und dadurch über 160 Tonnen CO2 eingespart.

Betrieben werden die Kessel der Nahwärmezentrale im Schmachtenberger Gewerbegebiet zum größten Teil mit Hackschnitzeln aus dem Mönchberger Wald. Hierfür wird im Winter im Schnitt ein Container pro Woche mit dem Traktor angeliefert, im Sommer wesentlich weniger.

Insgesamt liegt die Investition für das über 1200 Meter lange Wärmenetz mit Heizzentrale und Biomassekessel bei über 800 000 Euro, wobei Förderungen von 200 000 Euro bei der KfW-Bank beantragt wurden.

In Betrieb gehen soll das Schmachtenberger Nahwärmenetz im September. Zunächst sollen bis zu 50 Häuser, die Kirche, die Tischtennishalle und einige Gewerbebetriebe angeschlossen werden. Das Netz ist aber noch erweiterbar und bietet noch Potenzial für bis zu 80 Gebäude.

Interessant auch für Gewerbe

Für Gewerbetreibende mit einem hohen Wärmebedarf, die mittelfristig eine Investition planen, besteht momentan noch die Chance, sich im Gewerbegebiet anzusiedeln und so auch von den günstigen und planbaren Wärmepreisen zu profitieren. Redaktion


Wer sich an den Projekten der Energiegenossenschaft beteiligen möchte, kann sich unter www.energiegenossenschaft-untermain.de oder mittwochs zwischen 14 und 17 Uhr unter Tel. 0 93 74 / 97 01 77 informieren

16.2.14 - EGU hofft auf Gemeinschaftsklage - Main Echo

Genossenschaft hofft auf Gemeinschaftsklage

Windkraft: Aktivitäten nach Seehofer-Vorstoß reduziert

Mönchberg »Die Windkraft läuft derzeit auf Sparflamme«: Laut Karlheinz Paulus musste die Energiegenossenschaft Untermain ihre Aktivitäten zur Errichtung von Windrädern deutlich reduzieren. Für den Vorsitzenden der Genossenschaft ist hierfür die bayerische Staatsregierung verantwortlich, die in Abweichung von Bundesrecht den Mindestabstand von Windrädern zu Wohnbebauungen von 1000 auf rund 2000 Meter vergrößern will.

Diese Haltung, mit der Ministerpräsident Horst Seehofer vor der Landtagswahl Behörden, Planer und Bürger überrascht hatte, bestätigte zu Wochenbeginn Thomas Kreutzer, der Sprecher der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag.

Mit Ernüchterung nahm Paulus auch die Ergebnisse der Sitzung des Regionalen Planungsausschusses vom Montag in Aschaffenburg zur Kenntnis. Er bedauert, dass Landräte und Vertreter des Bayerischen Gemeindetages nicht versucht hätten, das Verfahren der Flächenauswahl zu beschleunigen, wie das im Altmühltal und in der Region Starnberg geschehen sei. Er kritisiert, dass anders als im benachbarten Hessen die Naturparks für Windräder tabu seien. Die angestrebte Abstandsregelung versetze Politiker nun in die Lage, »nichts mehr machen zu müssen«. Kommt es zur Vergrößerung des Abstandes, wird nach Ansicht von Paulus »eine große Chance auf eine preiswerte, regionale Energieversorgung vertan«. Für ihn ist eine Windkraftnutzung überdies nur auf den windreichen Höhen des Odenwalds und Spessarts sinnvoll und nicht mit Standorten im Tal oder auf Anhöhen.

Klagegemeinschaft formiert sich

Hoffnung setzt die Energiegenossenschaft auf die Klagegemeinschaft Pro Windkraft um den Bundestagsabgeordneten Hans Josef Fell (Grüne). Energiegenossenschaften, Unternehmen und Bürger wollen gerichtlich gegen den »offenen Rechtsbruch« durch die Bayerische Staatsregierung vorgehen. Regionalpläne mit pauschalen Ausschlussgebieten für Windkraftanlagen in Landschaftsschutzgebieten und pauschal erhöhten Abstandsgeboten könnten laut Fell vor dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof erfolgreich angegriffen werden.

Karlheinz Paulus unterstreicht indes die Notwendigkeit der Energiewende: »Die Ausgaben Deutschlands für den Import fossiler Energieträger haben sich von 32,9 Milliarden Euro im Jahr 2000 auf 92,8 Milliarden 2012 verdreifacht. Durch die EEG-Umlage waren 2013 19,3 Milliarden Euro von den Verbrauchern zu tragen.« Manfred Weiß

24.1.14 - Energiekosten langfristig planbar machen - Main Echo

Rundum-sorglos-Paket für Firmen

Wirtschaft: Karlheinz Paulus informiert mittelständische Unternehmer, wie sie Energiekosten langfristig planbar machen

Obernburg - »Energiekosten langfristig planbar machen« war das Thema des Unternehmerfrühstücks am Mittwochvormittag. Ein Angebot des Bundesverbands der mittelständischen Wirtschaft (BVMW), das rund zwei Dutzend Unternehmer und Geschäftsführer aus dem Raum Aschaffenburg und Miltenberg angenommen hatten.

Beim Unternehmerfrühstück des BVMW in der Obernburger Müllerei informiert Energiefachmann Karlheinz Paulus über das Thema »Energiekosten langfristig planbar machen«. Foto: Ruth Weitz In der Müllerei informierte sie Energiefachmann Karlheinz Paulus (Miltenberg) über die Modelle der Energiegenossenschaft Untermain, unter anderem über die Möglichkeiten eines Energievertrags (Contracting). Wenig erbaut zeigten sich die Vertreter mittelständischer Unternehmen über die Pläne der Bundesregierung in der Energiepolitik.

Sie übten heftige Kritik am Vorhaben von Vizekanzler Gabriel, den Schwerpunkt auf die Zentralisierung von erneuerbaren Energien zu legen, die Förderung von Ökostrom zu kappen und die EEG-Umlage auch denen aufzubrummen, die den regenerativ erzeugten Strom nur für den Eigenbedarf verwenden und nicht ins Netz einspeisen. »Gerade durch die ständigen Änderungen der gesetzlichen Vorgaben ist für Unternehmer nichts mehr planbar«, beschwerte sich einer der Teilnehmer.

Besorgte Betriebsverantwortliche

Die stetig steigenden Energiekosten als Bremse der Wettbewerbsfähigkeit werden vom Mittelstand mit Sorge beobachtet, wie Beatrice Brenner (Elsenfeld), Leiterin der BVMW-Geschäftsstelle am bayerischen Untermain, zusammenfasste. Sie wies darauf hin, dass viele kleine und mittelständische Betriebe ihre Hausaufgaben in Richtung Energiewende gemacht haben, den Schwerpunkt auf Energieeffizienz setzen und eine dezentrale Energieversorgung befürworten.

Gerade das möchte die Energiegenossenschaft Untermain in der Region umsetzen, Bürger, Kommunen und Unternehmen bei ihren Vorhaben einer autarken Energieversorgung unterstützen. Laut Karlheinz Paulus eine »nicht ganz einfache Sache«. Er machte seine Kritik an den Lobbyisten der großen Energiekonzerne fest, die auf allen Ebenen gegen die Energiewende arbeiteten und die Bemühungen um dezentrale Energieprojekte torpedierten.

Zurzeit im Systemwechsel

Die Energiegesellschaft Untermain setze auf Nachhaltigkeit, auf kalkulierbare Strompreise und darauf, die Wertschöpfung in der Region zu halten und nicht auswärtigen Investoren zu überlassen. Paulus machte klar, dass die Einspeisevergütung über das erneuerbare Energien Gesetz (EGG) kaum mehr einen Anreiz bedeute, in regenerative Energieerzeugung zu investieren. »Wir befinden uns zurzeit in einem Systemwechsel, der uns in den nächsten fünf Jahren beschäftigen wird«, sagte er und war sich sicher, dass das EEG allmählich auslaufen wird.

Bei der Stromerzeugung durch Fotovoltaik seien viele Hausbesitzer und Unternehmen gar nicht auf eine Einspeisevergütung erpicht, weil sie die gewonnene Energie ausschließlich für den Eigenbedarf verwendeten. »Hier können wir auch ohne EEG mithalten«, sagte Paulus im Zusammenhang mit den von der Energiegenossenschaft Untermain umgesetzten Projekte. Die Pläne von Sigmar Gabriel, auch hier eine Umlage nach dem Solidaritätsprinzip einzufordern, obwohl es ausschließlich um autarke Energieerzeugung gehe, bezeichnete Paulus als fragwürdig. »Wenn ich Äpfel in meinem Garten ernte, muss ich dafür ja auch keine Steuern zahlen.«

Den Unternehmern, die eine Fotovoltaikanlage oder ein Blockheizkraftwerk zur eigenen Energieerzeugung ins Auge fassen, riet Karlheinz Paulus, zunächst eine Analyse aufzustellen und auszurechnen wie hoch der Strom- und Wärmebedarf zu welchen Zeiten ist, um die Leistungskapazität der Energiequelle danach auszurichten.

Hier leiste die Energiegenossenschaft Untermain Unterstützung. Es stelle sich jedoch die Frage, ob ein Betrieb in 20 Jahren noch am selben Standort sein wird oder überhaupt noch existiert, damit sich die Investition langfristig trägt. Insgesamt riet der Energieberater zu einem Contracting, das er als »Rundum-sorglos-Paket« bezeichnete.

Das Unternehmen zahle dann nur über eine festgelegte Laufzeit einen Betrag an den Energieversorger wie die Energiegesellschaft Untermain, nutze die Vorteile der Energieeffizienz und spare Investitionskapital und Personal. Angesichts der geplanten Reformen in der Energiepolitik sei abzuwarten, welche Konsequenzen sie für ein solches Modell haben. Ruth Weitz


Hintergrund: Mittelstand und Energiewende

Laut einer aktuellen Umfrage haben bereits mehr als 65 Prozent der Klein- und Mittelbetriebe Maßnahmen zur Senkung der Energiekosten ergriffen. Laut BVMW, dem Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft, mit steigender Tendenz. Der Verband hatte auch eine Studie in Auftrag gegeben, um zu untersuchen, ob eine dezentrale Stromversorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien ökonomisch sinnvoll ist. Das vom Reiner-Lemoine-Institut ermittelte Ergebnis vom 21. Oktober 2013 ist eindeutig: Es wird empfohlen, den Ausbau der erneuerbaren Versorgungsstrukturen dezentraler zu gestalten, Fotovoltaik und Onshore Windkraft in nahezu allen Regionen auszubauen.

Wie in der Zusammenfassung zu lesen ist, würde sich eine zentralisierte Erzeugung wie große Offshore Windanlagen oder die Konzentration auf Sonnenenergie nur im Süden nachteilig auf eine ausgeglichene wirtschaftliche Entwicklung in den Regionen auswirken. Am 16. Januar dieses Jahres hatte der Bundesvorsitzende des BWMW, Mario Ohoven, die aktuellen Pläne der Bundesregierung in einer Presseerklärung scharf kritisiert und stellte die Sinnhaftigkeit der von Union und SPD geplanten Reformen in Frage. »Die Begrenzung der Windkraft auf die so genannten guten Standorte führt zu einer zunehmenden Zentralisierung der Energiewende. Die Folge sind ein teurer Netzausbau und steigende Gewinne bei den vier großen Versorgern«. Ruth Weitz

23.1.14 - EGU Mitglied Leserbrief - Main Echo

Wenn Gier das Hirn frisst

                    – von Rechtsanwalt Stefan Engels, Mönchberg

Kaum hat Prokon - wenig überraschend - Insolvenz angemeldet, schon geistert reflexartig die Forderung nach dem Schutz der Kleinanleger durch sämtliche Medien. Dabei ist selbstverständlich, daß der Kleinanleger in der Lage sein muß, eine verständige und informierte Anlageentscheidung zu treffen. Wir sprechen hier daher nicht über offenkundige Anlagebetrugsfälle à la S&K, die auch vielen aus unserer Region noch in den Knochen stecken dürften. Von welchem Schutz sprechen wir also? Schutz vor sich selbst und der eigenen (Fehl-)Investitionsentscheidung?

Fassen wir noch einmal kurz zusammen: 75.000 Anleger haben für eine laut Prokon vermeintlich risikolose Rendite von bis zu acht Prozent insgesamt 1,4 Milliarden (= 1.400.000.000) Euro zusammengetragen. Das macht im Schnitt pro Anleger knapp 20.000,- €. Dies wiederum entspricht durchaus dem Wert eines Mittelklassewagens und ist für mein Verständnis nicht „klein“. Erstaunlicherweise wird allerdings die Investition in eine solche Geldanlage hierzulande immer noch wesentlich kritikloser getätigt, als der wertmäßig ebenbürtige Kauf des genannten Mittelklassewagens. Schon alleine die Aussicht auf die ausgelobte, recht hohe Rendite in Niedrigzinszeiten scheint im menschlichen Hirn ein hochdominantes Belohnungssystem zu aktivieren, welches natürliche Regungen wie Skepsis und Zurückhaltung komplett in den Hintergrund zu drängen scheint. Dabei ist es eine Binsenweisheit des Finanzmarktes, daß höhere Zinsen = mehr Risiko bedeuten!

Ist nun der Ehrliche doch der Dumme?

Vorfälle wie aktuell bei Prokon leisten einen „Bärendienst“ für die regionale Energiewende in Bürgerhand, so wie sie von lokal ansässigen Energiegenossenschaften derzeit vielfach forciert werden. Zu befürchten ist, daß hierdurch nun das Vertrauen der Anleger in Investitionen in erneuerbare Energien geschwächt wird. Dabei kann man sich bei Energiegenossenschaften schon ab einem Betrag von nur 100,- € beteiligen, und erhält dafür neben einem Geschäftsanteil auch ein Mitspracherecht in jeder Mitgliederversammlung. Der Vorteil einer so überschaubaren Investitionssumme ist, daß man zum einen möglichst viele Menschen in der Region erreicht, zum anderen kommt damit aber auch die Genossenschaft nicht ins Trudeln, sollte ein Großanteilseigner aussteigen.

Ehrlicherweise kann man in einem solchen Projektgeschäft, das von einer Vielzahl von externen Faktoren beeinflusst wird, nicht von vornherein ein hohes Renditeversprechen abgeben, und wenn ja, dann kalkuliert man hier auch deutlich niedriger als bei Prokon. Tatsache ist allerdings, daß die Genossenschaften in unserer Region eine jährliche Dividende von immerhin drei bis vier % an ihre Mitglieder ausschütten bzw. dies unmittelbar nach Abschluß ihrer Gründungsphase anstreben.

Zugegeben: es klingt nicht so spektakulär wie „Grundverzinsung: 6% (zzgl. Überschussbeteiligung)“, ist dafür aber grundseriös und transparent und wird überdies noch von Menschen und Partnern getragen, die in unserer Region durchaus einen Ruf zu verlieren haben.

Da die angestrebte Energiewende nur dezentral gelingen kann, bleibt also festzuhalten: gegen Investitionen in erneuerbare Energien spricht auch nach der Prokon-Pleite nichts. Schauen Sie sich hierfür aber besser nach einer lokal ansässigen Energiegenossenschaft um, und begegnen Sie überregional aktiven Beutelschneidern mit allzu hohen Renditeversprechen in ihrem Gepäck mit demselben Misstrauen und Zweifeln, mit denen sie normalerweise auch ihre Digitalkamera im Laden kaufen würden.


(Hinweis: Der Autor ist ehrenamtlicher Beirat bei der Energiegenossenschaft Untermain eG)

21.9.13 - Mindestabstand von Eindkraftanlagen vom Tisch? - Main Echo

Größerer Mindestabstand von Windrädern zu Häusern vorerst vom Tisch

Windenergie: Bayerisch-sächsischer Vorschlag im Bundesrat nicht behandelt - Windrad-Befürworter schöpfen Zuversicht

Das umstrittene Windkraftkonzept der bayerischen Staatsregierung mit einem höheren Mindestabstand von Windrädern zu Häusern ist vorerst vom Tisch. Die Bundesratsinitiative von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und seinem sächsischen Kollegen Stanislaw Tillich (CDU) wurde gestern im Bundesrat nicht behandelt.

Freude kam darüber bei der Energiegenossenschaft Untermain (Mönchberg) auf, die unter anderem Windkraftanlagen plant.

Ob die Erleichterung allerdings von Dauer ist, steht in Frage. So hat eine Sprecherin der bayerischen Staatskanzlei betont, dass die Pläne keinesfalls aufgegeben werden sollen. Als Grund für die Vertagung wurde die Ferienzeit in Bayern angegeben. Es sei zu wenig Zeit gewesen, flächendeckend für mehr Unterstützung zu werben, heißt es.

Für größere Abstände zwischen Windkraftanlagen und Bebauung hatte sich in erster Linie Ministerpräsident Seehofer stark gemacht. Er musste dafür vor den Landtagswahlen heftige Kritik von den Oppositionsparteien einstecken, die seinen Vorstoß als Wahlkampfmanöver werteten.

Wunsch nach Planungssicherheit

Der Vorschlag Bayerns und Sachsens zielte darauf ab, den Bundesländern die Befugnis einzuräumen, die Privilegierung von Windenergieanlagen von der Einhaltung höhenbezogener Abstandsregelungen abhängig zu machen. Das hätte bedeutet, dass bei Windrädern von 200 Metern Gesamthöhe ein Mindestabstand von zwei Kilometern zu den nächsten Häusern hätte eingehalten werden müssen. Aktuell schreibt das Gesetz einen Abstand von etwa einen Kilometer vor.

Endlich Planungssicherheit zu bekommen, ist die zentrale Forderung von Karlheinz Paulus, dem Vorsitzenden der Energiegenossenschaft Untermain. Manfred Weiß sprach mit ihm über die Auswirkungen der Initiative.

Der Bundesrat hat gestern nicht entschieden. Wie sehr können Sie erleichtert sein?

Wir hatten große Sorge, dass sich im Bundesrat eine Mehrheit für den Vorstoß aus Bayern und Sachsen finden könnte. Das hätte bedeutet, dass der Bau neuer Windräder am Untermain nicht mehr möglich gewesen wäre.

Was hatte die stark von Horst Seehofer betriebene Gesetzesinitiative bislang für Auswirkungen?

Alle Kommunen und Behörden haben ihre Arbeit zum Thema Windkraft eingestellt. Sie haben alle gewartet, wie es weiter geht. Die Suche nach geeigneten Flächen ist abgebrochen worden. Ich weiß, dass es konkrete Genehmigungsanträge für den Bau zu neuen Anlagen gegeben hat, die von den zuständigen Landratsämtern in Unterfranken nicht weiter bearbeitet wurden, obwohl sie nach noch gültigen Gesetzen dazu verpflichtet sind. Viele Kommunen, Bürgermeister und andere Entscheidungsträger haben das Thema drei Monate lang auf Eis gelegt.

Wie sehr hat der Vorstoß Bayerns und Sachsens Ihre Arbeit beeinträchtigt?

Wir mussten zusätzlich zu der ohnehin reichlichen Arbeit drei Monate lang über die Initiative Rückenwind Lobbyarbeit betreiben. Das Ganze hat Kapazitäten gebunden, weil wir auf die weit reichenden Folgen einer veränderten Gesetzeslage hinweisen mussten. Neben Bürgermeistern und Behördenvertretern waren auch die Bürger stark verunsichert, zumal im Wahlkampf ja auch immer wieder die Abkehr von der Energiewende propagiert wurde.

Was fordern Sie jetzt von der Politik?

Wir fordern verlässliche Vorgaben für die Planung von Energieanlagen und die Beibehaltung des Erneuerbare Energien Gesetzes, aber mit einer grundlegenden Reform besonders in Hinblick auf die vielen Ausnahmeregelungen für die Großverbraucher. Die stromintensive Industrie kann nicht die gesamte EEG-Umlage zahlen, aber ein Anteil wäre aufgrund der gesunkenen Börsenstrompreise drin. Immerhin unterstützen laut einer aktuellen Umfrage von TNS-Emnid 93 Prozent der Bundesbürger den verstärkten Ausbau von erneuerbaren Energien. 70 Prozent der Bürger mit Windrädern in ihrer Nachbarschaft finden diese gut bis sehr gut. Also sollte die Politik den Bürgerwillen umsetzen.

Werten Sie Seehofers Vorstoß weiter als Wahlkampfmanöver?

Wenn es bei dem einmaligen Vorstoß bleibt und die Bayerische Staatsregierung keine zweite Initiative startet - ja, dann sehe ich das so. Wobei auch ein zweiter Anlauf im Bundesrat nicht mehr viel bewegen wird. Denn in vielen Bundesländern stehen schon insgesamt über 23 000 Windkraftanlagen, und der Widerstand ist bekanntlich dort am Größten, wo keine stehen. In Guggenberg oder Hettingen stehen die Anlagen seit fast zehn Jahren. Kein Einwohner ist am Infraschall erkrankt, Touristen und Golfspieler kommen immer noch, und Protest gegen weitere Anlagen gibt es in Hettingen auch nicht. Dies ist deutschlandweit so, und deshalb wird nach meiner Meinung auch ein zweiter Anlauf keine Mehrheit finden.

9.9.13 - EGU Mitglied Leserbrief - Main Echo

Mönchberg diskutiert, andere handeln bereits

In Mönchberg wird noch über Windkraftanlagen diskutiert, da enteilt die Energiegenossenschaft Odenwald in der gleichen Wochenendausgabe des Main-Echos nur drei Seiten später zum nächsten Rekord: 3,5 Prozent Dividende für 2153 Mitglieder, eine Bilanzsumme von zirka 26,9 Millionen Euro und ein Geschäftsguthaben von rund 6,7 Millionen Euro; keiner der über 500 Teilnehmer an der Generalversammlung erweckte den Eindruck, unter einem nervösen Augenzucken zu leiden, das sich vermeintlich durch Schattenwurf, Infraschall oder nächtliches Blinklicht von Windrädern erst entwickelt hat.

Neben einer soliden Energiegenossenschaft - so viele Unternehmen mit den hier genannten Kennzahlen gibt es am Untermain Stand heute leider nicht - hat der Odenwaldkreis im Gegensatz zu uns die Energiewende schon auf einen respektablen Weg vorangebracht, denn sie beliefern heute 446 Privat- und 96 Geschäftskunden mit ihrem Strom. Chapeau!

Ich persönlich vermisse ja bis heute einen Gegenentwurf von den Gegnern der Windkraft, die uns in ihren zahlreichen von Bürgerinitiativen organisierten Versammlungen und Leserbriefen bisher immer nur erklärt haben, was alles nicht geht. Hinzu kommt ein gewisses Maß an Desinformation, was ich übel nehme, und das mehr der Panikmache als der sachlichen Aufklärung dient. So führt etwa das rituelle Wiederholen falscher Argumente nicht zu deren Richtigkeit, wie etwa das Beispiel vom befürchteten Tourismusrückgang deutlich zeigt.

Mit seiner schriftlichen Anfrage (Drucksache 16/17341) hat nämlich der Landtagsabgeordnete der Grünen Ludwig Hartmann exakt diese Frage an die Staatsregierung gestellt. Die Zahlen des am 17. Juni 2013 antwortenden Staatsministeriums sprechen dann auch eine deutliche Sprache, denn entgegen aller Befürchtungen hat hier die Übernachtungen betreffend ein Aufwärtstrend in nahezu allen bayerischen Landkreisen seit 2003 stattgefunden - wohlgemerkt trotz Inbetriebnahme von 36 Windkraftanlagen etwa im Landkreis Main-Spessart.

Die Haltung nach dem Motto »bei uns kommt der Strom aus der Steckdose« dürfte sich aber spätestens dann schlagartig ändern, wenn wir bei der Suche nach einem atomaren Endlager - und hiervon ist auch Bayern nicht ausgenommen - in die engere Wahl kämen. Aus Münchener Perspektive wären wir im Spessart mit 350 Kilometern Entfernung jedenfalls weit genug weg.

Als jemand, der vor mehr als elf Jahren von außen noigeplaggd ist, frage ich mich ernsthaft, woher diese mangelhafte Aufgeschlossenheit allem Neuen gegenüber eigentlich herrührt, die sich wie ein roter Faden auch durch die jüngere Geschichte dieser Region zieht. Hätte beispielsweise der Urgroßvater meiner Frau, Pius Schmitt, der nach dem 2. Weltkrieg von 1946 bis 1966 Bürgermeister in Mönchberg war, nicht so viel Engagement und Weitblick bewiesen, und das Spessartbad gegen den zahlreichen Widerstand hier im Ort erhalten - es sollte zugeschüttet und als Ackerfläche genutzt werden - dann wäre der Luftkurort Mönchberg in den darauf folgenden Zeiten sicherlich niemals ein so attraktives Feriengebiet für Touristen und Gäste von nah und fern geworden. Welche Rolle möchte und wird diese Region beispielsweise im Rahmen des Netzausbaus »smart grid« spielen? Diskutieren wir in fünf Jahren vielleicht auch die Ästhetik von notwendigen Ladestationen für Elektrofahrzeuge im Landschaftsbild? Wer profitiert dann von den neuen Geschäftsmodellen, die gerade entwickelt werden, sprich: wer liefert dann wem welchen Strom? Kaufen wir dann etwa unseren Strom aus dem Odenwald zu, um zum Wohlstand von deren Mitgliedern beizutragen?

Es bleibt zu hoffen, dass wir im Landkreis Miltenberg ebenfalls schon bald wie Villabajo feiern werden, statt unseren Kindern und Enkelkindern als Erbe für die Zukunft eine schwere Bürde - quasi als Ausputzer von Villarriba - zu hinterlassen.

Stefan Engels, Mönchberg

27.8.13 Christian Ude auf EGU Stand - Main-Echo

Auszug aus dem Artikel "Flotte Festvisite" über den Besuch des Ministerpräsidenten-Kandidaten Christian Ude auf der Michaelismesse in Miltenberg von Redakteurin Sabine Balleier, erschienen im Main Echo


<...> Die einzigen inhaltlich interessanten Worte wechselt Christian Ude am Stand der Energiegenossenschaft Untermain mit Vorstandsmitglied Karlheinz Paulus. Es geht um Windkraft. An einer Karte erklärt Paulus, was passiert, wenn CSU-Ministerpräsident Horst Seehofer seine Idee von zwei Kilometern Mindestabstand für Windräder von der Wohnbebauung durchsetzt: »Dann gibt es im Kreis Miltenberg keine Standorte mehr, es bleibt nichts über.« Jens Marco Scherf, Landratskandidat von SPD, Grünen und ÖDP, ergänzt: »Damit sind auch die Planungen der CSU-Bürgermeister gefährdet.« Ude nickt wissend, fragt nach dem Namen eines Windkraftgegners, der Verbindungen zum Kernkraftwerk Grafenrheinfeld haben soll. <...>


Photo: (c) Main Echo, entstanden an der Landkarte der Region mit Windabstandsmarkierungen und EE-Anlagen im Stand der Energiegenossenschaft Untermain. V.l.n.r Karlheinz Paulus, Christian Ude, Jens-Marco Scherf, Martina Römmelt-Fella, Dr. Kaiser

20.7.13 - Windkraft in Boxbrunn - Main Echo

Konkurrenzkampf und Nebelkerzen

Windkraft: Bei ihren Plänen für Boxbrunn hat die Stadt Amorbach auch einen hessischen Vorstoß im Auge zu behalten

Streit um Windkraft

Die Gegner geißeln die Verspargelung der Landschaft, die Konkurrenz kämpft mit harten Bandagen. Wenn dann noch ein im Wahlkampf rotierender Ministerpräsident Horst Seehofer größeren Abstandsflächen für Windräder das Wort redet, macht das Karlheinz Paulus »nicht glücklich«.

Gleichwohl zeigte das Vorstandmitglied der Energiegenossenschaft Untermain am Mittwoch im Pfarrheim den Amorbachern auf, wie sie die Energiewende vorantreiben können.

Dazu hatte sich Paulus, der auch Vorsitzender des Energieforums Miltenberg-Aschaffenburg ist, Florian Voigt von der Energiegenossenschaft Odenwald an die Seite geholt. Die Präsentation im Tandem war durchaus sinnvoll, erfreuen sich doch gerade die potenziellen Standorte für Windkraftanlagen auf den Bergrücken des Odenwaldes an der Grenze zwischen beiden Bundesländern einer besonderen Attraktivität. Weil die Hessen hier bereits Windräder stehen haben, ist auch in Bayern von Widerstand in der Bevölkerung weniger zu spüren als andernorts. Das Problem allerdings: Die Standorte auf dem Terrain des Freistaats befinden sich in Landschaftsschutzgebieten.

Einvernehmliche Strategie

Aus diesem Grund hatte der Amorbacher Stadtrat Ende April einstimmig den Beschluss gefasst, den Landkreis Miltenberg in die Pflicht zu nehmen. Dieser soll mithelfen, geeignete Flächen in Beuchen und Boxbrunn aus dem Schutzgebiet herauszulösen. Bei dieser Strategie sieht sich die Stadt im Einvernehmen mit den Nachbarn Schneeberg, Kirchzell und Weilbach. Gemeinsam wollen die vier Kommunen im Rahmen des Integrierten Ländlichen Entwicklungsprogrammes ihre Windparkpläne umsetzen.

Inzwischen hat die Stadt Amorbach mit der Energiegenossenschaft Untermain einen städtebaulichen Vertrag zur Standortentwicklung geschlossen. Nach Voruntersuchungen erscheinen Bürgermeister Peter Schmitt Flächen des Höhenstadtteils Boxbrunn am geeignetsten. Vier Windkraftanlagen mit jeweils einer Gesamthöhe von fast 200 Metern sollen auf ihnen entstehen. Die Stadt hat mittlerweile die spezielle artenschutzrechtliche Prüfung und die Änderung des Flächennutzungsplanes in die Wege geleitet, nachdem zuvor ein Windgutachten des Regionalen Planungsverbandes einen rentablen Betrieb hat folgern lassen.

Allerdings, so Karlheinz Paulus, ist man nicht nur auf bayerischer Seite auf die windreiche Anhöhe aufmerksam geworden. Mit der whs Gesellschaft für Energietechnik (Erzhausen) will auf hessischem Grund ein privater Investor Windräder aufstellen - sechs an der Zahl direkt an der Grenze zu Bayern. Das Rennen um Genehmigungen ist eröffnet: Am Donnerstag lehnte der Amorbacher Stadtrat einen Antrag des Regierungspräsidiums Darmstadt zur Errichtung von drei whs-Windrädern nahe Eulbach ab. Dem Gremium lagen keine Unterlagen zu Auswirkungen auf Amorbach und seine Wohngebiete vor.

Die Konkurrenz ist den Amorbachern dennoch einen Schritt voraus, weil sich der Regionale Planungsverband am Bayerischen Untermain bei der Suche nach geeigneten Standorten außerhalb der Naturparks Zeit genommen hat. »Wir haben dadurch eineinhalb Jahre verloren, das tut uns weh in Boxbrunn«, sagt Paulus. Der Fachmann für alternative Energien stellte den Besuchern auch eine Reihe von Grundsätzen der Energiegenossenschaft vor. So will diese aus Gründen der Rentabilität nur Windräder planen, die mindestens auf einer Höhe von 450 Metern liegen. Zudem wird bis zu Wohnbebauungen eine Distanz von tausend Metern eingehalten.

Störfeuer von Seehofer

Nicht erfreut ist Paulus über einen Vorstoß Horst Seehofers kurz vor den Landtagswahlen. Über eine Bundesratsinitiative will dieser Abstandsflächen von 2000 Metern erreichen. Damit hat der bayerische Ministerpräsident auch Politiker erzürnt und Planungsunsicherheit heraufbeschworen. »Diese Aussage ist nicht zu verstehen«, so Paulus. Seiner Einschätzung nach wären im Kreis Miltenberg Windkraftanlagen nur schwerlich zu verwirklichen, sollte Seehofers Überlegung Realität werden. Zudem: Planungskosten von Genossenschaften, Stadtwerken und Kommunen am Bayerischen Untermain von rund einer halben Million Euro wären dann in den Sand gesetzt worden. Manfred Weiß


Hintergrund: Energiegenossenschaften

Energiegenossenschaft Untermain:

Vorstand/Aufsichtsrat: Vorstandsvorsitzende: Martina Römmelt-Fella;
Stellvertretende Vorsitzende: Martina Pletschke;
Vorstandsmitglied: Karlheinz Paulus;
Vorsitzender des Aufsichtsrats: Gerhard Giegerich
Kontakt: Friedrich-Wilhelm Raiffeisen Energie eG Untermain, Am Hohen Bild 23 (Alter Obstkeller), 63933 Mönchberg, Tel. 0 93 74 / 97 01 77; E-Mail: info@energiegenossenschaft-untermain.de; Web: www.energiegenossenschaft-untermain.de

Energiegenossenschaft Odenwald:

Vorstandsmitglied: Annette Hartmann-Ihrig;
Vorstandssprecher: Christian Breunig;
Cluster Management: Florian Voigt;
Cluster Marketing: Anita Dickhaut;
Vorsitzender des Aufsichtsrats: Friedrich Hagemann
Kontakt: Energiegenossenschaft Odenwald EG, »Haus der Energie«, Helmholtzstraße 1, 64711 Erbach, Tel. 0 60 62 / 8 09 70, E-Mail: info@eg-odenwald.de, Internet: www.eg-odenwald.de (Redaktion)

Pressemitteilung EGU Generalversammlung am 12. Juni 2013

P R E S S E M I T T E I L U N G


Energiegenossenschaft Untermain wächst weiter
In der jährlichen Generalversammlung am 12.06.2013 stellten Aufsichtsrat und Vorstand den Jahresbericht und den Ausblick vor.

Mönchberg: Alle Anlagen der Energiegenossenschaft Untermain eG (EGU) haben mehr erwirtschaftet als prognostiziert. Daher konnten knapp 10.000,00 € an Zinsen an die Genossenschaftsmitglieder ausgeschüttet werden, was die Anleger natürlich freut. Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Giegerich begrüßte am Mittwoch im Alten Obstkeller in Mönchberg über 30 Mitglieder und Gäste zur EGU Generalversammlung.

Thema Wind im Fokus der Energiegenossenschaft

Die Vorstandsvorsitzende Martina Römmelt-Fella berichtete über die Arbeit des Vorstandes im abgelaufenen Jahr. Richtungsweisende Entscheidungen wurden getroffen. So konnte ein städtebaulicher Vertrag mit der Stadt Amorbach abgeschlossen werden. Die Genossenschaft erhält damit die Möglichkeit, auf städtischen Flächen Windenergieanlagen zu errichten.

Weitere Grundstücke konnten auf der Geishöhe im Spessart gesichert werden. Die EGU argumentiert, dass das Landschaftsbild im Bereich der 220 kV Hochspannungsleitung dort vorbelastet sei, und erwartet, dass die Regierung von Unterfranken diese Flächen im Zonierungskonzept berücksichtigt, damit dort Anlagen errichtet werden können.

Auch Vorstandsmitglied Karlheinz Paulus berichtete über aktuelle Projekte. Die EGU hat im vergangenen Jahr die Untermain Wind Energie GmbH gegründet. Diese Gesellschaft übernimmt die Planungen von Windkraftanlagen der Genossenschaft und unterstützt die benachbarte Energiegenossenschaft Odenwald auf hessischer Seite bei den Planungen in den Landkreisen Odenwald und Bergstraße. Zurzeit werden Rahmenverträge für die Lieferung und Errichtung von über 60 Windkraftanlagen im gesamten Odenwald verhandelt.

Am Standort Boxbrunn plant die EGU die Errichtung von 4 Anlagen. Voruntersuchungen werden gemeinsam mit den Standorten auf hessischer Seite durchgeführt. Das Investitionsvolumen wird 20 Mio. € übersteigen.

Verstärkte Kooperation der Genossenschaften

Ein unterfrankenweites Netzwerk der Energiegenossenschaften wurde gemeinsam mit der EGU gegründet. Der Kauf von 2 Windkraftanlagen in Neunkirchen wurde zusammen mit den Genossenschaften aus dem hessischen und badischen Odenwald intensiv geprüft. Jedoch befanden alle den Kaufpreis im Verhältnis zu den prognostizierten Erträgen als zu hoch. Dafür werden sich diese Genossenschaften an dem Windpark „Großer Wald“ in Hettingen beteiligen, der aufgrund solider Planung und konservativer Ertragsprognosen eine sichere Rendite für die Genossenschaft erwarten lässt.

Fotovoltaik als Sorgenkind, „Energie-Contracting“ und das Nahwärmenetz Schmachtenberg als sinnvolle Ergänzungen

Für Fotovoltaikprojekte wurden durch die EGU Vorprüfungen und Einspeiseanfragen bei den Netzbetreibern vorgenommen. Diese Projekte wurden aber aufgrund der Gesetzesänderungen der Bundesregierung und der dadurch fehlenden Rentabilität vorerst nicht verwirklicht. Nur eine 9,84 kWp Anlage auf dem Wasserwerk in Großheubach wurde in 2013umgesetzt.

In Schmachtenberg wird die EGU eine Dorfheizung errichten. Über eine Biomasseheizung und ein Nahwärmenetz sollen bis zu 50 Häuser mit Wärme versorgt werden, 30 Haushalte haben bereits unterschrieben. Das Investitionsvolumen für dieses Projekt liegt bei über 700.000,00 €, der Spatenstich erfolgte Mitte Mai.

In Zukunft sind auch Projekte im „Contracting“ geplant. Hierfür baut die Energiegenossenschaft Anlagen zur Strom und Wärmeerzeugung und verkauft die vor Ort erzeugte Energie direkt an die Nutzer der Gebäude. Dies können Blockheizkraftwerke, Biomasseheizungen oder Fotovoltaikanlagen sein. Die Nutzer werden in der Regel Kommunen, Gewerbebetriebe oder Industriekunden sein.

Mitgliedschaft ist Vorrausetzung für EGU-Projektbeteiligungen

Das wachsende Interesse an der Arbeit der EGU ist auch an der Mitgliederzahl abzulesen. Inzwischen ist deren Anzahl auf über 120 angestiegen. Um sich an Projekten beteiligen zu können, oder selber Projekte anstoßen zu können, muss man Mitglied sein. Hierfür reicht der Erwerb eines Genossenschaftsanteils (100 €), der ein volles Stimmrecht mit sich bringt. Weitere Informationen über Projekte und die EGU unter www.energiegenossenschaft-untermain.de.


-539 Wörter-

V.i.S.d.P: Andrea Stahl | Energiegenossenschaft Untermain eG – EGU
Am Hohen Bild 23 (Alter Obstkeller) | 63933 Mönchberg | Tel. 09374 / 97 01 77 | Fax 09374 / 97 01 78
stahl@energiegenossenschaft-untermain.de | www.energiegenossenschaft-untermain.de

18.6.13 - Aktuelle EGU Projekte am Untermain - Main Echo

Strom und Wärme vor Ort verkaufen
Energiegenossenschaft: Aktuelle Projekte am Untermain

Mönchberg - Alle Anlagen der Energiegenossenschaft Untermain (EGU) haben mehr erwirtschaftet als prognostiziert. Daher konnten laut Pressemitteilung knapp 10 000 Euro Zinsen an die Genossenschaftsmitglieder ausgeschüttet werden. Dies teilte Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Giegerich während der Jahresversammlung am Mittwoch im Alten Obstkeller in Mönchberg mit.

Die EGU unterstützt mit ihrer Untermain-Wind-Energie-Gesellschaft benachbarte Energiegenossenschaften bei den Planungen von Windkraftanlagen.

Das Thema Wind stand im Fokus der Energiegenossenschaft. Die Vorsitzende Martina Römmelt-Fella berichtete über die Arbeit des Vorstands. So konnte ein städtebaulicher Vertrag mit der Stadt Amorbach abgeschlossen werden. Die Genossenschaft erhält damit die Möglichkeit, auf städtischen Flächen Windenergieanlagen zu errichten.

Weitere Grundstücke konnte die Genossenschaft auf der Geishöhe im Spessart sichern. Die EGU argumentiert, dass das Landschaftsbild im Bereich der Hochspannungsleitung vorbelastet sei, und erwartet, dass die Regierung von Unterfranken diese Flächen im Zonierungskonzept berücksichtigt, damit dort Anlagen errichtet werden können.

Auch Vorstandsmitglied Karlheinz Paulus berichtete über aktuelle Projekte. Die EGU hat im vergangenen Jahr die Untermain-Wind-Energie Gesellschaft gegründet. Dieses Unternehmen übernimmt die Planungen von Windkraftanlagen der Genossenschaft und unterstützt die benachbarte Energiegenossenschaft Odenwald auf hessischer Seite bei den Planungen in den Landkreisen Odenwald und Bergstraße. Zurzeit werden Rahmenverträge für die Lieferung und Errichtung von über 60 Windkraftanlagen im gesamten Odenwald verhandelt.

Am Standort Boxbrunn plant die EGU die Errichtung von vier Anlagen. Voruntersuchungen werden gemeinsam mit den Standorten auf hessischer Seite durchgeführt. Das Investitionsvolumen wird 20 Millionen Euro übersteigen.

Ein unterfrankenweites Netzwerk der Energiegenossenschaften wurde gegründet. Die EGU prüfte zusammen mit den Genossenschaften aus dem hessischen und badischen Odenwald den Kauf von zwei Windkraftanlagen in Neunkirchen. Jedoch befanden alle den Kaufpreis im Verhältnis zu den prognostizierten Erträgen als zu hoch. Dafür werden sich die Genossenschaften an dem Windpark Großer Wald in Hettingen beteiligen, der aufgrund solider Planung und konservativer Ertragsprognosen eine sichere Rendite erwarten lasse.

Für Photovoltaikprojekte übernahm die EGU Vorprüfungen und Einspeiseanfragen bei den Netzbetreibern. Diese Projekte wurden aber wegen Gesetzesänderungen der Bundesregierung und der dadurch fehlenden Rentabilität vorerst nicht verwirklicht. Nur eine Anlage auf dem Wasserwerk in Großheubach wurde in 2013 umgesetzt.

In Schmachtenberg wird die EGU eine Dorfheizung errichten. Über eine Biomasseheizung und ein Nahwärmenetz sollen bis zu 50 Häuser mit Wärme versorgt werden, 30 Haushalte haben bereits unterschrieben. Das Investitionsvolumen für dieses Projekt liegt bei über 700 000 Euro. Der Spatenstich erfolgte Mitte Mai.

In Zukunft sind auch Projekte im Contracting geplant. Hierfür baut die Energiegenossenschaft Anlagen zur Strom und Wärmeerzeugung und verkauft die vor Ort erzeugte Energie direkt an die Nutzer der Gebäude. Dies können Blockheizkraftwerke, Biomasseheizungen oder Photovoltaikanlagen sein. Die Nutzer werden in der Regel Kommunen, Gewerbebetriebe oder Industriekunden sein.

Das wachsende Interesse an der Arbeit der EGU ist laut Pressemitteilung auch an der Mitgliederzahl abzulesen, die auf über 120 angestiegen ist. Um sich an Projekten beteiligen zu können, muss man Mitglied sein. Hierfür reicht der Erwerb eines Genossenschaftsanteils (100 Euro), der ein volles Stimmrecht mit sich bringt. Redaktion

22.5.13 - Spatenstich Nahwärmenetz Schmachtenberg - Wochenblatt / Schaufenster

Spatenstich für Ortsdurchfahrt Schmachtenberg: Energiegenossenschaft Untermain nutzt Straßenerneuerung zur Einrichtung eines Nahwärmenetzes in Schmachtenberg

Am 13. Mai fand der obligatorische Spatenstich für den Ausbau der Ortsdurchfahrt Schmachtenberg statt. Im Zuge der Erneuerung von Kanal-, Wasser-, Strom-, und Telefonleitungen wird von der Energiegenossenschaft Untermain in Schmachtenberg ein Nahwärmenetz mit einer zentralen Biomasseheizung errichtet. Damit ist man dem Ziel, nachhaltige Energie im sinnvollen Mix in der Region zu erzeugen, wieder ein gutes Stück näher gekommen.

Den Spaten ersetzte im Regen ein Bagger im Hintergrund. Mönchsbergs Bürgermeister Thomas Zöller lud anschließend die Anwesenden ins Feuerwehrhaus ein und erläuterte mit ein paar Worten u. a. die Dringlichkeit dieses Vorhabens. Er erklärte zudem, dass an die Firma Grümbel aus Gössenheim, welche für die Ausführung zuständig ist, erst an diesem Tag der Auftrag erteilt wurde, da auf die vorzeitige Baufreigabe durch das Amt für ländliche Entwicklung gewartet wurde.

Energiegenossenschaft Untermain baut Nahwärmenetz

Bei der Sanierung werden neue Wasser- und Kanalleitungen verlegt, sowie ein neues Nahwärmenetz durch die Energiegenossenschaft Untermain aufgebaut. Die dafür geplante Hackschnitzelheizung wird über eine Wärmeleitung zirka 40 Gebäude mit Heizenergie versorgen. Der Wärmeabsatz beträgt pro Jahr 700.000 kWh, damit werden rund 80.000 Liter Heizöl durch heimische Ressourcen ersetzt.

Förderung durch Landkreis

Zudem werden Leerrohre für eine eventuelle spätere Aufrüstung der Breitbandanbindung gelegt. Das gesamte Projekt hat ein Investitionsvolumen von 2,94 Millionen Euro. Der Landkreis Miltenberg unterstützt das Vorhaben mit 560.000 Euro für Straßendecke und Entwässerung, 960.000 Euro hat die Gemeinde hierfür zu tragen. Ebenso wird die Straßenbeleuchtung erneuert. Aus der einfachen Dorferneuerung fördert das Amt für ländliche Entwicklung die Gehwege mit seniorengerechtem Pflaster, sowie Begrünung der Anlagen und Plätzen mit 111.000 Euro.

Abschluss Ende 2014

Der zeitliche Ablauf für die Straßensanierung wurde von Herrn Breitenbach (Ing.-Büro Jung) vorgestellt und erläutert. Die Baumaßnahme soll Ende 2014 abgeschlossen sein. Anschließend erteilten Dekan Franz Leipolt (rk) und Pfarrerin Barbara Röhm (ev) den Segen für das Projekt. Landrat Roland Schwing, sowie die Landtagsabgeordneten Harald Schneider und Berthold Rüth sprachen Grußworte.Im Anschluss konnten sich alle Beteiligten bei einer warmen Gulaschsuppe, vom Gasthaus „Zur Sonne“, im St. Valentinushaus aufwärmen.

Energiewende in Bürgerhand

Die Energiegenossenschaft Untermain mit Sitz in Mönchberg strebt die langfristige Sicherung der regionalen Energieversorgung durch Nutzung heimischer Potenziale in allen Bereichen an. Dem Genossenschaftsgedanken entspricht dabei, möglichst viele Bürger, Firmen und Kommunen an den EE-Projekten profitieren zu lassen und dadurch die Wertschöpfung in der Region zu halten. Sie zeichnet sich außerdem durch ein demokratisches Stimmrecht aus: pro Kopf eine Stimme, unabhängig vom eingelegten Kapital. Regionale Betätigungsfelder sind neben der Windkraft auch die Photovoltaik, die Wasserkraft und die Biomasse, wie jetzt in Schmachtenberg unter Beweis gestellt wird. Mehr Informationen gibt es unter www.energiegenossenschaft-untermain. de.


Hinweis: Obiger Text wurde redaktionell erstellt, aber als Anzeige platziert.

22.5.13 - BN Infoabend Wind - Wochenblatt / Schaufenster

Eschau: Geplante Windräder im Spessart bieten Diskussionspotenzial bei einem BN-Infoabend – Hans Jürgen Fahn: "Bei der Energiewende müssen die Bürger mitentscheiden"

Das Interesse an der vom Bund Naturschutz (BN) in der letzten Woche veranstalteten Podiumsdiskussion zum Thema „Windenergie auch im Spessart?“ war riesengroß. Der Saal im Gasthaus „Zum Löwen“ in Eschau war bis auf den letzten Platz besetzt. „Im Dialog mit dem Publikum zu informieren statt zu belehren, ist das Ziel des Bund Naturschutz am heutigen Abend“, so Dr. Hans Jürgen Fahn, Vorsitzender der BN Kreisgruppe Miltenberg, bei seiner Einleitung.

Es wurden beide Seiten an einen Tisch gebracht: Als Referenten waren Windkraftbefürworter und Skeptiker anwesend, um die rund 110 Besucher der Veranstaltung über die aktuelle Planungslage am bayerischen Untermain und die prinzipiell notwendigen Schritte bis zur Genehmigung einer Windkraftanlage zu informieren. Nach der Einstiegsfrage an die Referenten, was für sie die Energiewende bedeutet und welche Rolle die Windkraft dabei spielen soll, stellten diese dem Publikum ihren Standpunkt dar.

Verschiedene Standpunkte

Klimawandel ist für Dr. Herbert Barthel, Energiereferent des BN, der eigens aus Nürnberg mit dem Zug angereist war, ein Generationenvertrag in die Zukunft. Weg von Atomenergie und fossiler Energieträger, hin zur Windenergie. Diese allerdings nach genauer Abwägung zwischen Naturschutz und Notwendigkeit. "Ohne Windenergie kann die Energiewende nicht gelingen", so Barthel.

Für Maik Sommerhagen, Referent für Vogelschutz des Naturschutzbundes Hessen aus Wetzlar, ist die Energiewende ein Jein-Thema. Auch seiner Meinung nach ist die Standortfrage ein wichtiger Aspekt. Und nur mit Einhaltung der Abstandempfehlung ist der Vogelschutz und auch die Naturverträglichkeit gegeben. Im Spessart liegt die Hauptzugstrecke der Kraniche und diese würden von Windkraftanlagen massiv gestört werden, wendete ein Naturschützer ein. Maik Sommerhagen entgegnete, dass diese Probleme bekannt seien und gelöst werden könnten, indem bei Meldung eines Kranichzuges die betroffenen Windkraftanlagen einfach für einige Tage stillgelegt würden.

Andreas Rinner umriss als Vertreter der Bürgerinitiative „Zukunft Mönchberg Schmachtenberg“ die Beweggründe gegen den Bau von Windkraftanlagen im Spessart: „Großindustrieanlagen gehören in Industriegebiete. Sie zerstören ein Landschaftsbild, das auch vom Fremdenverkehr profitiert“. Windräder schaden dem Tourismus massiv. Auch Mönchbergs Gemeinderat habe sich ganz klar gegen Windkrafträder ausgesprochen. „Aber“, so Bürgermeister Thomas Zöller, „wir als Gemeinden müssen darüber nachdenken, durch einen klugen Energiemix Selbstversorger zu werden.“

Karlheinz Paulus von der Energiegenossenschaft Untermain stellte ganz eindeutig fest, dass nur dort Windräder entstehen sollen, wo es nötig und der Standort geeignet sei. Dies verdeutlichte er anhand einer Landkarte des Untermaingebiets, auf der die bisher geplanten Standorte ausgewiesen sind. Auch ist es für ihn kein Problem, wenn Investoren mit Windenergie einen Gewinn erzielen. „Eon verdient doch mit Strom auch Milliarden von Euro“, so Paulus.

Dank der souveränen Moderation von Andrea Stahl aus Mönchberg war es ein lebhafter, themenbezogener und aufschlussreicher Diskussionsabend. Am Ende standen viele Meinungen und Fragen der Bürger im Raum. „Wir werden noch weitere Exkursionen und Diskussionen veranstalten. Man merkt, dass Diskussionsbedarf besteht und eine Energiewende kann nur mit den Bürgern gelingen“, resümierte Dr. Hans Jürgen Fahn zum Schluss der Veranstaltung. Der Energiereferent der Kreisgruppe Lutz Löbel sammelte noch auf Zetteln Fragen ein, die aus Zeitgründen nicht mehr behandelt werden konnten. Es bringt nichts, wenn wir übereinander reden. Wir müssen miteinander reden. Eine Zusammenfassung des Abends ist auf der Seite des BN unter www. miltenberg.bund-naturschutz.de nachzulesen. SK


Hinweis: Obiger Text wurde redaktionell erstellt, aber als Anzeige platziert.

15.5.13 - Diskussion mit dem BN in Eschau - Main Echo

Windkraft zu Lasten der Landschaft ?

Energiewende: Diskussion auf Einladung des Bundes Naturschutz über Vor- und Nachteile regenerativer Stromgewinnung

Eschau - Den Dialog mit den Bürgern zu führen, zu informieren statt zu belehren, das ist nach Aussage von Hans Jürgen Fahn (Erlenbach) das Ziel des Bunds Naturschutz (BN) zum Thema Windkraft im Spessart. Bei einer Podiumsdiskussion am Montagabend (13.05.2013) kamen verschiedene Referenten, Windkraftbefürworter und Skeptiker, zu Wort.

Mehr als 100 Besucher drängten sich im Saal des Eschauer Gasthauses Löwen, um die Diskussion zu verfolgen und sich einzumischen. Dank der umsichtigen Moderation von Andrea Stahl war es gelungen, die Emotionen auf einem niedrigen Niveau zu halten.

»Kein Ereignis hat uns so bewegt wie im März 2011«, erinnerte Fahn, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Miltenberg, an die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima, die zu einem Umdenken in der Energiepolitik geführt hatte. »Alle wollen die Energiewende, aber nicht unbedingt vor der eigenen Haustür.« Fahn bezog sich damit auf die Widerstände in Mönchberg, wo sich die Bürgerinitiative »Zukunft Mönchberg-Schmachtenberg« gegen den Bau von Windrädern im Spessart formiert hat. Deren Vertreter Andreas Rinner saß mit am Podium, um die Vorbehalte gegen Windkraftanlagen im Naturpark vorzutragen, die sich daran orientieren, dass in das Landschaftsschutzgebiet eingegriffen werden soll.

Rinner legte die Präferenz in der Energiewende auf Stromsparen und ein verstärktes Engagement bei der Entwicklung von Speichertechniken, um zu viel produzierten Strom für Spitzenzeiten vorhalten zu können. Seiner Meinung nach wird das Landschaftsbild des Spessarts durch Windkraftanlagen zerstört. »Mönchberg kann sich nur positionieren, wenn der Fremdenverkehr ausgebaut wird«, sagte er und sah diese Chance durch den Bau von Windrädern schwinden. Weiterhin befürchtete er, dass auch die Attraktivität als Wohngemeinde verloren geht.

Mönchbergs Bürgermeister Thomas Zöller umriss noch einmal seine Beweggründe, in der Spessartgemeinde Windkraft zu etablieren. Ganz klar habe sich der Gemeinderat gegen die vorgesehenen Standorte auf der freien Fläche ausgesprochen. Ohne gültigen Flächennutzungsplan sei das jedoch nicht zu verhindern. Wenn private Investoren kämen und mit den Grundstücksbesitzern Pachtverträge abschlössen, würden die Windräder gebaut, auch ohne Zustimmung der Gemeinde. Eine dezentrale Energieversorgung und ein kluger Energiemix, das sei der richtige Weg für die Zukunft. Windkraftanlagen gehörten dazu und hier müssten einige wenige, aber gute Standorte gefunden werden.

Weg von der Atomenergie

»Wir müssen weg von der Atomenergie und von den fossilen Energieträgern«, brachte es Herbert Barthel, Energiereferent des BN aus Nürnberg, auf den Punkt. Er räumte ein, dass es möglich ist, die Hälfte der derzeit verbrauchten Strommenge einzusparen. »Aber ohne Windenergie wird der Atomausstieg und der Klimaschutz nicht funktionieren«, sagte er und riet zu einer genauen Abwägung zwischen dem Naturschutz und der Notwendigkeit, Windenergie zu erzeugen.

»Die Energiewende ist ein Jein-Thema« stellte Maik Sommerhage fest. Der Referent für Vogelschutz des Naturschutzbundes (Nabu) Hessen aus Wetzlar machte die Stromerzeugung durch Windkraft an der Standortfrage fest. Es müsse sehr genau geprüft werden, wo Windkraftanlagen möglich sind, um die Gefahren für die Vogelwelt so gering wie möglich zu halten. Auf Nachfrage erklärte er, dass Windräder keineswegs für das Aussterben bedrohter Vogelarten verantwortlich gemacht werden könnten: »Es gibt Abstandsempfehlungen, da kann der Ausbau naturverträglich erfolgen.« Der Vogeltod durch Straßenverkehr und durch Strommasten sowie der Rückzug von Vogelarten wegen Flächenversiegelung und intensiver 1) landwirtschaftlicher Nutzung habe deutlich mehr Gewicht.

Windräder wo nötig und möglich

»Wir brauchen die Energiewende für die Zukunft auch, um preiswerte Energie zu haben«, resümierte Karlheinz Paulus (Mainbullau) von der Energiegenossenschaft Untermain. Er beklagte, dass in Sachen Windkraft viel Angst geschürt werde. Die Energiegenossenschaft habe nicht das Ziel, überall Windräder aufzustellen, sondern nur dort, wo es nötig und möglich ist. An einer Landkarte des Untermaingebiets zeigte er auf, wo derzeit Standorte für Windräder vorgesehen sind. »Wir suchen den Dialog mit dem Bürger und es ist eine große Aufgabe, Ökologie und Ökonomie miteinander zu verbinden«, sagte er.

Der Vorwurf der Windkraftskeptiker, die Befürworter hätten nur den Gewinn durch die Einspeisevergütung im Auge, beantwortete Herbert Barthel: »Für die großen Energiekonzerne ist es profitabler, gegen Windräder zu kämpfen als sie zu bauen«. Karlheinz Paulus ergänzte: »E.on verdient Milliarden mit Strom, warum sollen Windräder nicht auch Gewinn erzielen?«

»Was aber tun wir in Spitzenzeiten im Winter, wenn nicht genug Energie zur Verfügung steht?« fragte ein Besucher zum Schluss. »Eine komplexes Thema«, räumte Fahn ein und sicherte zu, dass alle Fragen noch beantwortet werden und die Zusammenfassung auf der Homepage der BN Kreisgruppe nachzulesen ist. Sein Fazit: »Die Energiewende gelingt nur mit den Bürgern und nicht gegen sie.« Ruth Weitz

Eine Zusammenfassung der Fragen mit den jeweiligen Antworten ist in Kürze auf der Website der BN-Kreisgruppe Miltenberg unter der Adresse www.miltenberg.bund-naturschutz.de nachzulesen.


1) im Originaltext stand "extensive" Landwirtschaft, das ist aber die ressourcenschonende, es muss "intensive", also konventionell auf Ertrag/Profit ausgelegte heissen - Anm. A. Stahl (EGU-Pressereferentin & Moderatorin des Abends)


Hintergrund: Windkraft im Naturpark Spessart

Ein Landschaftsschutzgebiet (kurz LSG) ist eine Gebietsschutzkategorie des Naturschutzrechts. Gegenüber einem Naturschutzgebiet zielt es auf das allgemeine Erscheinungsbild der Landschaft. Solche Schutzgebiete können ausgewiesen werden, um das Landschaftsbild für Tourismus und Erholung zu erhalten. In Unterfranken beträgt der Flächenanteil rund 42,5 Prozent, wobei die Modalitäten in den Regionalplänen festgelegt werden. Für den bayerischen Untermain, die Landkreise Aschaffenburg und Miltenberg sowie die Stadt Aschaffenburg, ist dies der Regionalplan I. Vom bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Technologie und Verkehr ist die Verantwortlichkeit klar definiert. Im bayerischen Windatlas heißt es: »Bei der über die Zulässigkeit entscheidenden Abwägung zwischen den für die Windenergieanlage sprechenden Gründen und den von ihr berührten öffentlichen Belangen ist gebührend zu berücksichtigen, dass es vom Gesetz anerkannte Gründe für einen Standort der Windenergieanlage im Außenbereich gibt. … Die Gemeinden können in ihren Flächennutzungsplänen Konzentrationszonen für Windenergieanlagen darstellen, in denen die Errichtung von Windenergieanlagen zulässig ist. Ebenso können in bayerischen Regionalplänen Vorrang­, Vorbehalts­ und Ausschlussgebiete für Windenergieanlagen ausgewiesen werden …«. Eine Lockerung der Naturparkrichtlinien in der Region I zu Gunsten von Windkraftanlagen, wie etwa im hessischen Odenwald, ist nicht vorgesehen, wird aber derzeit im regionalen Planungsverband - in dem auch alle Bürgermeister vertreten sind - diskutiert. (Ruth Weitz)

2/13 - Energiewende vor Ort - Pfarrgemeindeblatt Weilbach, Amorbach, Schneeberg

Energiewende vor Ort umsetzen

Unsere Redaktion im Gespräch mit Frau Martina Römmelt-Fella, Vorstandsvorsitzende der Energiegenossenschaft Untermain

Warum wurde die Energiegenossenschaft gegründet?

Um die Energiewende vor Ort umzusetzen, also um Umwelt und Natur zu bewahren und dem Klimawandel gegenzusteuern. Nur wenn wir als Bürger das Heft in die Hand nehmen, können wir auch mitgestalten. Es geht bei der Energiewende nicht nur um die Energiegewinnungsform sondern auch um eine Demokratisierung des Energiemarktes, also weg von den großen Versorgern hin zu dezentraler Energiegewinnung in Bürgerhand. Durch diese Strukturen entfallen auch teure, aufwändige Überlandleitungen.

Was sind die Ziele der Energiegenossenschaft?

  • Förderung der Mitglieder.
  • Nachhaltige Energie im sinnvollen Mix in der Region erzeugen.
  • Langfriste Sicherung der regionalen Energieversorgung durch Nutzung heimischer Potenziale.
  • Energiekosten der Zukunft dauerhaft bezahlbar zu gestalten (z. B. durch einen regionalen Ökostromtarif für unsere Mitglieder).
  • Möglichst viele Bürger, Firmen und Kommunen an den Projekterträgen profitieren zu lassen.
  • Wertschöpfung in der Region halten.

Welche alternativen Energien sollen genutzt werden?

Um eine umfassende Versorgung mit Erneuerbaren Energien zu erreichen, sind alle Formen nötig: Fotovoltaik, Windenergie, Biomasse und Wasserkraft. Wichtig ist uns, dass ein für die Bürger sinnvoller und für die Natur verträglicher Mix entsteht. Darunter verstehen wir z. B. keine Monokulturen, keine Verspargelung, so wenig Eingriff in die Natur wie möglich.

Wie funktioniert die Genossenschaft?

Wichtigstes Ziel einer Genossenschaft ist die Förderung ihrer Mitglieder, das bedeutet, dass der wesentliche Teil des erwirtschafteten Gewinns an die Mitglieder ausgeschüttet wird. Die Mitgliederversammlung ist das oberste Entscheidungsgremium. Mit dem Kapital ihrer Mitglieder baut, plant und betreibt oder beteiligt sich die Energiegenossenschaft an EE-Anlagen in der Region. Ein Geschäftsanteil beträgt bei uns 100 Euro. Es können beliebig viele Anteile gezeichnet werden. So ist eine Teilhabe bereits für „den kleinen Geldbeutel“ machbar, aber auch große Summen können gewinnbringend angelegt werden.

Warum sollten möglichst viele Bürger Mitglied der Energiegenossenschaft werden?

Je mehr Mitglieder wir haben, umso bessere Möglichkeiten bestehen für die Umsetzung der Projekte und die Erreichung unserer Ziele. Arbeitsplätze werden geschaffen, die Kommunen profitieren durch Pachteinnahmen und Gewerbesteuern. Außerdem haben die Mitglieder selbst mehrfachen Nutzen: Eine ökologische Geldanlage mit Risikominimierung durch verschiedene und sorgfältig geplante EE-Anlagen, direkte kapitalunabhängige Mitbestimmung (pro Kopf eine Stimme), kein Agio, keine Eintrittsgebühr sowie Informationen aus erster Hand. Außerdem sind alle Handelnden der Genossenschaft aus der Region.

Welche Projekte wurden bereits umgesetzt, was ist als nächstes geplant?

Umgesetzt wurden bisher 5 Fotovoltaikprojekte. In Planung ist eine Hackschnitzel-Dorfheizung, Fotovoltaikprojekte und Windkraftbeteiligungen.

Wie können wir in der Zukunft unseren Energiebedarf decken?

Nur die erneuerbaren Energien stehen grenzenlos und ohne oder mit geringem Verbrauch von Ressourcen zur Verfügung. In der Zukunft gibt es keine Alternative, da die fossilen Rohstoffe zur Neige gehen. Durch regionale Energieerzeugung wird die Energieversorgung aus eigener Kraft gesichert. Aus unserer Sicht sind die wesentlichen Themen der Zukunft die Weiterentwicklung von Speichertechnologien und intelligenten Netzen und das Zusammenspiel der verschiedenen Kraftwerke und Kleinanlagen. An erster Stelle jedoch sollte das Energiesparen stehen!

Anette Link


19.4.13 - BVMW Diskussion zur Energiewende - Main Echo

Bürger bei Standortfrage beteiligen

Windenergie: Unternehmer des Bundesverbands der mittelständischen Wirtschaft am bayerischen Untermain diskutieren

Mönchberg. Die Energiewende am bayerischen Untermain ist für den Mittelstand ein Thema, das auf den Nägeln brennt. Wie am Mittwoch beim Unternehmerabend des Bundesverbands der mittelständischen Wirtschaft (BVMW) am bayerischen Untermain in Mönchberg klar wurde, sind steigende Energiekosten für alle ein bedeutender Kostenfaktor.

Wie die Energiewende in der Region umgesetzt werden kann, welche Möglichkeiten sich für Umwelt und Geldbeutel durch Strom- und Wärmeerzeugung aus regenerativen Ressourcen bieten, stellten Vertreter der Energiegenossenschaft Untermain vor.

Entsorgungsfrage nicht gelöst

Für die Kommunen im Landkreis brach Amorbachs Bürgermeister Peter Schmitt eine Lanze für regenerative Energie. In der Barockstadt arbeiten Stadtrat und Verwaltung eng mit der Energiegenossenschaft zusammen. »Ich ärgere mich, dass der Bürger nur sieht, was er für erneuerbare Energie zu zahlen hat, nicht aber, welche Milliarden über Jahre hinweg durch Steuergelder in die Förderung der Atomkraft geflossen sind«, kritisierte er und fügte hinzu, dass auch die Entsorgungsfrage des hoch radioaktiv belasteten Materials nicht gelöst und auf jeden Fall kostenintensiv sei.

Welche Projekte die Energiegenossenschaft bereits finanziert und umgesetzt hat, fasste Martina Römmelt-Fella vom Vorstand der Organisation zusammen. »Regionale Energiewende in Bürgerhand« ist der Slogan, mit dem die Genossenschaft wirbt. Dahinter steht das Bestreben, die Bürger mit Anteilen aus dem Gewinn zu beteiligen, die Wertschöpfung in der Region zu halten und nachhaltige Energie in einem sinnvollen Mix voranzutreiben. Noch jung ist das im vergangenen Jahr gegründete Tochterunternehmen Untermain Wind Energie GmbH, das mit der Projektierung von Windkraftanlagen befasst ist. Ein Novum der finanziellen Beteiligung wurde von Projektentwickler Thomas Pollakowski enthüllt: Ein Risikodarlehen, das durch die Beteiligung am Gewinn der Betreibergesellschaft vergütet wird. Als weitere Möglichkeit, Windparkprojekte zu fördern, nannte er die stille Beteiligung an den erwirtschafteten Überschüssen. Zwischen den Zeilen war es als Aufforderung an die Unternehmer zu verstehen, in Windenergie zu investieren.

Martina Römmelt-Fella wies auf eine starke Bürgerbeteiligung hin, auch bei der Standortfrage. »Es muss auf jeden Fall sozial verträglich sein«, sagte sie und zeigte sich trotz der jüngsten Aktivitäten der Windkraftgegner überzeugt, dass das Windkraftprojekt in Mönchberg kommen wird. Eine so genannte »Verspargelung« werde es mit der Energiegenossenschaft nicht geben, so Römmelt-Fella.

Ruth Weitz

Veranstaltungen des BVMW unter www.bvmw.de/landesverband-hessen/kreisgeschaeftsstellen/aschaffenburg-und-miltenberg.html oder bei Beatrice Brenner, Tel. 0 60 22 / 64 91 87, E-Mail: beatrice.brenner@bvmw.de


Hintergrund: BVMW

Der Bundesverband mittelständischer Unternehmen (BVMW) mit Hauptsitz in Berlin ist in verschiedene Landesverbände untergliedert, wo es wiederum 300 in Kreisverbänden organisierte Regionalstellen gibt. Er ist der größte, deutsche Mittelstandsverband. Der Kreisverband Aschaffenburg und Miltenberg gehört durch seine Nähe zum Rhein-Main-Gebiet dem Landesverband Hessen an. Leiterin des Regionalverbands ist Beatrice Brenner aus Elsenfeld, die vom Verbandsbeauftragten Oliver Grendel aus Alzenau unterstützt wird. (Ruth Weitz)


Information: Die Energiegenossenschaft Unterman ist seit 2013 Miltglied im BVMW. (Andrea Stahl)

17.4.13 - EHU Mitglied Leserbrief - Main Echo

Jetzt alles klar! Oder doch nicht?

Jetzt ist alles klar! Oder doch nicht? Die »Info-Veranstaltung« am vergangenen Samstag warb in ihrem Untertitel mit »Konsequenzen und Fakten zum Bau von Windkraftanlagen«. Doch welche Fakten kamen zur Sprache?

Herr Oswald, Seniorchef der Oswald Elektromotoren, sprach sich deutlich gegen Windkraftanlagen aus, und schlug vor, Subventionen zu streichen, sowie den Wirkungsgrad vorhandener Elektromotoren zu optimieren. Auch wenn Herrn Oswald tiefer Respekt dafür zu zollen ist, dass er bei der Entwicklung neuer Elektromotoren einen höheren Wirkungsgrad innerhalb seines Unternehmens weiter vorantreibt, so blieb doch die Kernfrage unbeantwortet: Woher soll der Strom kommen, wenn es ihm nicht gelingt, ein Perpetuum Mobile zu entwickeln?

Gleiches gilt auch für die von ihm angeprangerten Subventionen: Betrachtet man die Zielsetzung von Subventionen einmal nüchtern vor dem Hintergrund der Stromerzeugung in Deutschland, so muss man feststellen, dass sich die Windenergie von einem Anteil von etwa einem Prozent (2000) bis auf 7,7 Prozent (2012) sehr gut entwickeln konnten. Ob dies auch unsubventioniert so passiert wäre? Letztlich konnte man sich als Zuhörer des Eindrucks nicht erwehren, dass das Plädoyer anders ausgefallen wäre, wäre Herr Oswald mit seiner Firma als Zulieferer an der Wertschöpfungskette von Windkraftanlagen beteiligt.

Doch wo Licht ist, da ist bekanntlich auch Schatten! Vor diesem Hintergrund war der insgesamt sehr ausgewogene Vortrag des freien Biologen Dr. Buer zu sehen. Es sind zum Teil wirklich grauenhafte Bilder verstümmelter Vögel, die einem als Tierfreund zutiefst in der Seele weh tun.

Gleichzeitig scheinen wir in anderen Bereichen weniger zimperlich zu sein: Wenige Seiten weiter in der gleichen Ausgabe des Main-Echos lesen wir, dass sich etwa alle zwei Minuten ein Wildunfall irgendwo auf Deutschlands Straßen ereignet. Die Zahl der Opfer: 230400 (Reh-, Schwarz-, Dam- und Rotwild). Hat deswegen schon mal jemand ernsthaft das Autofahren zur Disposition gestellt? Nein! Denn es kommt wie so oft auf die konkret zu führende, umfassende Abwägung zwischen Nutzen und Eingriff an.

Das angekündigte Highlight des Abends mit Referent Enoch Freiherr von und zu Guttenberg fiel sehr ernüchternd aus. Das Engagement für den Umweltschutz dieses Mannes, der laut einer Schätzung des Manager Magazins (2010) mit einem Vermögen von 400 Millionen Euro zu den 500 reichsten Deutschen zählt, ist unbestritten. Allerdings kann das vorgegebene Thema als »verfehlt« angesehen werden, wenn dieser Mann, der 1975 Mitgründer des BUND war, seine mit Abstand am großzügigsten bemessene Redezeit für eine Generalabrechnung zweckentfremdet.

Ein echter Schwachpunkt war weiter, dass hier - ähnlich einer politischen Aschermittwochsrede mit erhobenem Zeigefinger, jedoch weitaus weniger unterhaltsam - seitens des Referenten Vorhaltungen gegenüber den in der Halle Anwesenden, namentlich Bürgermeister Zöller und Landtagsabgeordneter Fahn, gemacht wurden, ohne dass diese Gelegenheit hatten, sich hierzu verteidigend zu äußern.

Auffällig war insgesamt, dass keiner der Referenten zu Windkraftanlagen gangbare Alternativen anführte oder anzuführen wusste, so dass für eine angekündigte sogenannte »Info- Veranstaltung« auch nach knapp drei Stunden noch zu viele Fragen offen blieben.

Stefan Engels, Untere Dorfstraße 18, 63933 Mönchberg

20.3.13 - Windkraft im Amorbach - Main Echo

Stadt forciert Windräder

Energiewende: Genossenschaft sucht in Amorbach nach geeigneten Standorten

AMORBACH. Die Stadt Amorbach will sich beim Thema Energiewende nicht den Wind aus den Segeln nehmen lassen: Seite an Seite kämpfen Rat und Verwaltung darum, dass sich auf den Höhen des Odenwalds künftig doch noch Windräder drehen dürfen – obwohl der Planungsverband Bayerischer Untermain diese Standorte in seinen Untersuchungen bislang nicht berücksichtigt, weil sie nach derzeitigem Stand im Landschaftsschutzgebiet liegen.

Die Amorbacher wollen dennoch Fakten schaffen: In nichtöffentlicher Sitzung hat der Rat am Donnerstag (14.3.13) einstimmig einem städtebaulichen Vertrag mit der Energiegenossenschaft Untermain (EGU) zugestimmt. Dieser legt fest, dass die Genossenschaft auf eigene Kosten Standorte für Windenergieanlagen auf Amorbacher Gemarkung sucht und entwickelt. Bürgermeister Peter Schmitt (CSU) geht davon aus, dass die Projekte eine reelle Chance auf Verwirklichung haben: Der unterfränkische Bezirkstag habe signalisiert, dass eine Änderung der Landschaftsschutzgebiete möglich ist.

Wildwuchs verhindern

In einer längeren Rede legte Schmitt anschließend in öffentlicher Sitzung dar, dass aus Sicht der Stadtspitze kein Weg an der Umstellung auf erneuerbare Energien vorbeiführt. Im Gegensatz zu Kohle, Erdöl und Erdgas sei Wind unbegrenzt vorhanden, eine günstige Energiequelle und zudem ohne Schaden für die Umwelt nutzbar. Mit einer Änderung des Flächennutzungsplans, die die Verwaltung derzeit vorbereitet, will die Stadt allerdings einen Wildwuchs von Windrädern auf ihrem Gebiet verhindern und eine landschafts- wie ortsbildverträgliche Bündelung der Anlagen erreichen. Ziel ist es, Standorte nahe der Landesgrenze zu finden, die durch Windräder auf hessischer und badenwürttembergischer Seite ohnehin vorbelastet sind.

Kritik übte Schmitt an Stimmen aus dem Norden des Kreises Miltenberg: »Von einigen Bürgermeistern im Norden, wo wenig Wind weht und es kaum Standorte gibt, höre ich, dass sie auf die Einhaltung der Landschaftsschutzgebiete pochen«, sagte er. »Aber man muss auch anderen zutrauen, dass sie verantwortlich mit dem Landschaftsschutz umgehen.« Große Gewerbeflächen der Kommunen im Nordkreis, Hochregallager, Überlandleitungen und Hochspanungsmasten im Maintal seien ein ebenso großer Eingriff in das Landschaftsbild wie Winkraftanlagen.

Signal für Umweltschutz

Auch die Bedenken der Bürgerinitiative »Zukunft Mönchberg«, die sich klar gegen Windräder auf Mönchberger Gemarkung ausspricht, versteht der Amorbacher Bürgermeister nicht. Aussagen, dass sich die Rotoren negativ auf den Tourismus auswirkten, seien nicht haltbar, sagte Schmitt. Er verwies auf das »Energiedorf « Wildpolsried im Allgäu, das inzwischen sogar von einer Art Windkraft- Tourismus profitiere. Das Signal ist aus seiner Sicht: »Wer sich für saubere, sanfte Stromerzeugung einsetzt, bemüht sich auch um sanften Tourismus, Umwelt- und Naturschutz generell. «

Die Stadt Amorbach will den Weg der Energiewende vor Ort mitgehen – das zeigte nicht nur der Vertrag mit der Energiegenossenschaft Untermain, sondern auch die Aussprache nach Schmitts Grundsatzrede. »Die derzeitigen Diskussionen kommen mir so vor, als wollten wir den Bürgern Böses «, sagte ABL-Sprecher Bernd Schötterl, ebenfalls mit Blick auf Mönchberg. »Aber wir haben die Notwendigkeit zur Nutzung nachhaltiger Energien erkannt. Das ist uns schon lange ein Anliegen.«

Kriterienkatalog entwickeln

Er kritisierte, dass viele Menschen versuchten, nach dem St.-Florians- Prinzip zu handeln: Windkraft ja, aber nicht vor meiner Haustür. Der Stadt Amorbach gehe es nicht darum, die Region zuzupflastern. Sie wolle einen Kriterienkatalog für verträgliche Windrad-Standorte entwickeln. »Wir müssen die Energiewende mit Augenmaß auf den Weg bringen«, forderte Schötterl. »Werthaltige Kritik dazu nehme ich gerne an.«

CSU-Fraktionsvorsitzender Bernhard Springer betonte, der Rat wolle die Bürger im Dialog in die Planungen einbinden. »Wir nehmen die Bedenken ernst.« Auch SPD-Sprecher Jan Burschik erklärte, die Kommunalpolitik wolle Einwände der Bevölkerung keineswegs zurückweisen. »Aber ein zügiges Umschwenken ist nötig. Wir tun das Unsere dazu. Atomkraftwerke sind auch nicht das Schönste.«

Über die Ergebnisse der Standortsuche will die Stadtverwaltung die Bürger in gesonderten Versammlungen informieren. EGU-Vorstandsvorsitzende Martina Römmelt-Fella sagte, auch die Energiegenossenschaft habe das Anliegen, die Bürger mitzunehmen. »Wir nehmen auch die Bedenken ernst.« In einem Facebook- Posting teilte die Genossenschaft vergangene Woche mit, bei Boxbrunn könnten bis zu vier Windkraftanlagen gebaut werden. Sabine Balleier

14.3.13 - Keine Windkraft in Mönchberg - Main Echo

Keine Windräder in Mönchbergs Flur

Energiepolitik: Bürgermeister Thomas Zöller muss sich nach Ratsbeschlüssen zähneknirschend in Zurückhaltung üben

MÖNCHBERG. Der Gemeinderat hat am Dienstag Abend beim Thema Nutzung von Windkraft den Weg zurück zum Konsens gefunden – vorerst. Einstimmig plädierte das Gremium im vollen Bürgersaal des Alten Rathauses vor 70 interessierten Zuhörern dafür, in der Mönchberger Flur keine Windräder zuzulassen. Um das auch sicherstellen zu können, wird die Gemeinde einen Fachanwalt hinzuziehen.

Mindestens genauso weitreichend war jedoch eine ebenfalls einmütig gefasste zweite Entscheidung. So hob das Ratsgremium einen Beschluss aus dem Jahr 2012 auf, der auf die Änderung des Mönchberger Flächennutzungsplanes abzielte. Damit sollte auf dem Geiersberg eine Vorrangfläche zur Nutzung von Windkraft ausgewiesen werden.

Auch Bürgermeister Thomas Zöller, überzeugter Befürworter der Windenergie, widersetzte sich dieser Position am Ende nicht. Zuvor hatte er sich jedoch wiederholt dafür ausgesprochen, durch die Ausweisung einer solchen Vorrangfläche steuernd einzugreifen und eine »Verspargelung« der Landschaft zu verhindern. Ein regulatives Eingreifen der Gemeinde hält Zöller für notwendig, zumal Investoren intensiv nach geeigneten Standorten auch auf privatem Grund suchten und es ohnehin Tendenzen beim Regionalen Planungsverband und beim Bezirk Unterfranken gebe, Landschaftsschutzgebiete für Windräder zu öffnen. Konkret sieht Zöller die Flur im Halbrund um Schmachtenberg gefährdet, wo ein Investor bis zu acht Anlagen bauen möchte.

Unzulässige Verhinderungsplanung

Mit seiner Argumentation konnte Zöller und mit ihm Eberhard Heider (BBM) jedoch nicht durchdringen. Das lag in erster Linie an den Antworten zuständiger Behörden auf Anfragen der Marktgemeinde, die CSU-Gemeinderat Tobias Stauder gefordert hatte. Die aussagekräftigste davon: Eine Ausweisung von Flächen im Naturpark auf den Höhenrücken Mönchbergs wäre »recht deutlich eine unzulässige Verhinderungsplanung «, so Regierungsrätin Ursula Ott, Leiterin des Fachgebiets Umweltschutz im Landratsamt Miltenberg. Trotz des politischen Drucks, Windkraft in Landschaftsschutzgebieten zuzulassen, und der Absicht des unterfränkischen Bezirkstags, solche Zonen zu öffnen, könne derzeit eine Windkraftfläche in einem Schutzgebiet nicht in einem rechtsverbindlichen Flächennutzungsplan ausgewiesen werden.

Stadtrat Stauder beschwor in diesem Sinne seine Kollegen: »Mönchberg eignet sich nicht als Vorrangfläche. Wir werden keinen Rechtsbruch begehen.« Er appellierte daran, Windräder mit aller Macht zu bekämpfen und dabei »die für Mönchberg wichtigen öffentlichen Belange« Tourismus, Landschaftsbild und Artenschutz ins Feld zu führen. Würde der Markt hingegen Vorrangflächen ausweisen, »schwächen wir unsere eigene Argumentation «. Nach Stauders Auffassung muss die Gemeinde noch einige Wochen Widerstand leisten, ehe feststeht, ob am Bayerischen Untermain außerhalb der Schutzzonen genügend geeignete Flächen für angestrebte 50 Windkraftanlagen vorhanden sind, oder ob die Schutzgebietsbestimmungen gelockert werden. Stauder glaubt, dass dann in den Schutzgebieten bereits belastete Flächen, etwa an der bayerisch-hessischen Landesgrenze, oder Standorte in den Randzonen bevorzugt würden.

Bürger sollen befragt werden

Spät in der rund 90-minütigen Diskussion versuchte Bürgermeister Zöller die Wendung ins Grundsätzliche. »Wir haben in Deutschland die Energiewende. Was wäre so dramatisch, wenn weit weg vom Ort Windräder errichtet würden?« Der Bürgermeister, der bereits Gespräche mit Investoren sowie Vertretern der in Mönchberg beheimateten Energiegenossenschaft Untermain geführt hatte, kündigte an, die Bevölkerung Mönchbergs nach ihrer Meinung fragen zu wollen. Gut vorstellbar, dass am Ende des Prozesses ein Volksentscheid steht.

Zunächst aber kehrte am Dienstag »nach hitzigen Debatten« der letzten Wochen wieder Ruhe ein. Auch Tobias Stauder bemühte sich um einen Schulterschluss mit dem Bürgermeister. Er wertete die jüngsten Auseinandersetzungen als Ergebnis »demokratischer Streitkultur «.

Manfred Weiß

13.3.13 - Engelberggespräch Energiewende - Main Echo

»Egoismus ist kein Erfolgsmodell«

Engelberg-Gespräch: Michael Wenzel, Martina Römmelt-Fella und Pater Claus Scheifele reden über »Geld oder Leben«

Großheubach. Es ist schwierig, als Unternehmer mit Weitsicht und gleichzeitig gewinnorientiert zu handeln. Denn wirtschaftliche Interessen spielen häufig eine größere Rolle als negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Das zeigte das Engelberg-Gespräch am Samstagabend (9.3.2013).

Mit Michael Wenzel (Reis), Martina Römmelt-Fella (Energiegenossenschaft Untermain) und Hausherr Pater Claus Scheifele diskutierten drei in der Region tätige Vertreter unterschiedlicher Wirtschaftsmodelle in der Klosterstube auf dem Großheubacher Engelberg.

Die Veranstaltung von Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB), Caritas, Martinusforum und Kloster stand unter dem Motto »Geld oder Leben«. »Es hätte wohl besser Geld oder Lebensinhalt heißen müssen«, sagte Stefan Picard, der als Musiker nachdenkliche, selbstkomponierte Lieder beisteuerte.

Erst Geld verdienen, dann stiften

Zu Beginn spannte Moderator Joachim Schmitt (KAB) einen Bogen von den Anfängen der Menschheit bis zum Kollaps des Finanzkapitalismus vor wenigen Jahren. Auf dem Podium waren nach Schmitts Ansicht drei positive Gegenbeispiele versammelt. Michael Wenzel, den Geschäftsführer der Reis Group Holding, stellte Schmitt als »ehrbaren Kaufmann« vor, der neben einem global agierenden Unternehmen eine Stiftung mit humanitärer Ausrichtung leitet.

Martina Römmelt-Fella, Vorstandsvorsitzende der Energiegenossenschaft Untermain, attestierte Schmitt eine am Wohl jedes Einzelnen orientierte Arbeit in einem weitgehend krisenfesten Unternehmen. Den Hausherrn des Klosters, Pater Claus Scheifele, lobte er dafür, sich in einer Glaubensgemeinschaft mit über 1000-jähriger Erfolgsgeschichte für die Armut entschieden zu haben.

Doch die Diskutanten räumten schnell ein, dass es trotz sozialem Engagement für jedes Wirtschaftsunternehmen überlebenswichtig sei, schwarze Zahlen zu schreiben. Ein genossenschaftliches Modell wie das von ihr mitgestaltete beziehe jedoch viele Menschen mit ein und gebe jedem Einzelnen eine Stimme, egal wie hoch sein Kapitaleinsatz sei, sagte Römmelt-Fella.

»Unser Ziel ist die 100-prozentige Abdeckung des Landkreises mit erneuerbaren Energien«, sagte die Energieunternehmerin. Das deutsche Energiesystem sei derzeit im Umbruch, konstatierte die Inhaberin eines Amorbacher Maschinenbauunternehmens. Die großen Energieversorger würden bei ihren Kunden zunehmend an Vertrauen verlieren. Ein Problem, das international sei und inzwischen auch viele Unternehmen im Finanzsektor betreffe, ergänzte Schmitt.

Wenzel monierte, dass branchenübergreifend der schnelle Gewinn im Vordergrund stehe. »Ich halte Weichenstellungen mit langfristiger Wirkung für wesentlich besser«, betonte der Diplomphysiker. Eine solide wirtschaftliche Grundlage mache es erst möglich, sich sozial zu engagieren. Pater Claus Scheifele machte einen entspannten Eindruck auf dem Podium. »Das Prinzip des Verzichts und der Genügsamkeit der Franziskaner ist ein alternatives Modell zur gängigen Wirtschaftspraxis«, sagte Scheifele. Diese Selbstlosigkeit habe sich in seinem Leben immer wieder bewährt.

»Natürlich kann ich nicht behaupten, dass es schön ist, arm zu sein, aber Sorge und Stress sind mir fremd«, sagte das Klosteroberhaupt. Er habe zum Teil für millionenschwere Projekte wie einen Kirchenbau in München Verantwortung getragen, daraus jedoch keinen persönlichen Profit gezogen. Das reine Gewinnstreben mache auf Dauer kaputt. »Egoismus ist kein Erfolgsmodell.«
Marc Heinz

21.2.13 - Windkraft in Spessart und Odenwald? - Main Echo

Bezirkstag will Windräder in den Naturparks

Energie: Standorte im Spessart und im Odenwald werden untersucht, der Steigerwald bleibt ausgeklammert

WÜRZBURG. Strom aus dem Naturpark Spessart: Auch in Unterfranken soll es in Zukunft möglich sein, Windräder in Landschaftsschutzgebiete zu stellen. Wie der Bezirkstag jetzt in Würzburg beschlossen hat, wird in einem ersten Schritt untersucht, welche Standorte im Spessart und im Odenwald für Windkraft geeignet sind.

Unterfrankens Naturparks »windkraftfit « zu machen, ohne gesundheitliche und ökologische Belange übermäßig zu beeinträchtigen, vor dieser Aufgabe sieht sich der Bezirk als Verordnungsgeber für Landschaftsschutzgebiete gestellt. »Es gibt in den Naturparks Bereiche, wo Windräder wirklich gut stehen könnten«, betonte Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel (Wörth, CSU) am Dienstag zum Auftakt einer längeren Debatte über die Vereinbarkeit von Windkraft und Landschaftsschutz.

Über mehrere Landkreise hinweg

In Hessen und Baden-Württemberg sei es inzwischen Standard, Windkraft auch in Landschaftsschutzgebieten zu nutzen, betonte Dotzel. In Unterfranken wird dies aktuell noch strikt ausgeschlossen. Aufgehoben werden kann das Verbot nur durch den Bezirk, da sich die Landschaftsschutzgebiete der Naturparks stets über mehrere Landkreise hinweg erstrecken.

Vor allem der Main-Spessart-Kreis ist an einer Aufhebung des Tabus interessiert. »Wir brauchen noch 100 Windräder, um energieautark zu werden «, betonte Landrat Thomas Schiebel, Mitglied der Fraktion der Freien Wähler im Bezirkstag. Der Landkreis sehe keine Möglichkeit, die Ausbaupläne außerhalb der Landschaftsschutzgebiete zu realisieren. Schiebel zufolge sind Teile der Schutzgebiete von Spessart und Steigerwald ohnehin vorbelastet: »Außerdem gibt es Räume Richtung Hessen, wo bereits Windkraftanlagen errichtet wurden.« So werde der Spessart schon jetzt durch Windkraft geprägt.

Etliche Gemeinden in Unterfranken befürchten hingegen massive Kollisionen zwischen Landschafts-, Naturund Klimaschutz. Besonders umstritten ist die Windkraft im Steigerwald. Der regionale Planungsverband Main- Rhön hat sich als einziger der drei unterfränkischen Planungsverbände gegen Windkraft im Landschaftsschutzgebiet ausgesprochen. In der Folge ergab jetzt eine 9:9-Kampfabstimmung im Bezirkstag, dass der Steigerwald bei der Standortsuche zunächst ausgeklammert bleibt.

Der Beschluss des Planungsverbands schürte massive Konflikte in der Region Main-Rhön, die sich im Bezirkstag fortsetzten. »Wenn die Energiewende gelingen soll, wird es Eingriffe geben«, so SPD-Bezirksrat Bernhard Ruß (Sand am Main). Auch seine Fraktionskollegin Kathi Petersen (Schweinfurt) betonte mit Blick auf den Atomausstieg: »Irgendeinen Tod muss man sterben.« Welchen Umfang dieser »Tod« haben wird, erläuterte Regierungsvizepräsident Andreas Metschke: »Es ist davon auszugehen, dass wir 5000 Quadratmeter Wald pro Windkraftanlage brauchen.« Damit sei der Eingriff »relativ erheblich«. Und Main- Spessart-Landrat Schiebel betonte, auch der Steigerwald werde benötigt, um Unterfrankens Windkraftziele zu erreichen.

Das Ziel des Freistaats Bayern für Windkraft lautet klar, auch Landschaftsschutzgebiete als mögliche Standorte einzubeziehen, unterstrich Bertram Eidel, Windkraftexperte der Regierung von Unterfranken. Deshalb müssten die Landschaftsschutzgebietsverordnungen geändert werden. Möglich wäre es, geeignete Standorte für Windkraft vollständig herauszunehmen: »Doch dann würde ein Schweizer Käse entstehen, was wir nicht wollen.« Alternativ schlug er vor, ein »Zonierungskonzept« zu erstellen. Dadurch würden Zonen zur Windkraftnutzung innerhalb von Landschaftsschutzgebieten definiert.

Spreu vom Weizen

Das Konzept könne von der Regierung als Fachbehörde jedoch nicht nebenbei angefertigt werden, betonte Andreas Metschke: »Wir müssen gerade Personal abbauen.« Die Regierung könne lediglich eine Vorprüfung in den vom Bezirk ausgewählten Naturparks Spessart und Odenwald vornehmen, »um die Spreu vom Weizen zu trennen «. Das Zonierungskonzept selbst müsse von einem Fachbüro angefertigt werden. pat

9.2.13 - EGU Mitglied Leserbrief - Main Echo

Ungleich schöner als Atom- und Kohlekraftwerke

Ein »deutliches Ja zu Windrädern« möchte ich den Windkraftskeptikern entgegenstellen. Ihre Einwendungen und Befürchtungen finde ich kleinlich, kurzsichtig und unzutreffend: Wandern, Walken und Mountainbiken unterm Windrad? Tourismus oder Windkraft? Massiver Bevölkerungs- und Einnahmerückgang durch Windräder? Umzingelung von Windrädern? Verspielt Mönchberg seinen Spessart-Wald?

Gleich vorweg: Wenn die Kohlendioxid-Klimaerwärmung weiterschreitet, dann verabschiedet sich der Spessartwald mit seinen Buchen und Eichen von ganz allein. Und wenn im Atomkraftwerk Grafenrheinfeld eine Kernschmelze eintritt, dann braucht man sich in Mönchberg, bei entsprechender Windströmung, keine Gedanken mehr über ausbleibende Touristen zu machen!

Besteht genügend Abstand zur Wohnbebauung, ist keine Bedrohung geschützter Tiere gegeben und ist auch ein mögliches Problem durch Schattenwurf beseitigt. So erkenne ich kein Hindernis, auch im Naturpark Windkraftanlagen zu errichten. Dezentrale Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energie mit kurzen Wegen zum Stromkunden sind das Gebot der Stunde. Ortsnahe Energiegewinnung hat minimale Leitungsverluste. Offshore-Windräder sind doppelt so teuer wie jene im Landesinneren. Wenn die Macht der vier großen Stromoligopolisten durch genossenschaftliche Wertschöpfung vor Ort geschmälert wird, dann geschieht dies im Einklang mit den Grundsätzen unserer Marktwirtschaft: Viele Anbieter führen zum günstigsten Marktpreis.

Mit Franz Alt, dem bekannten Umweltjournalisten, möchte ich betonen, dass Windräder nicht die Landschaft verschandeln, sondern ungleich schöner als Atom- und Kohlekraftwerke sind. Denn Windenergie ist ein kostenloses Geschenk des Himmels, ohne Treibhausgase, Dieselruß und atomare Abfälle. Unter diesem Gesichtspunkt kann man Windräder als ästhetische Wunderwerke der Technik im Einklang mit Natur und Umwelt sehen.

Jedes einzelne, neue Windrad verringert das Gefahrenpotenzial einer AKW-Kernschmelze mit tödlicher Strahlung sowie die Klimaerwärmung durch CO2. Mit jedem neuen Windrad steigt die Chance, die noch in Betrieb befindlichen neun deutschen Atomkraftwerke schneller als geplant stillzulegen.

So gesehen, zeugt das »deutliche Ja zu Windrädern«, wie es von fünf Mitgliedern des Gemeinderats Mönchberg, einschließlich seines fortschrittlichen Bürgermeisters, sowie von der überwältigenden Mehrheit des Stadtrates Amorbach zum Ausdruck kommt, von großem Weitblick! *Werner J. Zöller, In den Seegärten 35, Großheubach *

7.2.13 - Mönchberger Gemeinderat gegen Windkraft - Main Echo

Deutliches Nein zu Windrädern

Mönchberger Gemeinderat hat entschieden

Vorläufiges Aus für Windkraftanlagen in Mönchberg: In der öffentlichen Gemeinderatssitzung am Dienstag stimmte eine deutliche Mehrheit von neun der 14 anwesenden Ratsmitglieder dem Antrag von Tobias Stauder (CSU) zu, auf Mönchberger Gemarkung generell Windkraftanlagen abzulehnen. Peter Buhler (WGS) war wegen Krankheit entschuldigt.

Bürgermeister Thomas Zöller (BBM) musste als leidenschaftlicher Befürworter der Windkraft am Donnerstag ein bittere Pille schlucken, denn auch ein Teil seiner BBM-Fraktion schlug sich auf die Seite der Windkraftgegner. Nur Eberhard Heider und Wolfgang Stanger sowie Stefan Zöller (WGS) und Simone Ackermann (CSU) hielten ihm die Stange. Vorausgegangen war eine leidenschaftliche Diskussion, bei der Rechtsanwalt Thomas Eichhorn als von der Gemeinde eingeschalteter Fachjurist und Stefan Brück von der Gemeindeverwaltung für Detailfragen zur Verfügung standen.

Gefahr des »Zuspargelns«

»Der Gemeinderat in Mönchberg ist, was Windkraft betrifft, wohl das am besten informierte Gremium im ganzen Landkreis«, ließ Thomas Zöller die vielen Diskussionen und Beschlüsse zum Thema im Gemeinderat Revue passieren »Ich bin ein Befürworter der Energiewende. Alles andere wäre eine Lüge«, sagte er und bekräftigte seine Meinung, dass der Standort Geiersberg für Windkraftanlagen der beste sei. Er erinnerte an den Beschluss vom 6. März 2012, als sich der Gemeinderat mit nur einer Gegenstimme (BBM-Ratsfrau Doris Hegmann) dafür ausgesprochen hatte, Vorrangflächen für Windkraftanlagen auszuweisen und dafür zu kämpfen, dass der Geiersberg in der Fortschreibung des Regionalplans als Standort für solche Anlagen vorgesehen wird. Doch als möglicher Standort kommt bisher nur der Bischberg im freien Feld rund um Schmachtenberg bis hin nach Streit und Eschau in Frage, erinnerte Zöller.

Gerade darin sah Rechtsanwalt Eichhorn eine große Gefahr, dass gewinnorientierte Investoren sich die entsprechenden Flächen unter den Nagel reißen und das freie Feld mit Windrädern »zuspargeln«. »Wenn keine Vorranggebiete ausgewiesen werden, kann jeder außerhalb des bewohnten Gebietes auf dem freien Feld Windräder bauen«, gab der Jurist zu bedenken.

»Ich sehe kaum Chancen, dass wir den Bau dort verhindern können«, meinte Tobias Stauder (CSU), der zusätzlich die Gefahr sah, dass andere Gemeinden sich einklinken, wenn Mönchberg beim Standort Geiersberg erfolgreich wäre und somit im Waldgebiet nicht nur drei bis vier Windräder, sondern ein ganzer Windpark entstehen könnte.

Absage statt Vertrag

Basis der Entscheidung am Dienstagabend war, dass die Energiegenossenschaft Untermain bereits eine ganze Reihe von notwendigen Untersuchungen getätigt hat, um die Möglichkeit von Energieerzeugung durch Windkraft auf dem Geiersberg voranzubringen. Nun sollte ein entsprechender Vertrag mit der Gemeinde abgeschlossen werden. Der Bürgermeister erklärte: »Die Kosten werden von der Genossenschaft übernommen, und die Wertschöpfung bleibt am Ort«. Als zusätzliches Bonbon dürfe die Gemeinde mit insgesamt 1,38 Millionen Euro Pachteinnahmen in den nächsten 20 Jahren rechnen und die Bürger hätten die Chance einer Geldanlage nach dem Raiffeisen-Genossenschaftsmodell.

Doch zu einem entsprechenden Beschluss kam es am Dienstagabend nicht, weil Tobias Stauder den weitergehenden Antrag gestellt hatte. »Ob dies rechtlich umsetzbar ist, muss ich erst noch klären lassen«, meinte Bürgermeister Thomas Zöller. Ruth Weitz

7.2.13 - Windkraft in Eschau - Main Echo

Windräder: Zwei Gutachten, zwei Aussagen

Standorte: Planungsverband soll Stellung nehmen

Eschau - Ja zu erneuerbaren Energien, aber kein »Verspargeln« der Landschaft: Beim Thema »Windkraft nutzen« möchten Bürgermeister Michael Günther und die Gemeinderäte das Heft in der Hand haben und per Bauleitplanung steuern, wo eventuell Windräder gebaut werden können und wo das unterbleiben soll. Dies wurde in der jüngsten Ratssitzung deutlich.

Als Voraussetzung dafür hatten sie bei der Energiegenossenschaft Untermain ein Gutachten in Auftrag gegeben, das aussagen sollte, wo in der gesamten Gemarkung Standorte mit genügend Windpotenzial infrage kämen. Über das Ergebnis - das nicht mit den Angaben des Regionalen Planungsverbands übereinstimmt - informierten am Montag Thomas Pollakowski und Karlheinz Paulus das Gremium.

Nicht im Naturpark

In Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Lahmeyer (Bad Vilbel) haben die Fachleute eine ganze Reihe Flächen ermittelt, die ein Windpotenzial von 5,5 Meter pro Sekunde und mehr haben, das nötig ist, um Windkraftanlagen wirtschaftlich betreiben zu können. Eine liegt bei Hobbach, eine weitere bei Wildensee, die meisten aber befinden sich auf dem Höhenzug in Richtung Dammbach und somit innerhalb des Naturparks Spessart. Der Regionale Planungsverband hat aber beschlossen, dass Windräder nicht in der geschützten Landschaft errichtet werden dürfen, und selbst eine Karte erstellen lassen. Für Eschau sind nur zwei Standorte markiert: an den Gemarkungsgrenzen Sommerau/Eichelsbach und Eschau/ Mönchberg. Wegen vorgeschriebener Abstände zur Bebauung wären hier aber kaum Anlagen zu realisieren, so Thomas Pollakowski, wegen geringer Höhe würde vermutlich auch die Windstärke nicht ausreichen. Er und Paulus sind der Meinung, der Planungsverband werde seinen Beschluss bezüglich der Naturparkgrenzen revidieren, wenn außerhalb nicht genügend geeignete Standorte für die geplanten 50 Anlagen in der Region gefunden werden.

Das half den Eschauer Räten nicht wirklich weiter. Bevor sie an eine Änderung des Flächennutzungsplans gehen, brauchen sie verlässliche Daten. Sie beauftragten die Verwaltung, den Regionalen Planungsverband um Stellungnahme zu den diversen Standort-Aussagen zu bitten.

14.9.12 - Japan zu Gast bei der EGU - Main Echo

Know-How für Gäste aus dem Land des Lächelns

Main Echo - PDF

Energiewende: Japanische Wissenschaftler informieren sich im Kreis Miltenberg über regenerative Stromerzeugung und den Genossenschaftsgedanken

Wie die Energiewende in Deutschland angepackt und wie für sie geworben wird, um die Akzeptanz bei den Bürgern zu erhöhen, interessiert sechs japanische Wissenschaftler, die zwei Wochen lang im gesamten Bundesgebiet unterwegs sind, um sich vor Ort über verschiedene Modelle zu informieren. Einen Tag lang waren sie mit Mitgliedern der Energiegenossenschaft Untermain unterwegs und schauten sich die unterschiedlichen Formen regenerativer Energieerzeugung in Odenwald und Spessart an. Hierbei legten sie besonderes Augenmerk auf die Bürgerbeteiligung im Rahmen des Genossenschaftsgedankens.

26.06.2012 - Main Echo

Sonne künftig nicht nur für die Rebe

Main Echo - PDF

Weingut: Fotovoltaik-Anlage als drittes Projekt der Energiegenossenschaft in Klingenberg in Betrieb genommen

Es kommt nicht von ungefähr, dass am Tag der Sonnensommerwende die Fotovoltaik-Anlage auf dem Klingenberger Weingut der Öffentlichkeit übergeben wurde. Es ist das mittlerweile dritte Projekt der Energiegenossenschaft Untermain, die durch regenerative Energie-Erzeugung einen Beitrag zur Wertschöpfung in der Region leisten will und die Bürger daran beteiligt.

25.04.2012 - Main Echo

Von Energielücke keine Rede

Main Echo - PDF

Regionale Wirtschaft: Sieben Unternehmer berichten im Zentec Großwallstadt über regenerative Innovationen

Prall gefüllt zeigte sich der Vortragsraum im Großwallstädter Zentec am Montagabend, wo der Wirtschaftsclub der SPD die Informationsveranstaltung »Unternehmen aus dem Landkreis Miltenberg gestalten die Energiewende« anberaumt hatte. Sieben Unternehmer aus der Region berichteten über ihre Aktivitäten, die zum Energiesparen beitragen oder Ressourcen regenerativer Energieformen erschließen.

17.02.2012 - Main Echo

Bürgerversammlung Mönchberg, Thema Wind

Main Echo - PDF

Zwischen Visionen und Skepsis

Energiegewinnung: Versammlung in Mönchberg mit dem Schwerpunkt Bau von Windkrafträdern am Ortsrand der Gemeinde – 200 Interessierte

01.10.2011 - Main Echo

PV-Anlage Realschule Miltenberg - Einweihung

Main Echo - PDF

Fotovoltaik ist erster Schritt in Richtung Energiewende

Den bayerischen Untermain mit erneuerbaren Energien zu versorgen – das ist das Ziel der Energiegenossenschaft Untermain. Der Anfang ist gemacht. Die Genossenschaft hat auf dem Dach der Johannes-Hartung-Realschule in Miltenberg eine Fotovoltaikanlage aufgestellt.

14.06.2011 - Main Echo

Windkraft in Boxbrunn

Main Echo - PDF

Erneuerbare Energie: Amorbacher Stadtrat stimmt Bauvoranfrage der Energiegenossenschaft Untermain zu

Die Energiegenossenschaft Untermain (Mönchberg) will auf Boxbrunner und Amorbacher Gemarkung vier Windkraftanlagen bauen. Mit der Bauvoranfrage hat sich der Amorbacher Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstagabend im Alten Rathaus beschäftigt. Die Anlagen sollten entlang der hessischen Landesgrenze entstehen.

23.03.2011 - Main Echo

Energieforum - Jahreshauptversammlung

Main Echo - PDF

11.12.2010 - Main Echo

Photovoltaik ohne Risiko

Main Echo - PDF

27.09.2010 - Main Echo

Regionalisierung des Energiemarktes

Main Echo - PDF

Gewinn für Umwelt und Kommune

Vortrag: Bürgermeister Klug stellt Trendelburg in Nordhessen als Vorbild für die Regionalisierung des Energiemarkts vor

Pressemitteilung 12.11.2014: Mut zur dezentralen Energiewende

Mut zur dezentralen Energiewende

Die Energiegenossenschaft Untermain eG wurde zum Kongresses „100%-Erneuerbare-Energie-Regionen“ eingeladen, um an einem Workshop teilzunehmen

Kassel, 11. November 2014. In Kassel kommen heute Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und kommunaler Praxis zum sechsten Kongress „100%-Erneuerbare-Energie-Regionen“ zusammen. In einem zum Auftakt des Kongresses veröffentlichten Kommuniqué fordern die im Netzwerk der 100ee-Regionen organisierten regionalen Akteure von der Bundes- und Landespolitik mehr Mut und Engagement für die dezentrale Energiewende. Die Energiegenossenschaft wurde zu dem Workhshop des Forschungsprojektes Engeno am Montag eingeladen.

„Bei den regionalen Akteuren, die den Ausbau der erneuerbaren Energien jahrelang geprägt und vor Ort umgesetzt haben, ist derzeit eine große Verunsicherung und Enttäuschung über die Politik der Bunderegierung zu spüren“, so Dr. Martin Hoppe-Kilpper, Geschäftsführer von deENet Kompetenznetzwerk dezentrale Energietechnologien e.V. und einer der Veranstalter des Kasseler Kongresses. „In einem bundesweiten Dialogprozess innerhalb des Netzwerks der 100ee-Regionen haben wir ein gemeinsames Kommuniqué erarbeitet, das sieben klare Forderungen an die Politik formuliert.“ Eine der Forderungen sieht den deutlich schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien in dezentralen Strukturen ohne Begrenzungen oder Deckelungen vor. Im Gegensatz zu dezentralen erneuerbaren Energien können zentrale Lösungen wie die Windenergienutzung auf See oder Solarenergie aus der Wüste nur geringe Anteile liefern und erfordern einen massiven Ausbau des Höchstspannungsnetzes.

„Bisher fehlt ein Marktmodell für die Energiewende, mit dem die alten Strukturen der brennstoffabhängigen Energiewirtschaft überwunden werden können“, erläutert Dr. Dag Schulze, Leiter des Fachbereichs Energie beim Klima-Bündnis e.V. „Es müssen passende Rahmenbedingungen für die sparsame Energieverwendung und zur kompletten Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien geschaffen werden. Dafür schlagen wir ausgehend von den Stomvertrieben den Aufbau eines Marktes für Energiedienstleistungen vor, der in Zukunft auch den Wärme- und Transportbereich umfasst."

„Alle Elemente der Energiewende – der Ausbau der erneuerbaren Energien, langfristige Sanierungspläne für Gebäude, eine nachhaltige Wärmeversorgung und auch die nachhaltige Umgestaltung des Verkehrssystems – müssen auf kommunaler und regionaler Ebene konsequent verfolgt werden,“ weiß Dr. Klaus Müschen, Leiter der Abteilung Klimaschutz und Energie im Umweltbundesamt. „Die Akzeptanz für diese Prozesse ist sehr wichtig: Sie können nur durch das aktive Engagement von Verwaltungen und der Wirtschaft sowie durch engagierte Mitwirkung der Menschen vor Ort erfolgreich vorangetrieben werden.“

„Mit dem im August in Kraft getretenem EEG 2014 wurden die Förderbedingungen derart verschlechtert, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien deutlich verlangsamt“, so deENet-Geschäftsführer Hoppe-Kilpper. „Die geplanten Ausschreibungsmodelle gefährden außerdem die Akzeptanz der Energieprojekte bei den ansässigen Bürgerinnen und Bürgern.“ Er sieht die große Gefahr, dass die zahlreichen, in Bürger-Energiegenossenschaften zusammengeschlossenen Menschen durch die erzeugte Verunsicherung dem weiteren Energiewendeprozess verloren gehen.

Gerade die engagierten 100ee-Regionen fühlen sich durch die Bundes- und Landespolitik in ihrem Einsatz für den Klimaschutz allein gelassen: „Bundes- und bayerische Staatsregierung scheinen zu denken: 'Hilfe, die schaffen die Energiewende ja tatsächlich!'“, meint Dr.-Ing. Alexa Zierl vom Ziel 21 e.V. aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck. „Photovoltaik-Bremse durch Straf-EEG-Umlage auf Eigenverbrauch, Windkraftverhinderung per 10H-Abstandsregel, immer höhere Hürden für Bürgerengagement und Regionalstrom – wo man auch hinschaut, werden der 'Energiewende von unten Steine' in den Weg gelegt. Demnächst wird man wahrscheinlich vom Verfassungsschutz beobachtet, wenn man auf Passivhausstandard saniert oder mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt.“

Ähnlich entsetzt zeigt sich Landrat Bertram Fleck aus der 100ee-Region Rhein-Hunsrück-Kreis: „Die erneuerbaren Energien waren bisher das Zugpferd der regionalen Wertschöpfung und des Klimaschutzes. Nun droht der Ausbau der erneuerbaren Energien ähnlich zu stocken wie der derzeitige Fortschritt bei den Sanierungsmaßnahmen.“

Zum Netzwerk der 100ee-Regionen gehören Kommunen, Landkreise, Stadt- und Regionalwerke, Energiegenossenschaften und aktive Bürger, Wissenschaftler, Organisationen und Unternehmen. In den besonders aktiven Regionen leben mehr als 25 Millionen Menschen. Der Kongress „100%-Erneuerbare-Energie-Regionen“ ist die sechste bundesweite Jahreskonferenz der 100ee-Regionen. Das Kommuniqué spiegelt auch die sechsjährige Erfahrung aus über 160 Fachforen mit etwa 3.000 aktiven Teilnehmern wider.

Neben deENet wird der Kongress „100%-Erneuerbare-Energie-Regionen“ auch vom Klima-Bündnis, dem Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V. (DGRV) und der Agentur für Erneuerbare Energien e.V. (AEE) veranstaltet. Das UBA begleitet und berät den Kongress fachlich.

Weitere Informationen zum Kongress finden Sie unter: www.100-ee-kongress.de, zur Energiegenossenschaft www.energiegenossenschaft-untermain.de

Die digitale Version des Kommuniqué sowie die Beispiele von positiven Gestaltern der Energiewende finden Sie unter: www.100-ee.de/stimme

Pressekontakt: Ivonne Müller, deENet Kompetenznetzwerk dezentrale Energietechnologien e.V. Tel.: 0561 788 096-25, i.mueller@deenet.org

Benjamin Dannemann, Agentur für Erneuerbare Energie e.V.

Tel.: 030 200 535-47, b.dannemann@unendlich-viel-energie.de

21.07.2010 - Main Echo

Energiepolitik im Landkreis Miltenberg

Main Echo - PDF

Energiepolitik: Kreisgruppe des Bundes Naturschutz strebt völlige Autarkie des Landkreises Miltenberg an

Immer mehr Bürger, Unternehmen und Einrichtungen setzen im Landkreis Miltenberg auf die Kraft erneuerbarer Energien. Die Kreisgruppe des Bundes Naturschutz (BN) fordert trotzdem eine konzertierte Aktion,um die Energiewende so schnell wie möglich herbeizuführen. Ziel muss es laut Vorsitzendem Dr. Hans Jürgen Fahn sein, »dass der Landkreis Miltenberg sich zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien versorgt«.

18.06.2010 - Main Echo

Artikel über die Gründung

Main Echo - PDF

Klimaschutz mit »sauberen Zinsen« Investitionen: Energiegenossenschaft Untermain gegründet – Projekte mit regenerativen Energien geplant

Friedrich-Wilhelm Raiffeisen Energie eG Untermain: So heißt die jezt im Alten Obstkeller von Mönchberg auf Initiative des Energieforums Miltenberg-Aschaffenburg gegründete Energiegenossenschaft offiziell. »Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das schaffen viele.« Diesen Satz Raiffeisens will man in die Tat umsetzen, auch wenn die Genossenschaft unabhängig von der gleichnamigen Bank agiert.

27.09.2010 - Main Echo

Regionalisierung des Energiemarktes

Main Echo - PDF

Gewinn für Umwelt und Kommune

Vortrag: Bürgermeister Klug stellt Trendelburg in Nordhessen als Vorbild für die Regionalisierung des Energiemarkts vor